Baden/Wettingen
Die Pläne für «Städtli Lägern» sind vom Tisch

Die Fusion der Handballabteilungen von STV Baden und SV Lägern ist gescheitert – es fehlten Vorstandsmitglieder, der Personalaufwand war zu gross.

Martin Rupf
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Im Frühling dieses Jahres rieb sich wohl so mancher Handballkenner aus der Region erstaunt die Augen, als bekannt wurde, dass die Handballabteilungen des SV Lägern und des STV Baden fusionieren wollten. Ausgerechnet die beiden rivalisierenden Traditionsvereine aus Wettingen und Baden, die sich seit Jahrzehnten hitzige Duelle liefern.

Nun können die Handballnostalgiker aufatmen. Denn die geplanten Fusionsverhandlungen wurden vorzeitig beendet. Grund: Der fünfköpfige Vorstand des neuen Vereins hätte sich paritätisch aus den fusionierten Vereinen – auch der HSV Baden war involviert – zusammensetzen sollen. Letztlich scheiterte die Fusion daran, dass sich beim SV Lägern keine Vorstandsmitglieder fanden.

Grosse Enttäuschung beim STV

«Die Enttäuschung ist natürlich sehr gross», sagt Daniel Hitz, Handball-Präsident beim STV Baden. Dies umso mehr, als die Anfrage zur Fusion vom SV Lägern gekommen sei. «Vor drei Jahren gab es schon einmal Fusionsgespräche, damals hat sich Lägern aber bewusst für den Alleingang entschieden», sagt Hitz.

Ziel der Fusion wäre es gewesen, die sportlichen Kräfte links und rechts der Limmat zu konzentrieren. «Mit einem neuen Verein wäre vieles möglich gewesen.» Hitz ist sich aber auch bewusst: «Ein Zusammenschluss wäre einem grossen Kraftakt gleichgekommen.» Und es hätten alte Zöpfe abgeschnitten werden müssen. «Es stand gar zur Diskussion, die beiden Handballabteilungen aus ihren Gesamtvereinen STV Baden und SV Lägern herauszulösen.»

Grundsätzlich ist Hitz überzeugt, dass die Vereine trotz jahrelanger Konkurrenz eine Einheit hätten bilden können. «Für die jüngeren Spieler wäre das kein Problem gewesen. Für die älteren wohl schon eher, weil sie sich früher gegenseitig auf die Kappe gegeben haben.»

Zu grosser Personalaufwand

Hitz betont, dass man mit dem SV Lägern immer ein gutes Einvernehmen gehabt habe. Trotzdem: «Irgendwie ist der Eindruck entstanden, der SV Lägern erhoffe sich von uns Unterstützung, wolle aber keine Arbeit übernehmen.» Sportlich stelle die gescheiterte Fusion für den STV Baden kein Problem dar. «Wir sind ein gesunder Verein; der SV Lägern wird schon noch merken, dass es in Zukunft nur in einem grösseren Verbund geht», so Hitz.

Auch Peter Brunner, Handball-Präsident beim SV Lägern, bedauert, dass die Fusion gescheitert ist. Er versteht, dass man aufseiten des STV Baden sehr enttäuscht ist. Seine Erklärung für das Scheitern des Zusammenschlusses: «Erst im Laufe der Fusionsgespräche wurde ersichtlich, wie gross der Personalaufwand für einen solchen neuen Grossverein ist.»

Nicht aus der Not heraus geboren

Man dürfe nicht vergessen, dass alle Vorstandsmitglieder ihr Amt ehrenamtlich ausübten, so Brunner. Zudem habe es in diesem Jahr bei mehreren Vorstandsmitgliedern Veränderungen gegeben. «Ich werde im Frühling zum zweiten Mal Vater und beruflich habe ich neue Aufgaben übernommen. Das hat es mir verunmöglicht, im künftigen Verein eine tragende Rolle zu übernehmen.»

Auch Brunner ist der Überzeugung, dass die langjährige Rivalität zwischen dem SV Lägern und dem STV Baden einem Zusammenschluss nicht im Wege gestanden hätte. «Die Gräben sind nicht mehr so tief, wie sie früher einmal waren.»

Eines ist Brunner wichtig: Die Idee zur Fusion sei nicht aus der Not heraus geboren, «sondern weil wir eine Vision hatten». Für den Handballbetrieb mit Juniorenteams und dem Spitzenteam in der 2.Liga verfüge man über genügend Kapazitäten. Die Handballfreunde aus der Region freuts. Packende Handballderbys sind programmiert.

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