Dass die Schnitzelbanken in ihrer diversifizierten Auftrittsweise zur festen Badener Fasnachts-Tradition gehören, beweisen sie dieser Tage in den Schnitzelbank-Lokalen und dann am Sonntag an der Dernière. Am Donnerstag mussten sie erfahren, dass ihre intensiven Vorbereitungen mit Dichten, Kostümfertigen und Üben unterschiedlich belohnt wird. Diesmal liess doch das Publikum da und dort närrisch zu wünschen übrig. Da hätte man sich doch etwas mehr Kostümierte oder Maskierte darunter gewünscht, und zumindest den Respekt, die auftretenden Banken nicht mit eigenem Geschnorr noch zu stören. Zahlenmässig waren die Ränge im «Stadtcasino» und in der «Linde» sehr dürftig besetzt, dafür ging im «Du Parc», im «Trudelchäller» und in der «Rose» die Post ab. Jedenfalls freute sich der Berichterstatter, dass die letztjährige Mahnung vielleicht genutzt hat.

Darum sei hier sinngemäss mit der neuen d Standpauke begonnen – die bald «Schwäfelsüüder-Niveau» erreichen wird, punkto Vers und Zeichnungen sind sie bereits so weit. Hier leicht derb:

D Billag chönne mir nid verputze.

Dört zahlsch doch ohni d Grät z benutze.

Mir bekömme au kei Zuelag ohni Kind,

Obwohl euisi Grät im Iisatz sind.

Und d Standpauke zur Fliegerbeschaffung für die Schweizer Armee:

Mit 100 Johr bisch als Mensch denn froh,

Wenn d endlig i d Pension dörfsch goh.

Denn i däm Alter flieged jo

D FA 18 immer no!

Blächschade vo Bade stellen fest, dass sich die Stadt Baden im Aufwind befindet, nicht zuletzt wegen des geplanten Blechpolizisten.

Bade hett gschlofe und ned pressiert.

Es isch guet, dass jetzt weder öppis passiert.

Zürcher wett me uf Bade locke.
Scho gli chönd s i de Bäder is Wasser hocke,
Im Kurtheater zum Schwank go lache,
Und uf em Heiwäg bem Gstüehl no es Selfie mache.

D Chaote gehen mit Geri Müller hart ins Gericht – zu den bevorstehenden Wahlen:

Was passiert, wenn de Geri gheit,

Will d Wiederwahl ihm abverheit?

Die einzig Lugge, das tuet niemert quäle:

S würd nur sis Velo im Ständer fehle.

Und d Chaote zu Amerika und Trump:

D Hillary meint, s isch allerhand,

Sie bekömmi jetzt en Praktikant.

Und de Trump, dä Fuditäschteler.

Meint er sigi jetz de Bätscheler.

Sehr zu gefallen wussten die Clochards, auch oder trotz Gesang. Den Fall Darbellay über den Bestatter auf den Punkt gebracht:

Jo am Fernseh hätt me e neui Idee:

Statt em Sterbe söll me de Afang vom Läbe gseh.

Im Leutschebach dräie s jetzt statt em Bestatter

Mit em Christoph Darbellay de Begatter.

Die Stadtammannwahlen beginnen die Clochards mit einem «a zelle Bölle schelle», und das endet so:

Drum schlönd mir zur Wahl vor, s wär wundervoll:

Als Amme – s wär toll – de Papa Moll.

Statt CH. heisst es bei der routinierten Klamauktruppe CH.a CH.a CH.a; sie trauern ein bisschen Fidel Castro nach, mit der Front einer alten Limousine. Hier über Donald Trump:

En Schnitzel über d Trump, das isch scho fruschtig!

Will de Typ, de isch jetz gar nid luschtig.

Er isch leider no schlimmer als sin Ruef.

Ich frog mi einzig, w’asch sind Coiffeur vo Bruef!

Die Lehrperson bei CH.a hat sich mit Bildungsinitiative und Lehrplan 21 auseinandergesetzt.

Neue Lehrplan? Säg emol, was wänd s?

Was söll das? Warum denn 21?

Und es isch klar mini Kompetänz,

Ob ich lerne oder eifach schwänz!

Und CH.a in Sachen Haifisch und Krähensuppe:

De Form&Wohne-Schmid leit sich es Ei.
Posted es Foti mit eme gschützte Hai!

Im Öko-Jenny isch das völlig schnuppe

Er het s Rezäpt für d Bio-Chräie-Suppe.

In erhellender Aufmachung und wie immer sympathisch-musikalisch sind die Schlümpfe unterwegs. Die Verse stehen dem um nichts nach; hier pro Beni Schmid an den Stadtammannwahlen:

Au verträte und am Start,
Mit Brillegstell und feinem Bart,

Dr Oberhippster vo de Spanischbrödlizunft –

Fasnacht im Bluet – das spricht für Vernunft.

Und über den vorzeitig ausgeschiedenen Kandidaten Reto Schmid und einem Exkurs um exotische Badener Beizen (Schlümpfe):

Doch ganz im Gheime, wer hätt s dänkt,
Het Bade am Stadtadel en Hochgnuss gschänkt.

Dank em Reto Schmid git s im Fischer-Club

En lecker-feini Hai-Fisch-Supp’.

. . . und:

Für de Reto wär s grad de richtig Moment gsi,

Dank em Blick isch er jetzt i de Hai-Society!
D Standpauke greift die Regierungsratswahlen auf:

D Franziska Roth wott mit Getöse
S Schuelproblem mit Ritalin löse.
Saisch so öppis, denn zeigt das schlicht:

Bisch selber nid ganz bildigsdicht!

Und oft pointiert dann der Nachsatz:
Ebe jo: Wenn d nüt lernsch, chasch au nüt vergässe!

Die Bloser Clique, unermüdlich seit 65 Jahren unterwegs, setzt im Rentenalter eher aufs Verkaufsgeschäft ihrer Markenartikel. Darum nochmals die Clochards als Sprösslings-Gruppe, zum Blechpolizzisten:

Alli wüssted s, die Junge und Alte:
Am ne Rotliecht bi Rot müässt me halte!

Nur de Keller, wenn s blitzt, ihn de Radar schtört,

Dä gseht scho rot, wenn er nur rotgrüen ghört.

Und Ultimo Giro zum selben Thema:

Im Gschtüehl wirsch blitzt es bizzeli,
Wänn d dure fahrsch bi Rot.

E Foti macht das Blitzerli –

Bisch halt en Vollidiot!

Mit Musik, Gesang und träfen, teils ziemlich deftigen Sketches holen Ultimo Giro die Lacher ab. So, wie jede Bank auf ihre Weise ihr Programm gestaltet, zeigt sich Baden wie eh und je von der ganzen Schnitzelbank-Breite. Allerdings ist bei den Bänklern nicht zu übersehen, dass die Anzahl klein und die Personaldecke dünn ist, und man nur hoffen kann, dass in den nächsten Jahren keine Aktiven den vorzeitigen Ruhestand aufsuchen. Junge kreative Kräfte sind auf guten Wegen, und die Steigerung vom letzten zu diesem Jahr ist unüberhörbar. Letzteres trifft jedoch – wie eingangs erwähnt – nicht unbedingt fürs Publikum zu. In diese Richtung geht der diesjährige Aufruf für Qualitätsverbesserung. Samstag und Sonntag sind die Banken nochmals zu sehen und zu hören.

Fasnacht im Aargau – die schönsten Bilder: