«In den vergangenen 36 Jahren hat sich die Medizin enorm weiter entwickelt – und damit auch die Rehabilitation», schreibt Toni Scartazzini, Direktor der Rehaklink, im Jahresbericht 2010. Die Neuerungen haben sich auch auf die Rehaklinik Bellikon ausgewirkt. Heute sei Bellikon die führende Rehaklinik für Unfall-Rehabilitation in der Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus, so Scartazzini.

Nach fast 10-jähriger, erfolgreicher Tätigkeit als Medizinischer Direktor und Chefarzt der Rehaklinik Bellikon hat sich Hans Peter Gmünder entschieden, die Berufung als Direktor beim Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil per 1. Februar 2011 anzunehmen. Der Verwaltungsausschuss der Suva hat Sönke Johannes (44) zum neuen Medizinischen Direktor und Chefarzt ernannt Johannes ist seit 2003 an der Rehaklinik tätig, erst in der Funktion als Oberarzt und später als Medizinischer Leiter der Neurologischen Rehabilitation.

Ein grosses Anliegen des neuen Medizinischen Direktors ist die Sicherstellung der Reintegration von Patienten am Arbeitsplatz. Dazu soll unter anderem auch der Sport genutzt werden. Die Rehaklinik Bellikon arbeitet deshalb eng mit Plussport (Behindertensport Schweiz), Rollstuhlsport Schweiz (SPV) und Swiss Paralympics zusammen.

Alle Pflegestellen besetzt

Bei der Rehaklinik Bellikon stellt man eine klare Tendenz fest: Es werden immer mehr Schwer- und Schwerstverletzte von Akutspitälern zugewiesen. Das lässt sich allein schon an der Zahl der benötigten Rollstühle ablesen, die sich innert kurzer Zeit verdoppelt hat. Die Zahl von Patienten, die nach Arbeitsunfällen in Bellikon rehabilitiert werden, geht eher zurück. Dafür ist ein deutlicher Anstieg von Freizeitunfällen zu verzeichnen. Ein Indiz dafür, dass bei Freizeitaktivitäten zum Teil (zu) hohe Risiken eingegangen werden.

Personell ist die Rehaklinik gut aufgestellt. «Wir können glücklicherweise im Pflegebereich immer noch alle Stellen besetzen», stellt Direktor Toni Scartazzini fest. Etwas schwieriger ist die Rekrutierung von Ärzten. «Offenbar ist die Sparte ‹Reha› für viele Mediziner noch zu wenig interessant», mutmasst Sönke Johannes.

Es muss ausgebaut werden

Die bauliche Infrastruktur konnte mit der medizinischen Weiterentwicklung der Klinik nicht in allen Bereichen Schritt halten. Es besteht also ein Modernisierungs- und Erweiterungsbedarf. Entsprechende Schritte sind bereits eingeleitet worden.

Das Bauprojekt setzt einerseits auf dem bestehenden Klinikareal auf eine Totalsanierung und den Neubau einiger bestehender Diagnostik-, Therapie- und Behandlungseinrichtungen und anderseits auf eine innovative Überbauung mit gemischter Nutzung (Patientenhotel, Kongressräume, Alterswohnungen, Mietwohnungen) auf der Nachbarparzelle. Geplant ist der Baubeginn auf dem Klinikareal im Sommer 2012, auf der Nachbarparzelle im Sommer 2014.