Man kann von einem regelrechten Steigerungslauf sprechen: Seit Tim Munz im Restaurant zur Heimat wirtet, geht es steil aufwärts. Im Frühling 2016 übernahm er zusammen mit seiner Partnerin – seit diesem Sommer gehen die beiden beruflich und privat getrennte Wege – das Wirtshaus im Oberehrendinger Dorfkern.

Nur ein Jahr später erhielt das Restaurant die blaue Tafel von der Tafelgesellschaft zum Goldenen Fisch – eine Auszeichnung dafür, dass die «Heimat» frischen Fisch besonders pflegt.

Dann im Herbst 2017 der nächste Meilenstein: Erstmals wurde das Restaurant im Gastroführer Gault Millau mit 13 Punkten aufgeführt. Und jetzt, ein Jahr später, sind es gar 14 Punkte. «Natürlich freue ich mich über die Auszeichnung und die Bestätigung, dass wir offensichtlich auf dem richtigen Weg sind», sagt der 29-jährige Ostschweizer.

Gleichzeitig bedeuteten die Punkte aber auch, dass der Druck grösser werde. «Denn jetzt gilt es, diese 14 Punkte zu halten. Verliert man wieder einen Punkt, dann ist das schlecht für das Image», so Tim Munz, der das Restaurant Heimat zusammen mit mittlerweile fünf Angestellten betreibt.

«Gault Millau» hat sich gewandelt

Insofern sei er froh, dass er «nur» 14 «Gault-Millau»-Punkte erhalten habe. «Das ist ein Level, das unserem tatsächlichen Niveau entspricht, und das wir auch in Zukunft gut halten können.» Bei 16 Punkten oder mehr würde das schon anders aussehen. «Man muss wissen, ob man vom wirtschaftlichen Aufwand her in der Super League oder in der Champions League spielen will», sagt Munz mit einem Lachen.

Doch der eigentliche Druck rühre ohnehin nicht von «Gault-Millau»-Punkten her, sondern sei in der Wirtschaftlichkeit begründet. «Nach 2,5 Jahren in Ehredingen kann ich sagen, dass wir auf einem guten Weg sind; ja wir sind zufrieden.» Munz führt dies nicht zuletzt auf das «tolle Einzugsgebiet» zurück und den Umstand, «dass sich in der Region zwar gastronomisch in letzter Zeit viel getan hat, aber das Potenzial in der Region ist sicher noch nicht ausgeschöpft.»

Munz freut sich, dass in jüngster Zeit auch ländliche Familienbetriebe wie die «Heimat» eher Aufnahme im «Gault Millau» fänden. «Der Fokus liegt mehr auf der Küche und weniger auf dem ganzen Drumherum. Früher waren üppige Blumengedecke oder Servicepersonal im steifen «Pinguin-Look» fast schon Voraussetzung für ‹Gault-Millau›-Punkte.»

Das sind die Aargauer Gault-Millau-Restaurants:

Trotz neu 14 Punkten, werde sich die «Heimat» nicht gross ändern, weder beim Angebot noch bei den Preisen. «Wir wollen unser bewusst breites Angebot beibehalten und ein Restaurant für jedermann sein», sagt Munz.

Die «Gault-Millau»-Punkte seien dabei für die Gäste ein Qualitätssiegel. «Jeder Gast wird bei uns so behandelt, wie ein potenzieller «Gault-Millau»-Tester», sagt Munz. Er selber gehe deshalb auch sehr gerne in «Gault-Millau»-Restaurants essen, «weil man dort eine konstant gute Leistung erwarten darf». Dass er und sein Team diese zu erbringen in der Lage sind, hat die jüngste Ausgabe des Gastroführers eindrucksvoll bestätigt.

Der Koch des Jahres 2019 heisst Heiko Nieder: 

GaultMillau 2019: Heiko Nieder ist Koch des Jahres

GaultMillau 2019: Heiko Nieder ist Koch des Jahres

Heiko Nieder ist der Mann mit der grossen Pinzette. Der Restaurantführer GaultMillau hat ihn für seine verblüffenden, aufwendigen Kreationen zum Koch des Jahres ernannt. Der deutsche Spitzenkoch, der seit 10 Jahren die Gäste des Dolder Grand Hotels in Zürich kulinarisch verwöhnt, möchte vor allem seine Entdeckungslust für Geschmackskombinationen weitergeben. Welches Land den 19 Punkte-Koch in seiner Küche beeinflusst, verrät Heiko Nieder im Video von Keystone-SDA.