Baden
Die Seniorenresidenz Freihof verschwindet in der Schublade

Das Verwaltungsgericht stützt die Beschwerde gegen das Vorhaben der Stiftung Gesundheitsförderung, eine Seniorenresidenz neben der Rehaklinik Freihof zu realisieren. Für Stiftungspräsident Beat Edelmann kommt der Entscheid aber nicht überraschend.

Roman Huber
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Visualisierung der Seniorenresidenz – Blick von der Limmatpromenade her. Egli Rohr und Partner

Visualisierung der Seniorenresidenz – Blick von der Limmatpromenade her. Egli Rohr und Partner

Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden versorgt das langjährige Projekt einer Seniorenresidenz neben der Rehaklinik Freihof in der Schublade. Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde eines Nachbarn gegen die Baubewilligung der Stadt Baden (vom Januar 2008) in zweiter Instanz gestützt. «Dieser Entscheid kommt für uns nicht überraschend», kommentiert Stiftungsratspräsident Beat Edelmann. Hauptgrund für die Ablehnung war die ungenügende Parkierungslösung mit Autolift und 30 unterirdischen Abstellplätzen. Das Verwaltungsgericht hat weitere kritisierte Punkte wie die Einpassung ins Quartier offengelassen.

Begrabene Projekte

Die Seniorenresidenz ist nicht das erste Projekt, das in diesem Gebiet scheiterte. Ende der 80er-Jahre scheiterte das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Projekt für eine Seniorenresidenz auf dem Areal des Römerbades. Mitte der 90er-Jahre war es das hochfliegende Projekt Riverfront Center israelischer Investoren, die bei der Verenahof AG einsteigen wollten. Um 2000 wollte die Luzerner Immobilienfirma Starimo das «Schiff» unter seinem früheren Namen «Quellenhof» als neues Hotel auferstehen lassen. Auch diese Pläne verflogen nach erstem Widerstand. (-rr-)

Ein langes Kapitel abgeschlossen

Während seit einigen Jahren in Ennetbaden Projekt um Projekt realisiert wird, harzt es auf der Badener Seite seit langem. Das Projekt Seniorenresidenz geht auf die Zeit vor dem Zusammenschluss der Stiftungen Rehaklinik Freihof und Bad Zurzach zurück. Einer der Initianten war Oskar Matter, heute noch Stiftungsrat. Er hatte das Präsidium der Stiftung Rehaklinik Freihof vor deren Aus übernommen und mit dem Zusammenschluss mit Bad Zurzach und Braunwald den Betrieb gerettet.

Am 22. Dezember 2006 stellte die az an dieser Stelle das Projekt einer Seniorenresidenz an der Limmat vor. Die Stiftung Rehabilitationsklinik Freihof, damals frisch zur Reha Clinic Baden Zurzach Braunwald zusammengeschlossen, wollte neben der bestehenden Rehaklinik 57 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 8800 Quadratmetern erstellen.

Synergien erhofft

Man stützte sich damals auf die steigende Nachfrage altersgerechter Wohnungen in der Region. Mit einer Seniorenresidenz in nächster Nähe zu einer medizinischen Einrichtung versprach man sich bei der Stiftung einige Synergien.

An diesem städtebaulich schwierigen Ort gestaltete das Architekturbüro Egli Rohr und Partner ein Gesamtprojekt, das auch den Weiterbestand des «Freihofs» gesichert hätte. Die Stadt Baden erteilte im Januar 2008 die Baubewilligung. Dagegen reichte jedoch ein Nachbar mit Erfolg Beschwerde ein. Angesichts der Revision der städtischen Bau- und Nutzungsordnung liess man die Baubewilligung per Gerichtsentscheid über längere Zeit sistieren. Vor etwas mehr als einem halben Jahr drängte jedoch das Verwaltungsgericht zum Aufräumen. Dies ist nun mit dem neusten Entscheid geschehen.

Stiftung setzt auf Bäderquartier

Die Stiftung beabsichtigt die Liegenschaft Freihof zu verkaufen, sobald die Projekte der Verenahof AG im Bäderquartier realisiert sind. «Die Seniorenresidenz ist für uns kein Thema mehr, denn wir konzentrieren uns voll und ganz auf die Projekte im Bäderquartier», erklärt der Bad Zurzacher Anwalt Beat Edelmann. Dort möchte die Stiftung, im Gebäude des Hotels Verenahof mit der Rehaklinik und einem Gesundheitshotel einziehen. Das «Bad Zurzacher-Modell» – Klinik und Thermalbad nebeneinander – soll laut Beat Edelmann hier zum Tragen kommen.

Wegen des «Verenahofs» respektive der architektonischen Vorbehalte seitens Baubehörde und Denkmalpflege hat sich die Baueingabe verzögert. Stein des Anstosses bildet die Kuppel auf dem Gebäude, wie sie im Projekt von Mario Botta vorgesehen ist. Diese wird von der Denkmalpflege und der Baubehörde als unsensibel erachtet. Bei der Stiftung ist man guten Mutes, dass hier bald eine einvernehmliche Lösung gefunden werden könne. Die Baugesuche für die Projekte im Bäderquartier sollen laut Benno Zehnder von der Verenahof AG Anfang 2014 im Gesamtpaket eingereicht werden.