Baden

Die Stadt soll auf Elektrobusse setzen – als zweite in der Schweiz

So könnte sich eine Schnellladestation an einer normalen Haltestelle auf der Busstrecke präsentieren. (Visualisierung ABB)

So könnte sich eine Schnellladestation an einer normalen Haltestelle auf der Busstrecke präsentieren. (Visualisierung ABB)

Der Badener FDP-Einwohnerrat Philippe Ramseier wünscht sich einen innovativen Pilotversuch auf dem Netz der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW).

Es war das Seilbahn-Projekt vom Bahnhof Baden ins Bäderquartier, das vor wenigen Monaten als Alternative für den Bäderbus hier eingehend präsentiert wurde. Das ökologisch wie auch touristisch gesehen spezielle Projekt löste positive wie kritische Reaktionen aus. Doch jetzt geht es neu um Elektrobusse, die auf dem Netz der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) eingesetzt werden sollen. Das schlägt jedenfalls Philippe Ramseier, Einwohnerrat und FDP-Stadtratskandidat, mit seiner Anfrage vor. «Baden soll als zweite Stadt in der Schweiz reine Elektrobusse einführen», so lautet die Forderung von Ramseier.

Die Stadt Baden habe die Chance, ein innovativer Standort für die Mobilität zu werden, schreibt Ramseier in seiner Anfrage. Er stützt sich dabei auf die Stadt Genf, wo ab nächstem Jahr auf der sogenannten Flughafenlinie Elektrobusse fahren werden. «Wie in der Stadt Genf soll aber der Bus ohne Oberleitung auskommen», ergänzt er.

Ramseiers Hauptfrage, die er an den Stadtrat richtet, lautet darum: «Ist die Stadt bereit, die Voraussetzungen zu schaffen, damit ein Pilotprojekt in Baden umgesetzt werden kann? Im selben Zuge möchte er wissen, wann mit einem solchen Pilotprojekt in Baden denn gestartet werden könne.

Linie 1 wäre geeignet

Die Realisierung einer Linie mit reinen Elektrobussen würde sich am besten auf der Linie 1 zwischen Würenlos und Gebenstorf eignen, erklärt RVBW-Direktor Stefan Kalt, der sich für einen solchen Pilotversuch offen zeigt.

Zu den Kosten eines solchen Versuchs meint Ramseier, dass die Infrastruktur für eine neue Linie mit Batteriebussen gemäss bisherigen Erfahrungen halb so teuer sei wie diejenige für eine Trolleybus-Linie. Und die Anschaffungskosten für die Fahrzeuge seien vergleichbar, schreibt er in seiner Anfrage weiter.

In Genf wird ein Projekt zum Zuge kommen, das auf einer neuen, von der ABB entwickelten Ladetechnologie basiert. Diese ermöglicht es, dass die Bordbatterie des Busses auf der Fahrtstrecke an jeder vierten Haltestation innert nur 15 Sekunden mit 600 Kilowatt nachgeladen wird, wobei das Anschliessen lediglich eine Sekunde in Anspruch nimmt. An den Endstationen und auch im Busdepot lässt sich die Batterie dann innerhalb vier bis fünf Minuten vollständig aufladen.

Am ehesten ein Konsortium

Der Bus in Genf wird von einem Konsortium vorangetrieben. Beteiligt sind die Technologiefirma ABB Sécheron, die Genfer Verkehrsbetriebe TPG, das Energieunternehmen SIG und das kantonale Amt für Industrie- und Technologieförderung. «Für die Zukunft solcher Busse sollen weitere Städte einen Pilotbetrieb aufnehmen», fügt Ramseier an. Und: «Baden ist dafür prädestiniert. Ein Konsortium mit den RVBW, ABB und den Regionalwerken wäre doch ein Erfolgsgarant für den Einsatz von reinen Elektrobussen», ist der FDP-Einwohnerrat überzeugt.

In Genf ging der Auftrag an Bushersteller Hess sowie an die ABB. Der ABB-Auftrag allein umfasst 16 Millionen Franken. Darin eingeschlossen sind 13 Flash-Ladestationen an der Strecke, 3 Ladestationen an den Endhaltestellen und 4 im Busdepot. Dazu kommen die 12 Antriebslösungen in den Gelenkbussen samt Batterien auf dem Dach, die Traktionsrichter, die den Strom in die richtige Spannung bringen, und die Übertragungssysteme der elektrischen Energie. Zu den 16 Millionen Franken gesellen sich allerdings noch die Fahrzeugbeschaffungskosten.

Elektrobusse gelten gegenüber Dieselbussen als zukunftsträchtige Alternative für einen geräuscharmen und emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr, insbesondere im städtischen Bereich. In Genf bezeichnet der Staatsrat das Projekt als «Innovation und Meilenstein der urbanen Mobilität».

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