Wettingen
Die Wettinger Sternsinger stimmten bereits auf Heiligabend ein

Die rund 80 Sänger sind seit dem 15. Dezember unterwegs. Am Sonntag fanden die Schlusskonzerte in den Wettinger Kirchen statt.

Ursula Fehr
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Die Wettinger Sternsinger gibt es seit mehr als 70 Jahren.

Die Wettinger Sternsinger gibt es seit mehr als 70 Jahren.

CH Media

Schon beim Eingang freuen sich zwei Freundinnen aus Baden, dass sie sich wie jedes Jahr zum Sternsingen in Wettingen treffen. Man grüsst und kennt sich. Schon eine Viertelstunde vor Beginn füllt sich die Kirche St.Anton.

Vor allem die vielen Familien mit Kindern, aber auch die älteren Menschen, die den Brauch des Singspiels schon als Kinder gekannt haben, warten gespannt, bis endlich die Lichter löschen, alles ruhig wird und draussen vor der offenen Kirchentür das erste Lied ertönt.

Die Wettinger Sternsinger begeistern das Publikum seit 1948. Auch in diesem Jahr waren wieder rund 80 Sängerinnen und Sänger sowie Musiker unterwegs. Schon der Einmarsch der Sternsinger in ihren weiss wallenden Gewändern und den würdig schönen Laternen – allen voran der helle Stern – in die Kirche ist eindrücklich.

«Dort, wo die gewohnte Ordnung ins Wanken und die Menschheit ins Tanzen gerät, beginnt das Heil. Denn nicht auf die Weisheit oder die Macht, sondern auf die Stimmen von oben und aus dem Innern kommt es an», verkündet der leitende Sternsinger. Und der ganze Chor stimmt ein: «Ein Stern hat sich erhoben, er ist mit Dir verbunden und verwoben.»

«Der Weg lenkt zum Lichte»

Die drei Könige suchen nach dem Weg, sie sind unterwegs zum Licht, das sie leitet. Der Fährmann, der ihnen begegnet, kennt zwar die Klippen seines Flusses, wenn er die Leute von Ufer zu Ufer übersetzt, doch sein Wissen ist begrenzt.

Der Wächter weiss Bescheid über die Gesetze und bietet darin seinen Schutz, doch erst der Hirte verkündet: «Es treiben Stimmen, zu suchen und zu finden, ein Kind vor Bethlehems Toren, als Heiland im Stall geboren.» Und: «Das Suchen findet ein Ziel, der Weg lenkt zum Lichte.»

Dies erzählt der Gesamtchor in einem vielstimmigen Lied zum ruhigen Kreistanz. Maria und Josef sind bei der Krippe und nehmen dankbar die Ehrerbietungen an. Der Sternenträger singt mit seinem Chor erneut: «Wir folgen dem Lichte und können’s nicht fassen, wir können uns von ihm nur führen lassen.»

Das Publikum ist begeistert

Nach einer guten halben Stunde schliesst sich der Kreis der Sternsinger schon wieder und begibt sich zum Ausgang. Das letzte Lied verhallt im mächtigen Applaus des berührten Publikums.

Annemarie Vogt aus Wettingen ist mit ihren Grossnichten da. Ihnen hat es sehr gefallen: «So schön gsi», meint die Kleine, die auch bei den Sternsingern mitmachen möchte, sobald sie sechs Jahre alt ist.

Ihre Grosstante erzählt: «Schon vor vielen Jahren habe ich als junge Lehrerin mit meinen Schulkindern hier mitgemacht. Und ich komme immer wieder und treffe meine Freundinnen und Verwandten.»

Die Sternsinger ziehen weiter zur reformierten Kirche und zur Kirche St.Sebastian, wo nach dem Auszug durch das Dorf noch das Absenden stattfindet, nicht auf dem Kirchplatz wie sonst, sondern wegen des nassen Wetters in der Kirche.