Killwangen
Die Pétanque-Anlage trieb Patrick Bellini zur SVP

Der Gemeinderat und Vizeammann-Kandidat hat die CVP verlassen. Er wechselt ausgerechnet zur Partei, die sein Pétanque-Projekt zurück auf Feld eins geschickt hat.

Sabina Galbiati
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Von der SVP mit Erfolg zurückgewiesen: Die unter Patrick Bellini lancierte Idee einer Pétanque-Anlage.

Von der SVP mit Erfolg zurückgewiesen: Die unter Patrick Bellini lancierte Idee einer Pétanque-Anlage.

Keystone/zvg

Erst im vergangenen Herbst musste Gemeinderat und Vizeammann-Kandidat Patrick Bellini an der Gmeind einen argen Dämpfer einstecken. Die SVP beantragte erfolgreich die Rückweisung des Projekts Pétanque-Anlage. Just jenes Projekt, das unter Federführung Bellinis zur Abstimmungsreife gebracht wurde. Nun wechselt der CVP-Mann ausgerechnet zu der Partei, die ihm den Strich durch die Rechnung gemacht hat.

«Werde sicher kein Hardliner sein»

Bereits im Februar ist Bellini nach fünf Jahren als Vorstandsmitglied der Ortspartei aus der CVP Killwangen ausgetreten. Am Mittwochabend wurde der 49-Jährige an der Generalversammlung der Killwanger SVP in die Partei aufgenommen. Bellini, der bei den Gesamterneuerungswahlen 2013 in die Exekutive gewählt wurde, wird fortan als SVP-Mann im Gemeinderat agieren. «Ich werde aber sicher kein Hardliner sein und für meine Werte einstehen», stellt er klar. Dazu gehöre, dass er sich für die Weiterentwicklung einer attraktiven Wohngemeinde, die Etablierung einer Tagesstruktur, die Stärkung der Schule und die Optimierung bestehender Dienstleistungen einsetze.

In seiner ehemaligen Partei hätten ihm konkrete Impulse und klare Zielsetzungen für die Gemeinde gefehlt, erklärt Bellini seinen Austritt. «Als mich die SVP im Herbst mit ihrer Kritik an der Pétanque-Anlage konfrontierte und dabei hartnäckig blieb, wurde mir bewusst, dass mir als Gemeinderat genau diese Konfrontation mit einer anderen Sichtweise fehlte.» Die SVP sei auf ihn zugekommen und habe sehr offen und konstruktiv über das Projekt diskutiert. «Für meine politische Arbeit als Gemeinderat brauche ich eine impulsgebende Partei, die mit mir Pro und Kontra diskutiert und mich herausfordert.» Zudem habe sich die SVP für ein unabhängiges Killwangen starkgemacht und setze sich für die Eigenheiten und Qualitäten der Gemeinde ein.

Kommunikationswirren

CVP-Ortsparteipräsident Urs Alt will die Aussagen Bellinis nicht kommentieren. Nur so viel: «Patrick Bellinis persönliche Meinung ist sein gutes Recht.» Allerdings habe Bellini für einige Verwirrung in der Partei gesorgt, weil er sich erst noch wenige Monate zuvor in den Vorstand der Bezirkspartei wählen liess. Zudem habe er seinen Austritt aus der CVP am 22. Februar danach lange nicht öffentlich kommuniziert. «Aber genau das hätten die Killwanger angesichts seiner Vizeammann-Kandidatur erwarten dürfen», sagt Alt und fügt an: «Was die CVP betrifft, so suchen wir nun einen motivierten und valablen Kandidaten für die Gesamterneuerungswahlen im Herbst.»

Dass der Parteiwechsel jetzt über die Bühne ging, begründet Bellini mit der Tatsache, dass er seinen Austritt aus der CVP an deren Generalversammlung vom Februar bekannt geben wollte. «Gleichzeitig wollte ich mit der öffentlichen Bekanntgabe des Wechsels warten, bis die SVP mich offiziell als Mitglied gewählt hat, was diese Woche der Fall war.» Er habe auch auf jeden Fall noch vor den Gesamterneuerungswahlen wechseln wollen, weil er sonst nicht fair gegenüber den Wählern gewesen wäre.

Sollte Bellini die Wahl gegen den amtierenden Vizeammann, Walter Hubmann (parteilos) im Herbst gewinnen, würde die SVP ab 2018 nicht nur drei der fünf Gemeinderatssitze halten, sondern mit Werner Scherer und Patrick Bellini auch Gemeindeammann und Vizeammann stellen. Den dritten SVP-Gemeinderatssitz hält derzeit Jürg Lienberger.