«Die Zustimmung zu diesem Kredit bedeutet noch kein Ja zu einem Projektierungskredit», betonte Gemeinderätin Heidi Maurer, die an der Gemeindeversammlung den Antrag des Gemeinderates vertrat. Mit den 30 000 Franken sollen jetzt weitere Abklärungen über einen System-Hallenbau im Gebiet Grosswiesen angestellt werden, wie er vom Handballclub Ehrendingen vorgeschlagen worden ist.

Steuerfuss wird ein Thema

Diese Abklärungen betreffen neben der Dimensionierung und dem Konzept der Halle auch die Nutzung sowie die Erstellungs- und Betriebskosten und insbesondere deren Finanzierung. Geprüft werden soll dabei auch das Modell eines Public Private Partnership, das heisst der Beteiligung des Handballclubs an Investitionen und Betriebskosten. Denn der Gemeinderat macht keinen Hehl daraus, dass «auch eine kostengünstige Halle ohne eine entsprechende Anpassung des Steuerfusses nicht zu haben» ist. Mit der Vorlage des separaten Kreditbegehrens für weitere Abklärungen wollte der Gemeinderat wohl auch gewissermassen den Puls des Volkes fühlen. Schliesslich gehört der Entscheid über das weitere Vorgehen in Sachen Sport-/Mehrzweckhalle zu seinen Legislaturzielen.

Von der Versammlung wurde der Kredit für die Erarbeitung von Grundlagen – und damit wohl auch die Idee einer Sporthalle an sich – gut aufgenommen. Fragen wurden zur Mitbenutzung der Halle, unter anderem durch Musikvereine, aber auch zu den Kosten gestellt.

«Wir wollen etwas bewegen», betonte Peter Steimer, der Präsident des Handballclubs Ehrendingen, in einem flammenden Votum. «Es braucht Mut, etwas für das Dorf und die Region zu investieren.» Er wies auf die Bedeutung der Vereine auch für die Jugendförderung hin und rief dazu auf, «für die Jugend und für Ehrendingen unternehmerisch zu handeln».

In der Abstimmung wurde der Kredit von 30 000 Franken für die vorgesehen Abklärungen mit grossem Mehr bei 32 Gegenstimmen gutgeheissen.

Die Gemeindeversammlung, zu der Gemeindeammann Hans Hitz 275 der 3109 Stimmberechtigten begrüssen konnte, genehmigte ohne Diskussion den neuen Stellenplan der Gemeindeverwaltung; die Anpassung des Kostentarifes für Feuerungskontrollen sowie Kredite für die Erneuerung der Strassenbeleuchtung (600 000 Franken) und für die Neubekleidung der Feuerwehr (195 000 Franken). Mit grossem Mehr und ohne Gegenstimmen gutgeheissen wurden auch das Budget 2016, das unter dem Strich einen Aufwandüberschuss von 105 000 Franken vorsieht, und der unveränderte Steuerfuss von 110 Prozent. Wie der Gemeindeammann sagte, «ist aber davon auszugehen, dass man im kommenden Jahr über den Steuerfuss reden wird».