Mit einer Schelte an Bundesrätin Simonetta Sommaruga und an Bundesbern begann Verwaltungsratspräsident Jürg Altorfer am offiziellen Teil der GV seine Begrüssungsansprache. Dies, weil die Reduktion der Spielbankenabgabe von Bergcasinos gekippt wurde. Er kritisierte auch die ungleich langen Spiesse der konzessionierten Schweizer Spielbanken gegenüber der ausländischen Konkurrenz, insbesondere im Internet. «Ausländische Online-Anbieter haben im schweizerischen Markt völlig ungestört wildern können», so Altorfer, und man spreche von rund 200 Millionen Franken Abgaben, die so am Fiskus vorbeigeschmuggelt werden konnten.

«Jack Pots» soll es richten

Die Zukunft liegt im Internet. Auch für das Grand Casino Baden, so Altorfer. Baden sei für den Start mit ihrem «Jack Pots» gerüstet. Jetzt muss noch im Herbst die neue Gesetzgebung den konzessionierten Spielbanken das Internet öffnen und gleichzeitig illegale Spielanbieter härter anfassen. Mit dieser Strategie sucht die Stadtcasino AG nun den Erfolg, nachdem man zuerst die Flucht nach vorne in der geografischen Ausweitung des Casinogeschäfts gesucht habe.

Zwar würden mit der Beteiligung von 25 Prozent an den neuen Spielbanken in Sachsen Anhalt – Altorfer: «die Perlen im Nordosten» – steigende Gewinne registriert. Dagegen liess man im vergangenen Jahr das Casino-Projekt in Wien fallen – Altorfer: «Spiel gewonnen, aber nachträglich annulliert» –, weil per Verwaltungsgerichts nicht der Zuschlag für Baden, sondern das Konzessionsverfahren aufgehoben wurde. Und in Davos wartet man wie in Baden erst die weitere Entwicklung ab, schliesst aber auch dort einen Rückzieher nicht aus.

Gute Nachrichten überwiegen

Bevor sich die 540 Aktionäre ans Buffet und in den gesellschaftlichen Teil des Abends stürzen konnten, gab es doch noch allerlei gute Nachrichten. So verbuchte der Casinobetrieb mehr Gäste, wenn auch nicht mehr Umsatz. Mit 314 Events sowie 415 Promotionen im vergangenen Jahr habe sich das Grand Casino im Unterhaltungsbereich weiter etabliert. Vor allem die «After Work Music»-Veranstaltungen am Donnerstag im «Joy» seien nicht mehr wegzudenken. Mehr Attraktivität beim Pokern und mehr Platz für das Grand Jeu sollen das Spiel auf Erfolgskurs bringen.

Unter dem Strich, inklusive Erfolgszahlen aus der Trafo-Beteiligung, ermöglicht es der Gewinn der Gesellschaft, die Dividende von 15 auf 20 Franken pro Aktie zu erhöhen, was die Versammlung einstimmig und erfreut auch beschloss. Je nach Aktienportefeuille eine schöne Bescherung, über die sich die finanziell bedrängte Stadt mit einer Beteiligung von über 50 000 Aktien (51 Prozent) besonders freuen darf. Damit spült das Casino im laufenden Jahr 250 000 Franken mehr, nämlich eine satte Million, in die Stadtkasse.