Baden

Die Zwillinge, die mehr verbindet als nur das Aussehen

Serge (links) und Sven Vögeli gewannen mit 20 Jahren einen Newcommerwettbewerb.Chris Iseli

Serge (links) und Sven Vögeli gewannen mit 20 Jahren einen Newcommerwettbewerb.Chris Iseli

Serge und Sven Vögeli teilen seit ihrer Kindheit die Begeisterung für die Musik und treten gemeinsam auf. Sie haben beide auch denselben Beruf und sie hören oder sehen sich mindestens ein Mal am Tag.

Sven und Serge Vögeli sitzen auf einem alten Ledersofa in ihrem Bandraum in Brugg. Beide haben einen silbernen Ring im linken Ohr, beide tragen einen schwarzen Schal, beide den gleichen braunen Pullover. «Das mit dem Pulli war Zufall», sagt Sven Vögeli. Serge und Sven sind eineiige Zwillinge. Seit ihrer Kindheit machen sie gemeinsam Musik.

Die Zwillinge Serge und Sven Vögeli

Die Zwillinge Serge und Sven Vögeli

Schon früh Kontakt mit Musikern

Serge wohnt in Baden, Sven in Niederrohrdorf. Aufgewachsen sind die heute 34-Jährigen in Remigen. «Wir wurden nicht in eine Musikerfamilie hineingeboren. Aber in unserem Haushalt war Musik allgegenwärtig», sagt Sven Vögeli. Die Mutter veranstaltete Konzerte im Jugendkulturhaus Piccadilly in Brugg. Später setzten sich die Eltern dafür ein, dass das Salzhaus kulturell genutzt wird. «Musiker wie Polo Hofer waren oft bei uns zum Essen», sagt Serge Vögeli. Die Brüder begannen früh selbst mit dem Musizieren. Sven nahm Schlagzeugunterricht, Serge entschied sich für E-Gitarre.

Oft spielten sie mit dem Vater. «Es gibt technisch viel bessere Musiker. Doch bei uns merkt man, dass wir zwar nicht viel geübt, aber schon früh mit anderen gespielt haben», sagt Serge.Mit 20 Jahren gewannen die Brüder mit der Kantiband «Illegal Prohibition» einen Newcommerwettbewerb. Sie gaben viele Konzerte und traten als Vorband der Walliser Sängerin Sina auf. Voll auf die Musik setzen wollten die Zwillinge, die heute als Oberstufenlehrer arbeiten, jedoch nie. «Vielleicht waren wir dumm, dass wir unser Umfeld nicht mehr genutzt haben, doch wir hatten andere Prioritäten», sagt Sven Vögeli. Serge erklärt: «Wir kennen das Business und haben eine realistische Einschätzung. In der Schweiz können nur wenige von der Musik leben.»

Die Brüder hören oder sehen sich mindestens ein Mal am Tag. «Als Zwillinge haben wir eine besondere Beziehung. Einerseits ist es schön, wenn der Bruder gleichzeitig der beste Freund ist, andererseits sind wir auch sehr aneinander gebunden.»

«Zwillings-Ding» nicht ausnutzen

Sven und Serge Vögeli wollten «das Zwillings-Ding» nie ausnutzen, trotzdem wissen sie, dass es ihnen Vorteile bringt. Heute konzentriert sich ihre musikalische Tätigkeit auf ein Projekt mit der Slam-Poetin Patti Basler. Sie treten als «Patti und die Vögeli-Zwillinge» auf. «Wären wir nicht Zwillinge, wäre Patti vielleicht nicht auf uns aufmerksam geworden», sagt Serge.

Inzwischen ist Patti Basler im Bandraum angekommen. Sven setzt sich ans Schlagzeug, Serge nimmt die E-Gitarre in die Hand. Als die beiden zu spielen beginnen, wird klar: Die Brüder verbindet nicht nur das Aussehen oder der gleiche Pulli, sondern auch die Begeisterung für die Musik.

«Patti und die Vögeli-Zwillinge»: 2. März, Meck à Frick, Frick. 4. April, Salzhaus, Brugg.

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