Der Sommer war grossartig, heiss und sonnig, wunderbar war es im Freien, an den Badestränden, ja ein Sommer für Ferien in der Schweiz, bis in den Herbst hinein. Nur der Sommer im Jahr 2003 war laut Statistik gar noch wärmer. 

Und jetzt diese Zeitumstellung. Es gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit, bis Ende März, wenn nicht endlich etwas passiert und das Uhrenumstellungswesen ein Ende hat. Ja, ich weiss, es gibt Uhren, die das automatisch machen, bei weitem aber nicht alle, auch neuere nicht. Wozu eigentlich dieser Unsinn? Die Sonne ist doch der Taktgeber für die Tageszeit. In der Mitte der täglichen Sonnenscheindauer sollte es zwölf Uhr sein, so war es jedenfalls gedacht. Aus verschiedenen Gründen, wie zum Beispiel, dass ein nicht allzu grosses Land nur eine Zeit haben sollte, gibt es kleinere und grössere Verschiebungen, die kaum vermieden werden können. Die Schweiz liegt zwischen dem sechsten und elften östlichen Längengrad, bei 8,5 Grad wäre die Mitte. Der Mittelsonnenstand während Sommerzeit liegt, wenn es bei uns um zwölf Uhr mittags ist, über St. Petersburg, selbst bei Normalzeit liegt er auf dem fünfzehnten Längengrad also viel östlicher als die Logik es vorgibt. Die Sommerkorrektur verstärkt diesen Fehler noch.

Sommerzeit und Sommerzeitdiskussionen sind alt und international. In der Schweiz gab es in den Kriegsjahren 1941 und 1942 von Mai bis September Sommerzeit mit einer einstündigen Verschiebung, dann war für geraume Zeit Ruhe auf diesem Sektor. 1978 wurde in der Schweiz über dieses Thema abgestimmt. Mit einer überwältigenden Mehrheit von über 83 Prozent erhielt die Einführung eine Abfuhr. Als die Nachbarstaaten 1980 mit einem Zeitgesetz der Sommerzeit zum Durchbruch verhalfen, erteilte das eidgenössische Parlament dem Bundesrat die Kompetenz, die Zeiten zu regeln. Der eindeutige Volkswille blieb auf der Strecke. Die Begründung, keine Zeitinsel zu werden, genügte, um mitzumachen. Eine Hochpreisinsel zu sein stört offenbar weniger, das wird sich allerdings erst noch weisen müssen, ist aber natürlich ein ganz anderes Thema. Sorry.

Dass die Sommerzeit keine Energieeinsparung bringt, ist bewiesen. Das Gegenteil ist der Fall. Studien zeigen, dass die vermehrten Abendaktivitäten zu mehr Energiekonsum führen. Dass es am Abend später dunkel wird, mag den einen gefallen, dass es früher Tag wird, gefällt den andern, das gilt vor allem für das arbeitende Volk, aber auch für die Festfreudigen, die durchmachen und bereits um vier Uhr früh die Sonne begrüssen können. Die Leistungsgesellschaft aber braucht ihren Schlaf und muss früh aufstehen, daran gibt es nichts zu rütteln und spricht für die ganzjährige Beibehaltung der MEZ. Drei Monate mehr bei Dunkelheit aus den Federn zu hüpfen ist eine unnötige Mehrbelastung. Die Zeitumstellung im Frühling belastet den Organismus derart, dass sich in den ersten Wochen die Krankheitsfälle häufen, auch gibt es mehr Unfälle. Dazu gibt es seriöse Erhebungen. Die innere Uhr kann nicht auf Knopfdruck umgestellt werden. Es gibt keinen vernünftigen Grund für die Sommerzeit, so sind denn auch in Deutschland gemäss einer Umfrage über siebzig Prozent klar dagegen.

Es ist zweifelsohne richtig, dass es in Europa grössere Probleme gibt als die Zeitfestsetzung, aber diese wäre mit geringem Aufwand ganzjährig zu regeln, der Spuk wäre vorbei und Kosten würden auch gespart.