Sie ist eine der grössten Spitex-Organisationen im Kanton Aargau: die Spitex Heitersberg. Der gemeinnützige Verein beschäftigt 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und umfasst ein Einzugsgebiet von 35 000 Einwohnern. «Wir sind in den letzten Jahren sehr stark gewachsen», sagt Geschäftsführer Bircan Gültekin. Aus diesem Grund will sich die Pflegeinstitution auf strategischer Ebene neu ausrichten.

«Unser Ziel ist es, die Spitex Heitersberg in eine Aktiengesellschaft mit gemeinnützigem Zweck umzuwandeln», erklärt Präsident Lukas Fus. Im Vergleich zu einem Verein könne man mit einer solchen Rechtsform schneller auf Gegebenheiten reagieren und Entscheidungen treffen. «Indem wir unseren Betrieb professionalisieren, profitieren nicht zuletzt auch unsere Klientinnen und Klienten.»

Erleichterung für Pflegebedürftige

Künftig möchte die Spitex Heitersberg «alles aus einer Hand» bieten, wie Geschäftsführer Gültekin sagt. «Wir streben eine Zusammenarbeit mit möglichst vielen Organisationen und Vereinen in der Region an.» Wenn Pflegebedürftige nicht mehr von einem Ort zum anderen springen müssten, sei das eine grosse Erleichterung für sie.

Weiter will die Spitex Heitersberg ihre Dienstleistungen ausbauen, etwa im psychiatrischen Bereich. «Unsere Gesellschaft wird immer älter, der Leistungsdruck nimmt zu. Das wirkt sich auch auf Seniorinnen und Senioren aus», sagt Claudia Wippl, Leiterin Pflege. Mit gezielter Prävention könne man entgegenwirken, dass ältere Menschen in eine Depression fallen – oder schlimmer noch – sich das Leben nehmen. «Wir wollen vermehrt zu den Leuten vordringen und ihre Bedürfnisse aufspüren», sagt Wippl.

Dass die Spitex Heitersberg stark gewachsen ist, hat mit der Fusion im Jahr 2013 der drei Spitex-Organisationen «Rohrdorferberg», «Fislisbach-Birmenstorf» sowie «Mellingen und Umgebung» zu tun. Heute erbringt sie Dienstleistungen für zwölf Gemeinden.

Aber nicht nur die Fusion hat dazu geführt, dass die Spitex gewachsen ist. «Die Bedürfnisse haben sich verändert. Immer mehr Menschen möchten zu Hause gepflegt werden», sagt Geschäftsführer Bircan Gültekin. Zudem würden Spitäler heutzutage ihre Patienten früher entlassen, was ebenfalls dazu führe, dass die Spitex entsprechend mehr Personal aufbieten müsse.

Letzteres sei nicht immer einfach, fügt er an: «Der Markt ist ausgetrocknet. Für uns ist es eine Herausforderung, qualifiziertes Personal zu finden.» Mit der Professionalisierung der Spitex Heitersberg soll diese nicht nur gefestigt, sondern auch als Arbeitgeber attraktiver werden. «Das Gesundheitssystem befindet sich in einem Wandel. Dem müssen wir gerecht werden», sagt Gültekin.

Ein erster Schritt in Richtung Professionalisierung hat die Spitex Heitersberg bereits gemacht: Per Anfang Jahr wurde der Vorstand mit vier neuen Mitgliedern besetzt. Darunter sind Vertreter der Vertragsgemeinden aber auch Fachpersonen aus Medizin und Pflege. «Mit dem zusätzlichen Know-how sind wir für die Zukunft gut gerüstet», sagt Präsident Fus. Das zeige auch die bestandene Qualitätsprüfung durch den Kanton im letzten Jahr.

Damit der Verein die angestrebte Rechtsformänderung vollziehen kann, muss die Generalversammlung grünes Licht geben. Ebenso ist notwendig, dass die Stimmberechtigten der zwölf Gemeinden zur Umwandlung Ja sagen. Läuft alles nach Plan, soll die Spitex Heitersberg AG per 1. Januar 2020 ihren Betrieb aufnehmen.