Baden

Die Stadt hat endlich ihre «Rose» zurück – was die Gäste erwartet

Das traditionsreiche Lokal an der Weiten Gasse in Baden feiert am Samstag Wiedereröffnung – mit einer neuen Wirtin und einigen Monaten Verspätung.

Nach einem gut einjährigen Umbau öffnet heute das Restaurant Rose in Baden endlich wieder seine Türen. Eigentlich hätte das renovierte Lokal schon Anfang des Jahres eröffnen sollen. Doch es gab Verzögerungen im Innenausbau ­– und dann kam Corona. Die Holztische vor der Bar in der Weiten Gasse hatten es in den letzten Tagen schon angedeutet, jetzt ist es soweit: «Nach einem Testessen am Dienstag und zwei geglückten Probeabenden haben wir am Samstag erstmals ganztags offen», sagt die neue Gastgeberin Vanessa Ramaglia.

Wer das Lokal betritt, riecht den feinen Geruch von Holz und neuem Leder. Die «Rose 1434», wie die Bar und das Restaurant jetzt offiziell heissen, wurde in warmen Brauntönen und mit viel Liebe zum Detail umgebaut. Das historische Treppenhaus ist ebenso erhalten wie der denkmalgeschützte Rosensaal im ersten Stock. Er dient nun als «Eventsaal» für Veranstaltungen, aber auch als erweiterter Barbereich. Vom Saal aus sieht man durch die gotischen Fenster die Passanten in der busfreien Weiten Gasse bummeln.

Seit bald 600 Jahren ein Gasthaus

Das Restaurant Rose hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Das Haus wurde um 1434 als spätgotischer Gasthof gebaut und steht seit 1947 unter kantonalem Denkmalschutz. Im 20. Jahrhundert wurde das frühere Hotel mehrfach umgebaut, in den Obergeschossen entstanden Wohnungen.

Nach dem plötzlichen Tod des Rosenwirts Urs Eggenschwiler übernahm im Sommer 2017 das Wirtepaar Bergan und Erdal Dogan die «Rose». Sie gewannen rasch eine grosse Stammkundschaft. Nach dem Verkauf des Hauses haben sie vor kurzem mit ebenso viel Elan das neue Restaurant Langhaus eröffnet. Denn vor zwei Jahren suchten die Erben der Bierbrauerfamilie Müller einen Käufer für die «Rose». Der Turgemer Unternehmer Markus Schön, der auch das ehemalige Reformhaus an der Weiten Gasse («Walter-Bar», «Papa Oro’s») umbaute, bekam den Zuschlag.

Corona-Massnahmen lassen sich gut umsetzen

Vanessa Ramaglia, die neue Wirtin in der «Rose», hat viel Erfahrung in der Gastronomie, wie sie erzählt. Die 31-Jährige ist in Geroldswil aufgewachsen und wohnt im nahen Zürcher Unterland. Sie ist Mutter von 6-jährigen Zwillingen und hat zuletzt als Ausbildnerin in einer sozialen Einrichtung gearbeitet. «Ich würde gerne auch hier Lehrlinge ausbilden» sagt sie. Aber zuerst freue sie sich nun sehr auf den Start in der «Rose 1434».

Am Freitag gingen noch die letzten Handwerker ein und aus. Es ist derzeit recht luftig im Lokal: «Wegen der Corona-Massnahmen haben wir weniger Tische rund um die Bar und Paravents im Restaurantbereich. Wir halten uns strikt an die Regeln, das klappt hier gut», sagt Ramaglia.

Entrecôte Café de Paris nach einem Familienrezept

Das Lokal hat vorläufig unter der Woche nur abends und am Samstag jeweils den ganzen Tag geöffnet. Es gibt eine grosse Cocktailkarte mit rund 150 Spirituosen, davon fast 50 Gins, eine schöne Auswahl an europäischen Weinen, ausgezeichneten Kaffee von Hausbrandt aus Triest und eine kleine, aber sehr feine Speisekarte.

Auf der Karte stehen Kleinigkeiten wie Apéroplättli, aber auch Klassiker wie Wienerschnitzel, handgeschnittenes Rindstatar oder ein nach altem Familienrezept mit Café de Paris überbackenes Entrecôte. Und wenn der Regen vorbei ist, lädt endlich auch die neue Terrasse auf der Weiten Gasse zur Einkehr ein.

Aargauer Gastro-News 2020

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