Ihm steht die Freude schon im Gesicht geschrieben, wenn er ans sanierte Stadthaus denkt: «Die Stadtansicht wird dann mit dem natürlichen Putz und der mineralischen Farbe fantastisch sein.»

Seit längerem hinausgeschoben

Stadtammann Stephan Attiger gesteht, dass die Stadthaus-Sanierung schon länger hinausgeschoben worden sei und jetzt angepackt werden müsse. Letztmals wurde die Fassade im Jahre 1969 angefasst. Inzwischen hat der Zahn der Zeit an den vier aneinander gereihten Bauten genagt. Es handelt sich um die Fassade des Schwibbogens (Torbogen am Ende der Rathausgasse) sowie der Zeile mit Stadthaus (Haupteingang Stadtverwaltung), Rathaus und Zeughaus.

Die Bilder, die Stalder von zahlreichen Stellen der drei Häuser zeigt, sprechen für sich: In den Rissen, die im Verputz bis auf die Mauer gehen, sammelt sich Wasser und gefriert im Winter. Risse und abgebröckelte Stellen hat es auch an Fenstersimsen und -bögen. Das Fresko der Uhr am Rathaus ist völlig verwittert, und auch die Dachpartien weisen nebst kaputten Ziegeln weitere Schäden auf.

Nebst den Verwitterungen präsentiert sich die Stadthauszeile an diversen Orten verschmutzt. «Ein Zustand, der auch nicht gerade den Ansprüchen ans Standortmarketing entspricht», sagt Stalder, und Attiger bestätigt selbstkritisch. Ausserdem werden alle Fenster mit Isolierverglasungen ausgestattet.

Spezialisten sind hier gefragt

Für 120000 Franken wurden im Jahr 2009 genaue Abklärungen getroffen. Damit konnten die Sanierungskosten ermittelt werden, die gesamthaft 2,994 Millionen Franken betragen werden. Weil das Stadthaus sowohl unter eidgenössischem wie kantonalem Denkmalschutz steht, subventioniert der Bund die Sanierung mit 140000 Franken, der Kanton mit 285000 Franken, womit sich die Nettokosten für die Stadt nur noch auf 2,587 Millionen Franken belaufen werden.

Laut Stalder arbeite man eng mit dem kantonalen Denkmalschutz zusammen. Zudem wurden Spezialisten beigezogen, welche die Arbeiten begleiten werden, unter anderem Castor Huser. Das sei bei so einem Objekt sehr wichtig, erklärt Stalder, womit sich gleichzeitig die hohen Honorarkosten begründen liessen. Für Stalder ist es nach dem Stadtturm und dem Schloss Stein die dritte Sanierung eines denkmalgeschützten historischen Bauwerks der Stadt.

20 Monate Sanierungsdauer

Der heutige Verputz wird vollständig durch einen mineralischen Putz ersetzt. Mineralisch und atmungsaktiv wird auch der geplante Farbanstrich sein. Den Grundputz wird man über den Winter austrocknen lassen. Erst im 2014 kommt der Deckputz und danach die Farbe, erklärt Stalder. Damit hat man beim Stadtturm beste Erfahrungen gemacht. Sanierungsbeginn wird Anfang 2013 sein, das Ende ist auf September 2014 terminiert. Während der ganzen Bauzeit ist ein Gerüst montiert.