Mägenwil
Die Steuern steigen und steigen – denn schwarze Zahlen gibt es keine

2014 hatten die Mägenwiler mit 85 Prozent noch den zweittiefsten Steuerfuss im Bezirk Baden. Dann ist er auf 90 Prozent gestiegen und soll jetzt sogar auf 96 Prozent klettern – denn die Gemeinde wird dieses Jahr keine schwarzen Zahlen schreiben.

Sabina Galbiati
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Mägenwil: Ein Steuerprozent entspricht hier rund 40 000 Franken.

Mägenwil: Ein Steuerprozent entspricht hier rund 40 000 Franken.

Dieter Minder

Das 2000-Seelen-Dorf Mägenwil konnte sich bis 2014 noch mit dem zweittiefsten Steuerfuss im Bezirk Baden brüsten. 85 Prozent betrug er damals. Auf der Spitzenposition steht nach wie vor Oberrohrdorf mit 85 Prozent.

Während viele Gemeinden um jedes Steuerprozent kämpfen, entschieden sich die Mägenwiler vor einem Jahr mit überwältigenden 138 Ja- zu 3 Nein-Stimmen für die Erhöhung des Steuerfusses auf 90 Prozent.

Geht es nach dem Gemeinderat, soll dieser Aufwärtstrend weiter gehen. Er beantragt an der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember eine Steuerfusserhöhung auf 96 Prozent.

9,61 Millionen Franken weist das Budget 2016 aus. Die Gemeinde wird aber trotz Steuerfusserhöhung nicht auf eine Schwarze Null kommen, sondern einen Mini-Aufwandüberschuss von 73 000 Franken ausweisen.

Noch bis vor wenigen Jahren konnte das Dorf dank der zahlreichen Firmen mit satten Einnahmen rechnen. Doch diese Rechnung geht wegen der Unternehmenssteuerreform nicht mehr auf.

«Dazu kommen der starke Franken und je nach Branche der Einkaufstourismus. Beide setzten den Unternehmen zu» sagt Finanzleiterin Renate Alt. Die Einnahmen aus den Gewinn- und Kapitalsteuern der ortsansässigen Firmen sinken.

Deshalb haben sich die finanziellen Rahmenbedingungen der Gemeinde weiter verschlechtert. Budgetierte die Gemeinde für dieses Jahr noch 1,55 Millionen Franken an Einnahmen aus Aktiensteuern, sind es im kommenden Jahr noch 1,2 Millionen. «250 000 Franken weniger ist für eine kleine Gemeinde wie Mägenwil viel Geld und das spüren wir», sagt Alt.

«Ein Steuerprozent entspricht in Mägenwil rund 40 000 Franken», sagt Alt. Die 6 Prozentpunkte mehr entsprechen demnach rund 240 000 Franken Mehreinnahmen bei den natürlichen Personen.

Damit will die Gemeinde die Sozialkosten decken. Diese steigen «massiv» von 1,3 Millionen auf 1,5 Millionen Franken, heisst es in den Infos zur Gemeindeversammlung. Dies, weil die Gemeinde im Vergleich zu den Vorjahren ab 2016 mit kostenintensiveren Sozialfällen rechnen muss.

Gemeindeammann Daniel Pfyl (SVP) weilt derzeit in den Ferien. Vizeammann Christian Habegger (parteilos) blickt der Gemeindeversammlung trotz Steuerfusserhöhung positiv entgegen.

«Wir haben den Stimmbürgern an den Versammlungen immer offen gesagt, dass wir einen realistischen Steuerfuss wollen», sagt Habegger. «Das entspricht unserer Gemeindepolitik. Im Gegenzug weiss die Bevölkerung, dass wir darauf angewiesen sind, die Steuern erhöhen zu können, wenn es nötig ist.»

Dass die Bevölkerung die letztjährige Steuerfusserhöhung so klar angenommen hat, zeige, dass die Strategie des Gemeinderats aufgehe und akzeptiert werde, sagt Habegger. «Wir hoffen, dass die Stimmbürger auch dieses Mal den Antrag annehmen.»

Steuer-Sprung für 2018 geplant

Nach einer Erhöhungspause 2017 droht 2018 bereits eine weitere Steuerfusserhöhung. Der Gemeinderat rechnet im Finanzplan ab 2018 mit einem Steuerfuss von 110 Prozent.

Dies, weil der Finanzplan 22 Millionen Franken an Investitionen über die nächsten fünf Jahre beinhaltet. Der Mammutanteil fällt dabei auf die Schulraumerweiterung mit dem Bau der Doppelturnhalle. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf 18,6 Millionen Franken.

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