Baden

Die schönsten LED-Lichter und Engel der Schweiz verabschieden sich wieder

Die Demontage der Weihnachtsdekoration nimmt der Stadt den letzten weihnachtlichen Glanz.

Seit dem Lichterwecken am Mittwoch vor dem ersten Advent bis zum Dreikönigstag schmückten Engel und bunte Lichter die Badener Altstadt. Gestern haben Christian Häfeli und Pascal Hatt von den Regionalwerken begonnen, die Dekoration wieder abzuhängen. «Bereits zum 30. Mal demontiere ich die Weihnachtsdekoration», so Häfeli. Die weihnachtlichen Überbleibsel, die Engel und Kabel mit den farbigen LED-Birnen, werden mit einer Hebebühne vom «Himmel» geholt. Am Morgen konnten bereits alle Engel weggebracht werden. Der ganze Klimbim und die Ersatzteile lagern von Januar bis Oktober in einem grossen Raum des Kraftwerks unten an der Limmat. Dort halten die 22 Engel bis zu ihrem nächsten Einsatz einen «Sommerschlaf». Nebst den schlafenden Engeln werden dort die Lichter in Kisten gelagert sowie die Ersatzteile.

«Dieses Jahr mussten wir rund 20 bis 30 Lämpchen auswechseln», sagt Häfeli. Die Farben reichen von Zitron über Pink bis Dunkelrot und es ist exakt vorgegeben, welche Farbe, in welche Halterung kommt. «Die Vorbereitung und Montage dauert jeweils rund vier Wochen, dabei muss alles kontrolliert werden», sagt Häfeli. Der Abbau hingegen dauere etwa zwei Wochen.

Der schönste Glanz im Land

Bunte Lichter und Engel gibt es in Baden seit 2007, vorher verbreiteten leuchtende Glocken Weihnachtsstimmung. «Die ‹neue› Beleuchtung ist etwas aufwendiger zum Montieren», sagt Häfeli. Entworfen wurde das farbenfrohe Lichtermeer vom renommierten Künstler Willi Walter, von dem auch die bekannte Lichterdekoration Lucy an der Zürcher Bahnhofstrasse stammt; die Engel aus Styropor und Polyester sind angefertigt nach einem Entwurf des az-Karikaturisten Silvan Wegmann. Christian Häfeli war bei der ganzen Planung des Projekts von Anfang an dabei. «Ich bohrte auch alle die Löcher für die Halterungen in die Gebäudefassaden.» Das sind viele Löcher, denn die Beleuchtung umfasst nebst der grossen «Lichterkugel» am Schlossbergplatz und dem «Sternenhimmel» am Bahnhofplatz den «Lichterturm am Löwenplatz und die «Lichtersäulen» am Cordulaplatz sowie den langen «Lichtvorhang» der Badstrasse. Beleuchtet werden jeweils auch die Rathausgasse, die Weite Gasse, Obere und Untere Halde/Kronengasse sowie Obere und Mittlere Gasse. Kurzum: die gesamte Flanierzone der Badener Innenstadt.

Die festliche Dekoration von Walter und Wegmann wurde im Herbst von Radio SRF 1 zur schönsten der ganzen Schweiz auserkoren. Die Ästhetik wurde bei dem Städteranking von einer Fachzeitschrift für Lichtdesign, bewertet. Speziell am heimeligen Lichtermeer in Baden ist, dass es eine sehr gute Ökobilanz aufweist im Vergleich zu den anderen fünf Städten. Lediglich St. Gallen kann mit Baden mithalten. Das Lichtkunstwerk wird von 100 Prozent lokal produziertem Wasserstrom betrieben. In den Nächten der Advents- und Festtagszeit, wenn die Lämpchen 1,8 Kilometer von Badens Strassen beleuchten, werden die Strassenlaternen ausgeschaltet. Für die LED-Lichterketten gibt es einen extra Stromkreislauf, der beim Lichterwecken auf Christian Häfelis Kommando eingeschaltet wird. «Das funktioniert etwa so, wie wenn man zu Hause den Boiler ein- und ausschaltet.»

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