«The first ever black Miss Earth Swiz! Wow» postet ein begeisterter Fan auf Facebook, kurz nachdem Manuela Oppikofer aus Lausanne als Siegerin der Miss-Earth-Schweiz-Wahl 2016 feststeht. Die 25-jährige gebürtige Kamerunerin wird von ihrer Familie mit derart überschäumender Freude gefeiert, dass ihr dreimal die Krone vom Kopf kippt.

«Eine Miss, die Farbe hat. Das braucht es – gerade jetzt bei der ganzen Migrationsthematik», findet Dragqueen Jazzmin Dian Moore aus Zürich. Sie steht abseits des Blitzlichtgewitters. Wie Stefanie Zimmerli, die sich aus der Masse der lachenden und schreienden Gratulanten befreit hat und ihr türkisblaues Abendkleid zurechtzupft.

Die Wettingerin hat es unter die Top Vier geschafft und trägt ab dato für ein Jahr den Titel «Miss Air Schweiz». Sie sei vor der Show nervös gewesen, gesteht sie und strahlt dann: «Sobald ich auf der Bühne stand, war alles vergessen.»

Freude herrscht auch bei der Tessinerin Serena Caruso («Miss Water Schweiz» 2016) und Noémi Wira aus Basel («Miss Fire Schweiz» 2016). Der Life-Time-Award geht an Marco Simeoni und sein Umwelt-Projekt «Race for Water». In neun Monaten will der Schweizer Unternehmer die Welt umsegeln und alle fünf Müllstrudel der Ozeane kartieren.

«Schönheit allein ist out»

Zum elften Mal ging die Miss-Earth-Schweiz-Wahl über die Bühne, inklusive grosser Finalshow in der Umweltarena Spreitenbach unter der Federführung von Tanja Marcic und Tommaso Longo de Tommaso. «Wir erschaffen das It-Girl neu», sagt Marcic zum Konzept und fügt hinzu: «Schönheit alleine ist dabei allerdings out. Wir suchen Frauen mit Herz und dem Bewusstsein, dass man die Welt zum Guten verändern kann.»

Die zehn Finalistinnen sind zwischen 17 und 26 Jahre alt. Die Wahl wird im TV-Sender Joiz übertragen. «Wir wollen eine Vertreterin, mit der sich Jugendliche identifizieren können. Denn ihnen gehört die Zukunft», meint Marcic dazu.

Nach einer etwas belanglosen Choreographie im aufwendigen Bühnendekor und dem klassischen Bikini-Durchlauf darf sich jede Teilnehmerin in einem Clip präsentieren. Auch ein paar arge Plattitüden wie «Lächle das Leben an, dann lächelt es zurück», kommen dabei zu Gehör.

Als die letzten vier Kandidatinnen erzählen, warum gerade sie Miss Earth 2016 werden sollen, wird es substanzieller. Die Aargauerin: «Weil ich alles im Leben mit Leidenschaft und von ganzem Herzen angehe. Zudem spreche ich fünf Sprachen und kann mich überall gut verständigen.»

Miss Earth Wahl 2016: Stefanie Zimmerli aus Wettingen erklärt, warum Sie Miss werden will

Miss Earth Wahl 2016: Stefanie Zimmerli aus Wettingen erklärt, warum Sie Miss werden will

Manuela Oppikofer, die erst in der Schweiz lesen gelernt hat, berührt noch mehr mit ihrer Aussage: «Gerade aus meiner Erfahrung heraus will ich mich dafür stark machen, dass Bildung für alle Kinder zugänglich ist.» Die neue Miss Earth Schweiz 2016 wird unter anderem nach Ghana reisen, um das SRK-Projekt «Augenlicht schenken» zu unterstützen.

Die ehemaligen Wahlsiegerinnen, wie Moderatorin Djoa Strassburg (Miss Earth Schweiz 2013), engagieren sich auch nach dem Amtsjahr für karitative Zwecke. Zimmerli sieht als «Miss Air» Einsätze für das Kinder- und Mädchen-Hilfswerk «Plan International» vor. «Aber jetzt geht es erst mal nach Hause», bekundet sie, «denn am Muttertag will ich unbedingt bei meiner Mama sein».