Baden

Die Verwaltung soll effizienter werden – nun macht der Stadtrat erste Vorschläge

Blick auf das Stadthaus, den Sitz der Badener Verwaltung.

Blick auf das Stadthaus, den Sitz der Badener Verwaltung.

Baden leiste sich eine zu grosse Verwaltung und zu viele Berater, so die FDP. Der Stadtrat geht die Reorganisation nun an – mit Hilfe von Beratern.

Bis zu 40 Stellen weniger bei der Verwaltung: Die beiden FDP-Einwohnerräte Antonia Stutz und Stefan Jaecklin sind überzeugt, dass Baden auch mit einer deutlich schlankeren und somit kostengünstigeren Verwaltung alle bisherigen Aufgaben und Dienstleistungen erfüllen könnte.

Konkret lautet ihr Antrag, dass die Verwaltung der Stadt Baden maximal 1,2 Angestellte pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner aufweisen soll. Städte von ähnlicher Grösse wie Olten oder Zug kämen mit weniger als einem Verwaltungsangestellten pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner aus. Baden brauche 40 Prozent mehr Verwaltungsangestellte für dieselben Aufgaben, so Jaecklin und Stutz. Weiter erachten sie eine deutlich einfachere Organisationsstruktur als sinnvoll. Die heutige Struktur führe zu einer Vielzahl von Schnittstellen und dadurch zu Ineffizienz.

Ihre Forderung untermauerten sie vergangenes Jahr mit einem Postulat, das auch der Stadtrat zur Überweisung empfahl. Stadtammann Markus Schneider (CVP) bezeichnete den Vergleich mit anderen Städten zwar als heikel, sagte aber im Mai, das Postulat komme zur richtigen Zeit, denn die Reorganisation der Verwaltung habe sich auch die Regierung zum Ziel gesetzt. «Wir möchten bis Ende Jahr die Organisationsform definiert haben. Das Hauptziel unserer neuen Organisation soll sein, dass sie schlank und schlagkräftig ist und dass wir damit für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet sind.»

FDP-Politiker kritisiert: «Der Stadtrat bleibt passiv»

In einem Schreiben an diese Zeitung äussert die FDP nun ihre Unzufriedenheit darüber, dass es mit der Reorganisation der Verwaltung nicht schnell genug vorwärtsgehe. «Der Stadtrat bleibt passiv», lautet der Titel des Schreibens. Sieben Monate seien vergangen, seit der Einwohnerrat das Postulat einstimmig zur Weiterbearbeitung durch den Stadtrat überwiesen habe. «Die FDP kann nachvollziehen, dass strukturelle Veränderungen Zeit erfordern. Nun müssen aber konkrete Vorschläge für eine Strukturveränderung auf den Tisch.»

Konfrontiert mit dem Vorwurf, der Stadtrat bleibe in Sachen Verwaltungsreorganisation passiv, sagt Markus Schneider: «Der Stadtrat orientiert sich an den vom Einwohnerrat genehmigten Legislatur- und Jahreszielen. Er analysierte im letzten Jahr die Stärken und Schwächen des jetzigen Systems. Im Dezember fällte er den ersten Entscheid bezüglich Führung, wie im Jahresziel vorgesehen: Es wird wieder wie früher einen Stabschef geben.»

Dessen genaue Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen müssten noch verabschiedet werden, die Stelle werde intern und extern ausgeschrieben. Vorgesehen sei, dass der Stabschef keine direkte Führungsverantwortung habe, aber für die Projektkoordination zwischen den einzelnen Abteilungen zuständig sein werde. Die Stelle des Verwaltungsleiters wird nicht mehr besetzt. Künftig werde der Stadtammann den Abteilungsleitern direkt vorstehen, erklärt Schneider.

Der Stadtrat lässt sich prozessorientiert begleiten

Noch kein Entscheid fiel in der Frage, ob der Stadtrat auch künftig sieben oder neu fünf Mitglieder haben soll. Um die Verwaltungsreorganisation anzugehen, werde der Stadtrat sich prozessorientiert begleiten lassen, kündigt Schneider weiter an. Ein so grosses Unterfangen sei nicht alleine zu bewältigen, und der Blick von aussen mache in diesem Fall definitiv Sinn. Es gehe nicht darum, einfach nur Abteilungen zusammenzulegen, sondern es sollen effiziente Prozesse abgebildet werden.

Ob es im Sinne der FDP ist, dass sich der Stadtrat «prozessorientiert begleiten» lassen wird? In einem weiteren Vorstoss verlangen Jaecklin und Stutz, die Stadt müsse die Ausgaben für Dienstleistungen privater Anbieter senken – die Kosten hierfür hätten sich 2018 auf mehr als 5,3 Mio. Franken belaufen.

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