Vor drei Wochen begann die 37. Konzertsaison des Vereins «Jazz in Baden». Noch bis April 2017 wird Montag für Montag im Stadtbistro Isebähnli ein Konzert im Bereiche des modernen Jazz veranstaltet.

Der Zuger Gitarrist Roberto Bossard prägt die Geschichte dieser Badener Konzertreihe seit drei Jahrzehnten mit. Am Montag präsentierte er seit langem wieder einmal ein eigenes Projekt, die «Roberto Bossard New Group». Zu diesem Quintett zählen, nebst dem Bandleader, Toni Bechtold (Tenorsaxofon), Lukas Gernet (Piano), Raffaele Bossard (Bass) und Jonas Ruther (Schlagzeug).

Nicht nur als Chef der Gruppe, sondern auch als Komponist und Arrangeur hielt Roberto Bossard die Fäden in der Hand. Ein Grossteil der gespielten Titel waren Bossard-Werke, doch kamen auch Standards zu Gehör. So bestand also das Konzert aus einem unterhaltsamen Kontrast von oft verwinkelten, von Rhythmus- und Stimmungswechsel geprägten Kompositionen Bossards und von bekannten, listig arrangierten Stücken aus der Jazzliteratur.Aus letzterer Kategorie ist besonders die Introduktion der «Wee Small Hours of the Morning» in Erinnerung geblieben: Roberto Bossard führte, unbegleitet, mittels romantischen, verspielten, spartanisch wenigen Noten in die Traumwelt der einsamen Morgenfrühe ein.

Ausserhalb solcher Spezialitäten fiel Bossards griffiges, direktes Spiel mit dem präzisen Klang auf. Und mit den um eine Generation jüngeren Partnern hatte er für seine Band eine gute Wahl getroffen, garantierten sie doch für fulminante, packende Musik. Etwa der Tenorsaxofonist Toni Bechtold, ein feiner, begabter Solist mit einem Touch von schwarzem Groove und geschmeidigen, relaxten Linien, die so schwerelos aus dem Instrument strömten.

Oder der Pianist Lukas Gernet, der mit scharf akzentuierten Einzelnotenfolgen und geschicktem Aufbau seine Soli immer wieder von Spitze zu Spitze trieb. Mit Unterstützung des Bassisten Raffaele Bossard und dessen rollenden, runden und satten Begleitlinien. Über die Begleitfunktion hinaus erwies sich Bossard als aussergewöhnlicher Solist, dessen Improvisationen stets in geschlossene, aussagekräftige Motive mündeten.

Und dann, ganz hinten Jonas Ruther am Schlagzeug, mit stilistischer Vielfalt und provozierendem Spiel seine Kollegen in alle kreativen Ecken treibend – da blieb kein Fuss ohne Wippen.