Baden
Die Schulhausplatz-Kreuzung ist offiziell eröffnet

Mit einem grossen Fest ist der neu gestaltete Schulhausplatz in Baden - eine der meist befahrenen Kreuzungen in der Schweiz - nach drei Jahren Bauzeit feierlich eröffnet worden.

Martin Rupf
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Der 18. August ist ein spezielles Datum in Baden. Vor einem Jahr begann an diesem Tag die Badenfahrt 2017, heuer wurde der neu gestaltete Schulhausplatz in Baden feierlich eröffnet.

Auch wenn die Kreuzung faktisch schon seit vier Monaten wieder aus allen Richtungen befahrbar ist und auch wenn der Bus-Tunnel noch nicht in Betrieb ist, so war es für die Badener, die Region Baden, ja den ganzen Kanton ein wichtiger Tag, was nicht zuletzt die Anwesenheit zahlreicher Gemeindeammänner der umliegenden Gemeinden bewies. Endlich, nach drei Jahren Bauzeit, konnte eine der meistbefahrenen Kreuzungen der Schweiz offiziell eingeweiht und eröffnet werden.

Die Bilder der Eröffnung:

Regierungsrat Stephan Attiger (Mitte) und Badens Stadtammann Markus Schneider (rechts) geben sich als Verkehrspolizisten alle Mühe.
33 Bilder
Die Musikgesellschaft Badenia spielte auf.
Stadtpfarrer Stübi begrüsst zur interreligiösen Feier.
Es folgen weitere Eindrücke vom Einweihungsfest.
Wettingens Ammann Roland Kuster mit Neuenhofs Frau Ammann Susanne Voser und Fabian Engel (links), Vizekommandant der Badener Feuerwehr.
Attiger bei seiner Festrede.
Schneider spricht zum Publikum.

Regierungsrat Stephan Attiger (Mitte) und Badens Stadtammann Markus Schneider (rechts) geben sich als Verkehrspolizisten alle Mühe.

Alex Spichale

Attiger und Schneider dirigieren Verkehr

Um dieser Eröffnung die nötige Symbolik zu verleihen, platzierten sich kurz vor 10 Uhr am Samstag mitten auf der Kreuzung der Badener Regierungsrat und Baudirektor Stephan Attiger und der Badener Stadtammann Markus Schneider, um die aus allen vier Richtungen heranfahrenden Busse mit den geladenen Gästen sicher über die Kreuzung zu dirigieren. Sogar die Linie 68 nach Woodstock, betrieben von der Spanischbrödli-Zunft, passierte die Kreuzung ohne nennenswerte Probleme.

In den anschliessenden Ansprachen richteten Attiger und Schneider vor allem einen grossen Dank an alle Beteiligten und vor allem die Anwohner, die während der dreijährigen Bauzeit einiges an Lärm und sonstigen Einschränkungen hätte auf sich nehmen müssen. «Die Operation am offenen Herzen ist gelungen, dem Patienten geht es besser denn je», sagte Attiger in Anspielung an seine Ansprache anlässlich des Spatenstichs.

Der Schulhausplatz sei nicht nur die bisher grösste, sondern auch die komplexeste Strassenbaustelle des Kantons gewesen. Die Arbeiten auf drei Verkehrsebenen – oberirdische Kreuzung, Fussgängerpassage und Bustunnel – hätten die Verantwortlichen vor grosse Herausforderungen gestellt, die sie mit Bravour gemeistert hätten.

«Der zeitliche und finanzielle Rahmen wurde eingehalten, der befürchtete Verkehrskollaps während der Bauzeit ist ausgeblieben und – das Wichtigste – das Projekt ist unfallfrei und ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne gegangen», betonte Attiger erfreut. Dass der ganze Bustunnel und damit auch die neue Bushaltestelle beim ehemaligen «Cachet»-Haus erst im Frühling 2019 eröffnet werden könne, sei vielleicht gar nicht so schlecht. «Dann können wir vielleicht beim Schlossbergplatz nochmals ein Fest feiern.»

Die Frage, ob sich die 100 Millionen Franken nun gelohnt hätten, könne mit Ja beantwortet werden, so Attiger. Seit der letzten grossen Umgestaltung des Schulhausplatzes in Baden vor über 40 Jahren habe sich der Verkehr mehr als vervierfacht. Das habe zu Schäden an der Infrastruktur geführt, eine Sanierung sei unumgänglich gewesen. «Die Investitionssumme ist stark zu relativieren: ein Grossteil davon ist für ohnehin notwendige Sanierungsarbeiten eingesetzt worden. In die eigentliche Neugestaltung des Schulhausplatzes ist nur ein Teil der Summe geflossen.»

Schneider: "Vorstadt ist jetzt besser ans Zentrum angebunden"

Ums Feiern war es auch Markus Schneider zumute. Er betonte die Bedeutung des Jahrhundertprojekts für Baden: «Der neu gestaltete Schulhausplatz ermöglicht optimierte Verkehrsbeziehungen. Die Auftrennung in verschiedene Ebenen sorgt für eine nachhaltige Entflechtung und Verflüssigung der Verkehrsströme.» Sei es für die Durchfahrt, aber auch für die zuverlässige und sichere Erreichbarkeit des Stadtzentrums. «Die Vorstadt ist mit der grosszügigen Platzgestaltung und der attraktiven Cordulapassage besser ans Zentrum angebunden.»

Sowohl Schneider als auch Attiger unterstrichen, dass die Neugestaltung des Schulhausplatzes die Stadt Baden noch attraktiver mache und dass alle Verkehrsträger gleichermassen profitieren: motorisierter Individualverkehr, öffentlicher Verkehr sowie Fuss- und Radverkehr. Dem pflichtete Hubert Kirrmann, Präsident Pro Velo Region Baden, bei: "Das Ganze ist besser herausgekommen, als wir gedacht haben." Seitens Pro Velo begrüsse man vor allem das Nebeneinander von Fussgängern und Velofahrern, "was natürlich gegenseitige Rücksichtnahme erfordert", so Kirrmann.

Volksfest bis spät in die Nacht

Nach ihren Ansprachen erhoben Attiger und Schneider ihre Gläser, um mit den Gästen und der Bevölkerung auf die Eröffnung anzustossen und auf das grosse Fest überzuleiten. Nach dem offiziellen Teil und einer interreligiösen Feier startete das grosse Eröffnungsfest für die Bevölkerung unter dem Motto "Ciao, ciao, Piazza Insalata!".

In der neuen Cordulapassage und rund um den Schulhausplatz wird bis spät Abends für jeden Geschmack und jedes Alter etwas geboten: Gastronomie- und Verkaufsstände, Spiel, Sport, künstlerische Dabietungen, ein Rahmenprogramm für Kinder und Familien und vieles mehr. So treten etwa Frank Powers, Songcircle mit Hendrix Ackle und Adrian Stern, Al Pride oder Simon Libsig auf.