Die Lesung im Kulturzentrum Zähnteschüür in Oberrohrdorf stand gestern im Zeichen des Kantons Uri: Der Schweizer Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart las aus seinem Gedichtband «Gredi Üüfe» in Urner Mundart. Der 130-seitige Lyrik-Band ist im letzten Jahr erschienen und ist nach «Zittrigi Fäkke» im Obwaldner Dialekt seine zweite Gedichtsammlung. Begleitet wurde Müller-Drossaart vom Urner Peter Gisler, der mit dem Kontrabass und dem Handörgeli für musikalische Akzente sorgte.

«Sie hören, es ist wie ein Volksband, in der sich heitere und traurige Geschichten abwechseln», sagte Hanspeter Müller-Drossaart, der in Obwalden und Uri aufgewachsen ist, vor den rund 70 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Zähnteschüür. Seine Gedichte erzählen vom Leben im Bergkanton, von Enge und Fernweh, von Kindheitserinnerungen und Menschen. Müller-Drossaart, welcher der Öffentlichkeit unter anderem durch Auftritte in TV- und Filmproduktionen wie «Lüthi und Blanc» und «Die Herbstzeitlosen» sowie durch das Musical «Dällenbach Kari» bekannt ist, wusste das Publikum mit seiner pointierten, ironischen und quirligen Sprache zu begeistern.

Lesung  von Hanspeter Müller-Drossaart in Oberrohrdorf

Lesung von Hanspeter Müller-Drossaart in Oberrohrdorf

Ein breites Beziehungsnetz

Dem Kulturzentrum Zähnteschüür gelingt es immer wieder, namhafte Persönlichkeiten aus Kultur und Gesellschaft nach Oberrohrdorf zu holen. Treibende Kraft hinter den Veranstaltungen ist die Zähnteschüür-Kommission. Das fünfköpfige Gremium ist bemüht, kulturinteressierten Personen aus der Region ein vielfältiges und interessantes Programm anzubieten. «Dabei können wir uns auf ein breites Beziehungsnetz von unseren teilweise langjährigen Mitgliedern abstützen», sagt Kommissionsmitglied Romana Jeker. Des Weiteren besuche die Kommission regelmässig kulturelle Anlässe in der Schweiz und prüfe, ob diese auch ins Programm der Zähnteschüür passen würden. «Nicht zuletzt erhalten wir auch Anfragen von Künstlerinnen und Künstlern, die Interesse haben, bei uns auszustellen», so Jeker.

Fester Bestandteil der Zähnteschüür sind jeweils die Frühlings- und Herbstausstellungen sowie die Weihnachtskonzerte. Hinzu kommen verschiedene Theateraufführungen und Konzerte unter dem Jahr. «Das Besondere bei den Frühlings- und Herbstausstellungen ist, dass in derer Rahmen jeweils Lesungen stattfinden», sagt Jeker und fügt an: «Jene von Hanspeter Müller-Drossaart war ein Erfolg, das freut uns sehr!»

Nach der Lesung in der im Jahre 1660 errichteten Zähnteschüür wartete ein Apéro auf das Publikum. Ebenfalls hatten sie die Gelegenheit, die noch bis zum 6. April laufende Ausstellung zu besuchen. Diese zeigt die Werke des Künstlers René Walker und des Holzbildhauers Peter Bissig. «Beide stammen übrigens auch aus dem Kanton Uri. Die Zähnteschüür ist derzeit fest in Urner Hand», sagt Jeker und lacht.