Geht es nach den Stadträten soll der Einwohnerrat für die Sanierung der Liegenschaften an der Unteren Halde 5 und 7 den Baukredit von 4.854 Millionen Franken bewilligen. Das sind rund 700000 Franken mehr als in der Grobkostenschätzung veranschlagt war. Grund dafür ist der schlechte Zustand der Tragkonstruktion in Haus 7.

Sechs statt elf Wohnungen

Das Projekt des Zürcher Büros Horisberger Wagen Architekten liegt bereits seit einem Jahr vor. Der Beitrag «ungrhabi» setzte sich damals im Wettbewerb gegen 26 Konkurrenten durch (az vom 26. Januar 2012). Im Erdgeschoss der zwei Liegenschaften werden auch nach der Sanierung zwei Ladenlokale zur Miete angeboten. Je drei Wohnungen sind in den beiden Häusern vorgesehen: Vier 4-Zimmer-Wohnungen und je eine 3- und 5-Zimmer-Wohnung. Aktuell sind es in beiden Häusern zusammen elf Wohnungen, die allerdings deutlich kleiner sind als die geplanten Mietobjekte.

Wie hoch die Mieten ausfallen werden, steht zurzeit noch nicht fest. «Es wird sicher keine Luxuswohnungen geben», sagt Julius Schulz, Projektleiter der Stadt Baden. «Sie sind eher im mittleren Standard anzusiedeln.» Im Antrag des Stadtrates ist die Rede von ungefähr 3.5 Prozent Bruttorendite, welche die Wohnungen, die im Besitz der Stadt sind, abwerfen sollen. Bis Juni müssen die jetzigen Mieter ausziehen.

Das Gebäude an der Unteren Halde 7 gehöre zu den ältesten Steinhäuser der Stadt Baden, sagt Julius Schulz. Untersuchungen der Holzbalken haben gezeigt, dass der grabenseitige Teil des Hauses im Jahr 1340 gebaut worden ist.

Obwohl die Liegenschaft an der Unteren Halde 7 nicht unter Denkmalschutz steht, werden die alten Holzbalken nicht entfernt. Sie könnten zwar keine Stützfunktion mehr übernehmen, der Kern sei allerdings auch nach fast 700 Jahren noch immer in Ordnung, sagt Schulz. «Es handelt sich dabei um ein historisch spannendes Gebäude.» Deshalb soll die Bausubstanz der beiden Häusern so weit wie möglich erhalten werden. Das Gebäude an der Unteren Halde 5 steht seit 1974 unter kantonalem Denkmalschutz und ist «ein wichtiger Zeuge der mittelalterlichen Stadtentwicklung Badens», wie in der Vorlage steht.

Veranden auf der Südseite

Das genaue Alter des Hauses 5 ist bis anhin nicht untersucht worden, die Denkmalpflege geht aber davon aus, dass es sich dabei um einen spätmittelalterlichen Bau handelt. Dessen Struktur bleibt weitgehend unverändert. Im Unterschied zur Unteren Halde 5 bedarf Nummer 7 einer umfassenderen Renovation. Die Wohnungen in den Obergeschossen müssen neu konzipiert werden. Auf der Südseite (im Graben) beider Liegenschaften entstehen Veranden, sodass die Wohnungen einen grosszügigen Aussenraum aufweisen.

Stimmen die Einwohnerräte dem Baukredit zu, wird der Umbau voraussichtlich im August beginnen. Im Frühjahr 2015 können die ersten Mieter einziehen.