Die Waldschule hat ihre Bewährungsfrist bestanden. Ihre Kinder, die nach einer vierjährigen Eingangsstufe (zwei Jahre Kindergarten, 1. und 2. Klasse) in die 3. Klasse der Regelschule übertreten, schaffen problemlos den Anschluss. Wie Verena Speiser, Geschäftsführerin und Präsidentin des Trägervereins «naturspielwald» mitteilt, habe der Erziehungsrat nun die anfänglich provisorisch erteilte Bewilligung in eine Bewilligung zur unbefristeten Führung dieser Privatschule überführt. Die Waldschule existiert seit bald vier Jahren.

Lernen aus eigenem Antrieb

Im Wald mit den Gspänli spielen, viel Zeit haben zum Entdecken und zum Beobachten sowie Platz haben, um sich auszutoben – das seien nur ein paar der Vorzüge, die den Alltag der vier- bis achtjährigen Waldschülerinnen und Waldschüler prägen würden, erklärt Speiser. Die Erfahrungen haben es bestätigt: Die Kinder verfügen nach der vierjährigen Eingangsstufe über die nötigen Voraussetzungen, um den Übertritt in die Regelschule gut zu meistern.

Dies, obwohl dem gezielten Üben von Lesen, Rechnen und Schreiben weniger Aufmerksamkeit geschenkt würde als in konventionellen Schulen. «Aus eigenem Antrieb zu lernen, prägt und entwickelt die Lernstrategien», führt Verena Speiser weiter aus. Buchstäblich spielend geschehe dies im freien Spiel. «Und dafür haben die vier- bis achtjährigen Kinder der Waldschule Zeit.»

Meist diene das vorhandene Waldmaterial zum Spiel. Dabei müsse man sich organisieren, Zuständigkeiten und anfallende Arbeiten verteilen, schildert Speiser. Denn schliesslich könne das Spiel nur funktionieren, wenn alle Beteiligten mit ihren Rollen einverstanden sind. Nicht immer geschehen Organisation und Absprachen in den grossen altersdurchmischten Spielgemeinschaften reibungslos.

Die eigenen Stärken und Schwächen kennen zu lernen und Feingefühl für die anderen zu entwickeln, sind zentrale Ziele, welche die Waldschule verfolgt. Wer derart gestärkt seine weitere Schullaufbahn in Angriff nehme, habe gute Voraussetzungen, um den neuen Herausforderungen offen und selbstbewusst zu begegnen, fasst man bei der Waldschule zusammen.

Praktisch immer in der Natur

Die Waldschulklasse mit Kindern ab Kindergarteneintritt bis zur zweiten Klasse wird von zwei Lehrpersonen im Teamteaching geführt. Abgesehen von zwei bis vier Lektionen pro Woche, welche die älteren Kinder in einem kleinen Schulzimmer in Münzlishausen verbringen, ist die Klasse bei jedem Wetter an ihrem Waldschul-Platz, der sich unterhalb der Baldegg Baden befindet.

Auf den kommenden Sommer hin könne wieder eine Gruppe von maximal acht Kindern aufgenommen werden. Zurzeit seien in der Waldschule wie auch im separat geführten Waldkindergarten noch einige Plätze frei, sagt Verena Speiser.

Informationen auf
www.naturspielwald.ch