Baden
«Die Schmiermittel in den Getrieben»

Rudolf Strahm war Gast bei der Diplomvergabe an der ABB-Technikerschule im Martinsberg. In seiner Rede strich er die volkswirtschaftliche Bedeutung der Berufslehre hervor.

Samuel Weissman
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Der 3000. Absolvent

Der 3000. Absolvent

139 Absolventinnen und Absolventen erhielten dieses Jahr ihr HF-Diplom. Das sind laut Rektor Urs Keller «so viele wie noch nie zuvor». Auch an der Diplomfeier wurden 21 Absolventen des Nachdiplomstudienganges Executive in Business Engineering diplomiert.

Die Diplomrede hielt Rudolf Strahm, ehemaliger Preisüberwacher und alt Nationalrat sowie Präsident des SVEB (Schweizerischer Verband für Weiterbildung) zum Thema «Warum wir Schweizer so reich sind: Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Berufslehre». Rudolf Strahm verglich die Jugendarbeitslosenquoten in Europa. Damit wollte er zeigen, dass eine Berufsbildung besser sei für das Bestehen im Arbeitsmarkt, im Vergleich zur rein schulischen Ausbildung.

3000. Absolvent aus Wettingen

Anhand von Grafiken, Statistiken und Zahlen belegte Strahm, weshalb die Berufsbildung die beste Ausbildung sei: Es gäbe nur fünf Länder in Europa, die eine «Lehre» als Ausbildungsangebot hätten. In seinem «Blick auf unsere Konkurrenzfähigkeit in der Welt», sagte Strahm: «Das Berufsbildungs-System macht die Schweiz reich.» Einen Höhepunkt erlebte die Diplomfeier schliesslich, als die einzige Frau, Ursula Hoffmann, ihr Diplom im Bereich Energietechnik überreicht bekam. Frauen sind demnach noch immer eine Seltenheit unter den Technikern. Eine weitere Ehre kam Patrick Filoni aus Wettingen zuteil. Dieser erfuhr zu seiner grossen Überraschung, dass er der 3000. Absolvent seit der Gründung der Schule 1971 ist.

Erstmals waren in diesem Jahr Absolventen der Studienrichtung Logistik vertreten. Die sechs Fachrichtungen an der ABB-Technikerschule waren dieses Jahr so verteilt: Betriebstechnik mit 27, Logistik mit 6, Energietechnik mit 37, Konstruktionstechnik mit 35, Informatik mit 18 und Informationstechnik mit 16 Studenten. Für den Nachdiplomstudiengang und für jede Fachrichtung wurde ein Preis für die beste Arbeit erteilt, obwohl nach Keller alle Arbeiten einen Preis verdient hätten.

Laut Strahm soll die Berufsbildung weiter ein wichtiger Faktor für die Schweizer Wirtschaft sein. «Die Studenten sollen sich weiterbilden und neue Techniken erlernen.» Strahm sowie die Höhere Fachschule finden es erstrebenswert, wenn der Titel «Dipl. Techniker HF» einst international – als Bachelor – anerkannt wird. «Denn», so Keller, «unsere Studenten sind wie die Schmiermittel in den Getrieben, ohne sie läuft nichts.»

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