Zwar wird die Sanierung der Weiten Gasse, falls alles rund läuft, erst im Oktober dieses Jahres beendet sein. Doch schon jetzt können sich Passanten ein Bild davon machen, wie die Strasse aussehen wird.

Die Hälfte der Gasse ist wieder begehbar: Die Ränder der Gasse sind mit Pflastersteinen belegt worden, während die Strassenmitte mit 35 Mal 62 Zentimeter grossen Quarz-Sandsteinblöcken bestückt wird.

Die Weite Gasse soll gemäss Konzept zu einer Flaniermeile werden. Bei den meisten befragten Passanten kommt der neue Charakter der Gasse sehr gut an. Begeistert ist Attila Ekres aus Ennetbaden.

«Wer auch immer das geplant hat, soll mein grosses Kompliment lesen. Ich besuche viele Städte, aber so eine wundervolle Gasse wie diese habe ich noch nirgendwo gesehen. Alles verwendete Material scheint hochwertig zu sein. Besser kann man es nicht machen.»

«Verspüre ein Sommerfeeling»

Vielleicht liege es auch daran, dass die Sonne gerade scheine, sagt Monica Arnet aus Tennwil am Hallwilersee. «Aber Tatsache ist, dass ich ein Sommerfeeling verspüre, wenn ich die Strasse durchquere.

Optisch gefällt mir die Gasse ausgezeichnet, sie ist weit und hell.» Sie gucke gerne zu, wie die Arbeiter die Steinblöcke verlegen, erzählt sie. «Sie sind viel dicker, als ich geglaubt hatte.»

Auch weitere Passanten sind begeistert von der neuen Weiten Gasse. Kritisch äussert sich nur Madeleine Frei aus Winterthur: «Es haut mich nicht aus den Socken.» Schön hätte sie gefunden, wenn die gesamte Strasse mit Pflastersteinen belegt worden wäre. «Das hätte zu dieser Gasse mit ihren historischen Häusern gepasst.»

Froh, dass ein grosser Teil der Weiten Gasse wieder begehbar ist, sind Ladenbesitzer. Marco Hunziker, Geschäftsführer des Pubs «Mr. Pickwick» beim Löwenplatz: «Die Arbeiten sind erstaunlich zügig vorangegangen, und ich finde, die Gasse sieht sehr schön aus.»

Als Löcher gegraben und neue Leitungen verlegt wurden, habe das Geschäft gelitten. «Die Passanten haben die Weite Gasse gemieden, wir hatten deutlich weniger Gäste. Bis zu 1000 Franken weniger am Tag haben wir verdient».

Jürgen Kehle von der Firma Fielmann sagt: «Das Schlimmste ist vorbei. Der Lärm war eine grosse Beeinträchtigung, wir mussten teils Beratungsgespräche abbrechen.» Erfreulich sei nun das Resultat: «Die Gasse wirkt weit, sie wird ihrem Namen gerecht.»