Spreitenbach

Die Zeit des Benzinmotors neigt sich dem Ende zu

Die Umwelt-Arena, Badenmobil und der Verband e’mobile präsentieren die neusten Ecocars. Das Paul-Scherer-Institiut stellte passend dazu die Treibstoffe der Zukunft vor.

Ecocars, dazu zähen Autos mit Elektro-, Hybrid- oder Erdgasmotor, sind heute Samstag in der Umwelt-Arena Spreitenbach ausgestellt. Wer will, kann sie Probe fahren. «2050 werden über 90 Prozent aller Personenwagen von einem Elektromotor angetrieben», prognostizierte Professor Oliver Kröcher vom Paul-Scherer-Institut (PSI). Er stellte im Eröffnungsreferat zur Ausstellung Treibstoffe der Zukunft vor. Kröcher ist im PSI Leiter des Labors für Bioenergie und Katalyse.

Immer mehr Autos unterwegs

Um die weltweit vereinbarten Klimaziele zu erreichen, muss die CO2-Emission massiv reduziert werden. Das funktioniert nicht ohne eine drastische Senkung des Verbrauches an Benzin- und Dieseltreibstoff. Weil zugleich die Zahl der jährlich neu zugelassenen Fahrzeuge von jetzt rund 60 Millionen auf 180 Millionen steigen dürfte, ist dies eine grosse Herausforderung. Diese Zunahme ist auf den wachsenden Bedarf in Ländern wie China und Indien zurück zu führen. Ganz verschwinden werden aber die klassischen Antriebe nicht. Vor allem in Lastwagen dürfte er, so Kröcher, weiter verwendet werden, weil der Diesel eine sehr hohe Energiedichte aufweist.

Spreitenbach Umwelt Arena E Bike

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Auf der Suche nach Alternativen

Einiges verspricht sich Kröber von Bio-Methanoltreibstoff, der aus Biomasse hergestellt wird. Bereits 2010 wurde mit der Hydromethan AG am PSI ein Unternehmen gegründet mit dem Ziel, das Produkt zu kommerzialisieren. «Aber noch fehlt uns ein Investor für die Demonstrationsanlage», sagt Kröcher. Auch im Bereich Batterien ist das PSI tätig. «Wir forschen an der 4. Generation der Lithium Ionenbatterien», teilte Kröcher in seinem Refereat mit. Die Schwachstelle der Batterien ist deren Speicherfähigkeit.

Ein weiteres Forschungsthema ist die Brennstoffzellen. Ihre Entwicklung ist gegenüber anderen Antrieben bereits weiter fortgeschritten. So sind im Raum Brugg mehrere Busse mit Brennstoffzellenantrieb unterwegs.

Müller fordert Umdenken

«Mobilität ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern vor allem der Organisation», sagte der Badener Stadtammann Geri Müller bei der Ausstellungseröffnung. Das Schwergewicht seiner Rede lag auf der bevorstehenden Umgestaltung des Schulhausplatzes in Baden. «Während der Bauzeit wird die Fahrzeugkapazität des Schulhausplatzes um 30 Prozent eingeschränkt», sagte Müller. Das wird sich auf die Verkehrssituation in der Region auswirken. Die RVBW würden mehr Busse einsetzen: «Aber trotzdem müssen die Menschen bei ihrem Mobilitätsverhalten umdenken.» Allein das Umsteigen auf Elektroautos würde das Problem nicht lösen.

Ausstellung: Samstag, 12. Oktober, 10 bis 18 Uhr, Umwelt-Arena, Spreitenbach.

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