Baden
Die Schnellstrasse im Hallenbad

Um Konflikte zwischen Schnell- und Langsamschwimmern zu vermeiden, haben Hallenbäder unterschiedliche Lösungen gewählt. So gibt es bei einigen Bahnen für schnelle und langsamere Schwimmer.

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Seit drei Wochen gilt im Hallenbad Obersiggenthal ein neues Schwimmregime. Von den insgesamt vier Bahnen im tiefen Becken ist eine für schnelle und eine für langsamere Schwimmer abgetrennt. Die Betriebsleitung hat diese Regelung auf Wunsch von Schwimmsportlern eingeführt.

Die andere Hälfte der Wasserfläche steht nach wie vor Eltern mit Kindern und weniger ambitionierten Schwimmern zur Verfügung. «Nach einer kurzen Angewöhnungszeit haben die Gäste diese Neuerung gut angenommen», sagt Thomas Weber, Betriebsleiter und Badmeister.

«Im Winterhalbjahr besteht unser Gästestamm grösstenteils aus Sportschwimmern, die im Sommer auf Freibäder oder natürliche Gewässer ausweichen können», sagt Weber. Dies führe im Hallenbad zu Engpässen, die wiederum Konfliktpotenzial bergen würden.

Wie gehen andere Hallenbäder in der Region mit der Herausforderung um, verschiedene Anspruchsgruppen unter einem Dach zu vereinen?

Konflikte unter den Badegästen

«Grundsätzlich ist das Hallenbad in Baden ein öffentliches Bad, das allen Gästen offen steht», sagt Betriebsleiter René Saurenmann. Deshalb wolle man prinzipiell keine Gruppen privilegieren oder ausgrenzen – mit einer Ausnahme: «Seit einigen Jahren haben wir eine Bahn für Sportschwimmer abgegrenzt», so Saurenmann

In dieser muss im Kreis geschwommen werden – ob Crawl oder Brustschwumm spielt aber keine Rolle. Saurenmann betont, dass gegenseitige Rücksichtnahme das A und O für einen geregelten Schwimmbadbetrieb sei. «Leider halten sich nicht alle daran. Es kommt manchmal vor, dass sich Schwimmer unter Wasser schlagen und treten.»

Von den vier Bahnen im Hallenbad Bremgarten ist eine für Sportschwimmer, eine für Freizeitschwimmer und eine für Aqua Fit reserviert. «Manchmal begeben sich Schwimmer in die fürs Aqua Fit vorgesehene Bahn, wenn die anderen belegt sind», sagt Badmeister Christof Hübscher. Daraus könnten sich schon einmal Konflikte ergeben, meist würden die Badegäste diese jedoch untereinander bereinigen.

Platz für Beckenrand-Schwimmer

Im Hallenbad Brugg hat man bereits vor acht Jahren eine Lösung gefunden. «Die mittlere unserer fünf Bahnen sperren wir für schnelle Schwimmer ab. Zu Spitzenzeiten können dort 10 bis 15 Personen hintereinander ihre Runden schwimmen», schildert Badmeister Willi Schurr die Situation. Dem Beckenrand entlang ist Platz für ältere Personen und Schwimmschüler, die froh um die Nähe zum Rand sind.

«Auch uns wurde vor fünf Jahren von Gästen aufgetragen, eine Schnellschwimmbahn einzuführen», sagt Badmeister Ulrich Minder vom Hallenbad Mellingen. Diese Bahn habe sich innert Kürze bewährt. «Genauso wichtig ist es uns jedoch, für alle anderen Badbesucher den grösseren, offenen Bereich freizuhalten.»

30 Grad sind zu warm für Sportler

In Spreitenbach pflegt man einen flexiblen Schwimmbetrieb. Badmeisterin Susanne Wyss erklärt das System: «Unser Betrieb funktioniert in der Regel ohne fix abgesteckte Bahnen. Wir beurteilen vorzu die Situation und grenzen bei Bedarf einzelne Bahnen ab.» Da in Spreitenbach die Wassertemperatur zudem konstant bei warmen 30 Grad liege, hätten sie nicht viele Sportschwimmer, sagt Wyss. Somit bestünde gar kein Bedarf nach einer Schnellschwimmbahn.

Wettingen setzt hingegen seit zwei Jahren auf klare Verhältnisse: «Unsere separierte Bahn für Crawler oder schnelle Brustschwimmer hat sich sehr bewährt», sagt Dante Hauri, Badmeister des Hallenbads im Tägi. Als Aqua Fit immer populärer wurde, seien häufig mehrere Personen zusammen zum Trainieren gekommen. «Undurchdringliche Barrieren für die schnelleren Schwimmer», so Hauri. Auch für Aqua-Fit-Begeisterte sieht Hauri einen Vorteil in einer abgetrennten Sportschwimmbahn: «Gäste, die sich langsamer fortbewegen, sind froh, wenn sie nicht ‹über den Haufen› geschwommen werden.»