Baden/Wettingen

Die Zukunftsmusik des Pflegezetrums spielt ohne den «Sonnenblick»

Trügerische Idylle: Das Aus der Klinik Sonnenblick hat für viele ein finanziell schmerzliches Ende. AZ Archiv/Alex Spichale

Trügerische Idylle: Das Aus der Klinik Sonnenblick hat für viele ein finanziell schmerzliches Ende. AZ Archiv/Alex Spichale

Für rund 100 Millionen Franken will das RPB das Wohnen im Alter ermöglichen und die Demenzabteilung ausbauen. Das alles soll am Standort Baden konzentriert werden. Die ehemalige Klinik Sonnenblick in Wettingen würde geschlossen.

Bereits heute stehen im Regionalen Pflegezentrum Baden (RPB) in Baden 200 Pflegebetten zur Verfügung. Geht es nach der «Strategie 2015+» sollen es bis ins fünf Jahren 300 Betten sein. Doch weniger die Zahlen als vielmehr die Neuausrichtung in ein «Lebenszentrum am Standort Baden» steht im Fokus. So sollen auf dem Areal rund 60 bis 80 Alterswohnungen entstehen. Daneben soll auch die Demenzabteilung auf 140 bis 160 stationäre Plätze verdoppelt werden. Die Vision sei es, ältere Menschen in allen Lebensphasen bei Wohnen, Pflege und Sterben zu begleiten. «Vor allem aber wollen wir die spezialisierte Pflege im Bereich Mittel- bis Schwerstpflege ausbauen», erklärt RPB-Direktor Hans Schwendeler. So sind im Bereich der gerontopsychiatrischen Langzeitpflege 20 stationäre Plätze geplant. Diesen – auf psychische Erkrankungen bei älteren Menschen spezialisierten – Bereich gibt es heute noch nicht. In der Palliativ-Abteilung sind 10 Betten vorgesehen.

«In erster Linie wollen wir aber vor allem ein Ort des Lebens sein», sagt Schwendeler. So gibt es auf dem Areal bereits heute eine Kindertagesstätte. Die geplanten Alterswohnungen würden aber nicht nur zu einer Belebung beitragen, sondern dem RPB auch regelmässige und vor allem planbare Einnahmen bescheren. «Das wird uns auch helfen, eine schlechtere Auslastung im Bereich der Pflege finanziell aufzufangen», ist Schwendeler überzeugt. Nebenerträge sollen zudem durch Leistungen wie Restaurant, das Vermieten von Seminar- und Geschäftsräumen sowie durch Parkplätze generiert werden. «Vor allem aber werden diese Dienstleistungen zu einer Belebung des Areals beitragen», ist Schwendeler überzeugt. Noch sei es zu früh, die Pläne für Um- und Neubau auf dem Areal, das fast zehn Fussballfelder misst, zu präsentieren. Das gesamte Investitionsvolumen für die Bereiche Wohnen, Pflege und Sterben beläuft sich auf rund 100 Millionen Franken.

Entlassungen soll es keine geben

Alle Dienstleitungen sollen am Standort Baden konzentriert werden. Mit anderen Worten, von den Aussenstandorten «Sonnenblick» in Wettingen und Oeschgen will sich das RPB trennen; auch die Mietverträge in Laufenburg und Bad Zurzach sollen dereinst gekündigt werden. Mit dem «Sonnenblick» trennt sich das RPB von einem Objekt, das es 2012 für 6,5 Millionen Franken aus einem Konkursverfahren erworben hat – das Land ging für 3 Mio. Franken an die Gemeinde Wettingen. Doch nach dem Einzug der ersten Bewohner im Oktober 2012 zeigte sich schon bald, dass der Standort mit den 50 Zimmern für Pflegepatienten nicht geeignet ist.

Bereits im September 2013 musste die gemischte Abteilung im 2. OG wegen zu geringer Auslastung geschlossen werden. «Je länger, je mehr hat sich gezeigt, dass es mit dem ‹Sonnenblick› – wie auch mit den anderen externen Standorten – einfach zu wenig Synergien gibt», sagt Hans Schwendeler. Beim «Sonnenblick» sei für Bewohner wie auch für Angehörige die Lage am Lägernhang erschwerend hinzugekommen. Sobald die Pläne auf dem Standort Baden in rund fünf Jahren realisiert seien, würde man den Standort Sonnenblick aufgeben. «Ob wir das Gebäude wieder verkaufen oder eine Vermietung ins Auge fassen, steht noch offen», so Schwendeler.

Die gute Nachricht für die Angestellten: Die Zahl aller Mitarbeiter (inklusive Aussenstandorte) von heute 500 soll dank des Ausbaus am Standort Baden beibehalten werden. Und auch für die RPB-Bewohner hat der Pflegezentrum-Direktor gute Nachrichten: «Wir setzen alles daran, dass diese so wenig wie möglich unter den Auswirkungen der Bautätigkeiten leiden müssen.» Insbesondere seien keine Provisorien vorgesehen.

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