«Die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal sollte der Bevölkerung helfen, anstatt sie zu verfolgen und abzuzocken», sagt Franz Peterhans aus Bellikon. Er wendete sich mit seinem Anliegen an die Aargauer Zeitung. «So kann das nicht weitergehen», sagt er. Die Regionalpolizei mache zu viele Geschwindigkeitsmessungen. Vor allem vor dem Gemeindehaus in Bellikon. «Ausserdem verfügt sie nicht über moderne Geräte. Sie fotografieren die Autos aus beiden Richtungen mit einem Radar. Somit wird die Hälfte der Fahrzeuge von hinten abgelichtet.» Die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal (Repol) weist die Vorwürfe zurück.

Gesetzeswidrige Bussen

Peterhans beharrt aber auf seiner Geschichte: Er besitze fünf Fahrzeuge, mit denen auch Kollegen und Familienangehörige fahren. «Gemäss dem Gesetz muss einwandfrei bewiesen werden können, wer zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitung am Steuer sass», sagt er. Die Polizei aber würde trotzdem Bussen verschicken. «Dies ist eine Abzocke. Die Polizei will ihr Budget erfüllen, egal wie.»

Sie würde dafür sogar vor Lügen nicht zurückschrecken. Ein Polizist habe behauptet, dass er bezeugen könne, dass Peterhans am Steuer sass, als die Radarfalle zuschnappte. Zu dem Zeitpunkt war Franz Peterhans jedoch gar nicht mit dem Auto unterwegs gewesen. «Als ich den Beamten zur Rede stellte, sagte er, dass er doch irgendwie versuchen müsse, den Schuldigen zu finden.»

Die Polizei solle besser dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht wird. «Sie sollte gegen Einbrecher vorgehen. Doch durch das Patrouillieren nehmen sie kein Geld ein.» Peterhans wagt zu behaupten, dass der Lohn eines Beamten steigt, je mehr Geld er durch Bussen eintreibt. «Ich habe nichts gegen Geschwindigkeitskontrollen. Solange sie sinnvoll sind.»

Nur gerechtfertigte Kontrollen

«Wir decken mit unseren Geschwindigkeitskontrollen die Bedürfnisse der Gemeinden ab», sagt Paul Geissmann, Polizeichef der Repol. Die Gemeinden melden sich, wenn sie feststellen, dass auf einer Strecke oft gerast wird. «Wir kontrollieren nur dort, wo Bedarf besteht. Dies wird durch die hohe Quote der Übertretungen, die wir feststellen, gerechtfertigt.» Dass ein Radar für beide Strassenseiten eingesetzt wird, sei nicht ungewöhnlich. Alle modernen Geräte funktionieren so. «Es ist nicht verboten, Bussen zu verschicken, wenn das Bild das Fahrzeug nur von hinten zeigt.» Zum Teil erkennen die Polizisten, die bei den Geschwindigkeitsmessstellen stehen, die Fahrer. Lügen sei jedoch nicht erlaubt. «Ich weiss nicht, was in der von Herrn Peterhans geschilderten Situation passiert ist», sagt Geissmann.

Was er widerlegen könne, sei die Behauptung, dass die Regionalpolizei nichts gegen Einbrüche unternimmt. «Wir machen jeden Abend Patrouillen und haben damit Erfolg.» Dass sich die Busseneinahmen auf den Lohn auswirken, verneint Geissmann. «Der Einzelne hat keine Vorgaben für die Höhe der Ordnungsbussen, die er einbringen muss.»