Auch wenn die Temperaturen noch nicht den Anschein erwecken, ist auf dem Bahnhofplatz bereits der Winter eingekehrt: Tannenbäume dekorieren die Fläche, der Springbrunnen, der in der warmen Jahreszeit normalerweise vor sich hin plätschert, hat sich in eine Feuerstelle mit Bänken und Baumstrünken verwandelt, daneben stehen Fondue-Hütte und der Brennerschopf. Für viele ist dies ein Zeichen dafür, dass der «Badener Winterzauber» – die Zeit mit den weihnächtlichen Dekorationen, verschiedenen Aktivitäten und Veranstaltungen – jeden Moment losgehen kann.

Dem ist auch so: Der Startschuss fällt heute Abend mit der traditionellen «Aarüerete» auf dem Bahnhofplatz. Unter freiem Himmel wird Meisterkäser Rolf Beeler sein Fondue «Selection» anrühren, danach werden Exponenten des Stadtrats den geschmolzenen Käse mit Kirsch der Spezialitätenbrennerei Humbel flambieren. Das Stettemer Unternehmen ist es auch, das den Brennerschopf und die Fondue-Hütte im Auftrag des Handels- und Gewerbeverbands City Com führt – zum fünften Mal hintereinander.

«Andere Wege gesucht»

Der «Winterzauber» selber geht bis ins Jahr 2005 zurück, als der Gewerbeverband zum ersten Mal versuchte, mit einer sinnlichen und weihnächtlichen Atmosphäre die Innenstadt zu beleben. «Für uns war immer klar, dass wir nicht auch noch einen Weihnachtsmarkt organisieren wollten», sagt Robert Sailer, Präsident von City Com. Denn diese gebe es in fast jeder Stadt. «So haben wir nach anderen Wegen gesucht – und den ‹Winterzauber› ins Leben gerufen.»

In den ersten drei Auflagen krönte noch ein Eisfeld auf dem Bahnhofplatz das adventliche Ambiente. «Danach konnte es aber aus finanziellen Gründen nicht mehr ins Programm aufgenommen werden», sagt Sailer. Fortan konzentrierte man sich auf die Feuerstelle, den Fondue-Pavillon und die verschiedenen Attraktionen wie Ponyreiten. Vor allem aber war den Organisatoren, zu denen heute die Stadt, City Com und das Sozialwerk Hope gehören, wichtig, eine gute Atmosphäre zu schaffen, sodass die Menschen gerne nach Baden kommen.

«Heute findet sich kaum eine Stadt, die in der Weihnachtszeit so viel bietet wie Baden», sagt Robert Sailer. Dass sich der «Winterzauber» auch positiv aufs Geschäft der Detaillisten in der Innenstadt auswirkt, sei nicht direkt spürbar, trage aber zur Attraktivität bei. Viele Leute, darunter Familien und Berufstätige, würden sich über das ungezwungene Ambiente freuen und vom geselligen Beisammensein an der Feuerstelle, in der Fondue-Hütte oder im Brennerschopf Gebrauch machen. Auch der Unterstand von «Hope» wird jeweils rege von den Gassenleuten genutzt.

Bis zu 100 Fondues pro Abend

Dass der Anlass von der Bevölkerung geschätzt wird, zeigen die Anmeldungen für die Fondue-Hütte: Noch vor der Eröffnung sind bei Humbel bereits über 1100 Reservationen eingegangen. «Damit liegen wir leicht über der Vorjahreszahl», sagt Nicole Lüthy von der Brennerei. Weil sich das Fondue zunehmender Beliebtheit erfreut, wurde die Küche im vergangenen Jahr vergrössert. Pro Abend können so zwischen 80 und 100 Portionen serviert werden.

«Winterzauber» Bis 6. Januar täglich von 11 bis 22 Uhr auf dem Bahnhofplatz. Die Fondue-Hütte ist mit Ausnahme des 24., 25. und 26. Dezembers jeweils von 18 bis 23 Uhr geöffnet.