Baden
Die schönsten Flamenco-Perlen der letzten 30 Jahre

Die Stadt Baden hat am Samstagabend einmal mehr ihren Status als Kulturstadt bewiesen: Bis auf den letzten Sitzplatz ist das Kurtheater zum Saisonauftakt besetzt.

Salomé Meier
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Brigitta Luisa Merki (Mitte mit den roten Haaren), Choreografin, beschreibt die Jubiläumsproduktion: «Es ist ein kurzer wehmütiger Blick zurück auf dem Weg nach vorn»
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Sonja Müller, 25, Baden «Ich finde es dieses Mal speziell aufgezogen. Die Tanzcompagnie kenne ich, da es Freunde meiner Eltern sind, schon länger. Ich habe sie schon in der Kirche in Königsfelden auftreten sehen, da liess der Raum natürlich vielmehr Spielraum zu als hier.»
Valentina Sofia Iseli, 22, Wettingen «Mir gefällt die Vorstellung sehr, für mich ist es das erste Mal Tanzcompagnie Flamencos en route. Von den Stücken gefallen mir insbesondere die Gruppenauftritte, die Energie und Dynamik darin sind fesselnd!»
Nicole Meier, 39, Wettingen «Für mich ist ein wunderschöner, erfüllender Abend zu Ende gegangen. Die Harmonie von Musik und Tanz war berührend und ging mir persönlich sehr nah.»
Heiz Baumgartner, 49, Künten «Mir hat die Vorstellung sehr gut gefallen. Es war abwechslungsreich, immer wieder überraschend und sehr poetisch. Es war mitunter eine der besten Vorstellungen, die ich von der Compagnie erleben durfte.»
Daniela Kljajic, 42, Künten «Ich fand die Aufführung zauberhaft, wunderschön. Sie war durchwegs berührend und stimmte, gerade mit der Abschlussszene, die doch fröhlich war.»
Flamencos en route, Kurtheater Baden

Brigitta Luisa Merki (Mitte mit den roten Haaren), Choreografin, beschreibt die Jubiläumsproduktion: «Es ist ein kurzer wehmütiger Blick zurück auf dem Weg nach vorn»

Salomé Meier

Zur offiziellen Jubiläumsfeier präsentiert die Tanzcompagnie Flamencos en route «perlas peregrinas» – die wandernden Perlen. Der Titel ist eine Anspielung auf die wohl berühmteste und auffallendste Perle «La Peregrina», die in ihrer 500-jährigen Geschichte vom Spanischen Hof aus in viele königliche Schmuckschatullen pilgerte.

Britta Luisa Merki, die sich seit 1984 mit Leidenschaft für Flamencos en route engagiert und seit 20 Jahren die künstlerische Leitung der Compagnie innehat, steht am Samstagabend gerührt vor dem vollen Saal: «Für mich ist das heute ein sehr bewegender Moment. Ich weiss noch, als wäre es gestern gewesen, als wir vor 30 Jahren, eben hier, im grossen Kurtheater, stolz unsere erste Produktion zeigen durften.» Zwar seien sie ja immer «en route», aber es sei ein schönes Gefühl wieder im Kurtheater aufführen zu dürfen, denn «wir haben das Gefühl, von hier getragen zu werden», erzählt sie.

An diesem Abend besinnt sich die Choreografin in den Stücken auf wertvolle Perlen ihrer 30 Jahre dauernden Pilgerreise mit Flamencos en route, zum anderen zeigt sie neue Wege des Tanzes auf. «Es ist ein kurzer wehmütiger Blick zurück auf dem Weg nach vorn», beschreibt sie die Jubiläumsproduktion.

Leidenschaft entflammt Publikum

Und diese Rührung, von der Britta Luisa spricht, sollte während des Abends auch auf das Publikum überspringen. Das Rauschen sich fliessend bewegender Röcke und wallender Gewänder, das rhythmische Klacken von Flamenco-Schuhen auf Holzboden, spanische Gitarrenklänge und Trommelwirbel. So still und gebannt ist das Publikum, dass sogar das leise Atmen der Tänzer vernommen werden konnte. In keinem anderen Tanz als dem Flamenco wird Bewegung so fliessend zum Teil der Musik.

«Dieser Flamenco ist Poesie», schwärmt ein Besucher. Fest steht: Die feurige Leidenschaft und Energie der Tänzer entflammt auch das Publikum. In der Pause und beim anschliessenden Apéro riche gibt es für die Zuschauer die Möglichkeit, der gelungenen Aufführung noch etwas nachzuhängen und sich bei einem guten Glas Wein und Häppchen auszutauschen.

Weitere Aufführungen

21. Oktober, 20 Uhr: Kurtheater Baden (Vorverkauf);

24./25./26. Oktober: Teatro Dimitri Verscio;

28./29. Oktober: KKL Luzern;

19. November: Eröffnung Tanztage Olten;

27./28./29. Dezember: Dampfzentrale Bern.

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