Baden

Die Stelle des Sportkoordinators soll definitiv eingeführt werden

Andres Greter ist motiviert, als Badens Sportkoordinator weiterzuwirken.

Andres Greter ist motiviert, als Badens Sportkoordinator weiterzuwirken.

Der Badener Stadtrat legt dem Einwohnerrat die Sportanlagen-Analyse und das Sportleitbild vor. Dabei zeigt sich: Es fehlt die grosse Wettkampfhalle.

Klammert man Terrassenbad, Sportanlage Aue und Stadion Esp aus, fristete der Sport in Baden bislang eher ein stiefmütterliches Dasein. Das soll sich nun ändern. Der Stadtrat legt dem Einwohnerrat für seine Sitzung am 1. September ein sportliches Programm vor. Er präsentiert erstmals ein Sportleitbild für die Stadt Baden und legt eine Analyse der Sportanlagen vor. Ausserdem soll der Einwohnerrat die bislang provisorische Stelle eines Sportkoordinators in ein Definitivum überführen.

Stadtammann Geri Müller  sagt, warum Baden trotz Sparmassnahmen einen Sportkoordinator braucht.

Stadtammann Geri Müller sagt, warum Baden trotz Sparmassnahmen einen Sportkoordinator braucht.

Auslöser dieses sportlichen Efforts des Stadtrates war das Postulat des ehemaligen FDP-Einwohnerrates Peter Heer. Damit erhielt der Stadtrat den Auftrag, ein Sportkonzept für die Stadt auszuarbeiten und dem Einwohnerrat vorzulegen. Dieser beschloss im Oktober 2011 eine auf vier Jahre befristete Stelle eines Sportkoordinators (siehe Box).

Zu wenig Fussballfelder

Für das Gemeindesportanlagenkonzept (Gesak) hat der Sportkoordinator in Zusammenarbeit mit den städtischen Abteilungen die aktuelle Sportinfrastruktur aufgenommen und analysiert. Die Bestandesaufnahme hat ergeben, dass die Versorgung der Stadt mit Sportanlagen im kantonalen und schweizerischen Vergleich gut bis sehr gut ist. An der Analyse beteiligten sich auch 15 Grossvereine, 7 mittlere und 21 kleine Vereine, die insgesamt 4101 sporttreibende Mitglieder der Region vertreten. Es herrsche eine grosse Zufriedenheit über die Sportinfrastruktur, wobei insbesondere die Grossvereine auch Kritik und Einzelwünsche anbrachten, heisst es im Bericht. Es kamen zwar einige Mängel an den Tag.

Einzelne Sportvereine vermissen eine Dreifachhalle, in der Wettkämpfe und Spiele mit einer höheren Zuschauerzahl durchgeführt werden können. Abgesehen von der Sporthalle Aue und der Dreifachhalle der Kantonsschule gibt es keine Sporthalle, in der gewisse Ballsportarten wettkampfnah trainiert werden können. Ausserdem genügt keine Halle den Anforderungen, wie sie an internationale Begegnungen gestellt würden. Es mangelt in Baden im Vergleich an zwei zusätzlichen Fussballfeldern, um der Nachwuchsförderung in diesem Bereich genügen zu können. Als mangelhaft wird die Infrastruktur für Veranstaltungen in den Turnhallen erachtet. Laut Stadtrat sollen die aufgezeigten Mängel, soweit der Aufwand vertretbar ist, korrigiert werden.

Bei den Trendsporteinrichtungen für Jugendliche liegt Baden noch im Hintertreffen. Die Rollsportanlage Dättwil ist nach wie vor der einzige Ort. Auf der Wunschliste stehen eine Kletterhalle, für den Behindertensport ein Lift bei den Turnhallen in der Tannegg. Die gewünschte ganzjährig nutzbare Eishalle dürfte wohl eher ein Wettinger Thema sein.

Mehr Sport für die Bevölkerung

Das Sportleitbild umschreibt den Stellenwert von Bewegung und Sport für alle Bevölkerungsteile. Daraus haben sich verschiedene Handlungsfelder ergeben, in denen sportfördernde Massnahmen getroffen werden sollen. Das Leitbild beinhaltet ein Idealziel. Nach aussen soll die Stadt gemäss dem Slogan «Baden ist. Sport» ein sportliches Ansehen erhalten, nach innen bildet das Leitbild die Grundlage für alle, die sich in diesem Bereich aktuell und künftig engagieren.

Bei der Erarbeitung des Leitbildes waren nebst dem Sportkoordinator und der Sportkommission auch externe Fachexperten, Vereine aber auch alle betroffenen städtischen Abteilungen beteiligt. Die Schulpflege hat das Sportleitbild zustimmend zur Kenntnis genommen.

Auch die Strategiekommission hat das Leitbild grundsätzlich und die Handlungsfelder einstimmig genehmigt. Sie wünschte sich ausserdem eine verstärkte Regionalisierung im Sportbereich. Dieser wird im ersten Leitsatz des Sportleitbildes Rechnung getragen. «Auf eine regionale Koordination bei der Nutzung der Sportanlagen wurde verzichtet», erklärt Stadtammann Geri Müller. Damit würden Ansprüche an die Stadt gestellt, die sie nicht erfüllen kann.

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