Birmenstorf

Die Post zieht in den Volg um – längere Öffnungszeiten als Vorteil

Der neue Billettautomat bei der Haltestelle Post in Birmenstorf RVBW A-Welle

Die einstige Poststelle wird in den Volg verlegt. (Archivbild)

Der neue Billettautomat bei der Haltestelle Post in Birmenstorf RVBW A-Welle

Der gelbe Riese schliesst seine Filiale – was sich nun für die Bevölkerung ändert.

Die bediente Poststelle in Birmenstorf rentiere nicht mehr, teilte das Unternehmen im November in einer Medienmitteilung mit. Man suche eine neue Lösung, hiess es weiter. Nun ist klar: Die Post eröffnet am 28. August im Volg eine Agentur. Bis dahin bleibt die Filiale unverändert geöffnet. «Mit der Landi Maiengrün, die den örtlichen Volg betreibt, konnten wir eine lokal gut verankerte und bewährte Partnerin für das neue Angebot gewinnen», schreibt das Unternehmen.

«Wir sind froh, bleibt die Post weiterhin im Dorf», sagt Gemeindeschreiber Stefan Krucker. Auch wenn die Agentur gegenüber einer Filiale nur zweite Wahl sei. Während sich in anderen Gemeinden teils Widerstand regt, reagierte die Bevölkerung in Birmenstorf unaufgeregt, als die Post kürzlich an einer Informationsveranstaltung der Gemeinde über die neue Lösung Auskunft gab.

Längere Öffnungszeiten als Plus

Auf der «Post im Dorfladen» können Kunden Pakete und Briefe aufgeben und abholen, Briefmarken kaufen, Einzahlungen bargeldlos erledigen und Geld beziehen. «Bei Privatpersonen kommen die neuen, längeren Öffnungszeiten sicher gut an», sagt Krucker. Dass aber Einzahlungen mit Bargeld nicht mehr möglich seien, könnten für andere schwieriger werden. Dafür hat die Post eine Lösung gefunden: Ab September können Kunden ihre Rechnungen bis 10 000 Franken direkt beim Pöstler einzahlen. Davon profitiert auch das Gewerbe. Ab dem gleichen Zeitpunkt können kleinere und mittlere Unternehmen sowie Vereine auch Massensendungen in der Postagentur aufgeben.

Dass die Post vermehrt neue Wege einschlagen muss, liegt vor allem an den veränderten Lebensgewohnheiten: Die Kunden erledigen ihre Postgeschäfte vermehrt unterwegs auf dem Smartphone oder zahlen ihre Rechnungen online. Die Nachfrage nach klassischen Kerngeschäften am Postschalter sinkt stetig. Deshalb sind auch die Einbrüche massiv: Seit der Jahrtausendwende bis 2016 gingen beim gelben Riesen 46 Prozent weniger Pakete und 65 Prozent weniger Briefe über den Schalter. Im gleichen Zeitraum nahm auch die Anzahl Einzahlungen um 40 Prozent ab.

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