Region Baden
Diebe haben in der Region Hochkonjunktur

Vorweihnachtszeit ist Langfingerzeit. Obschon die Kantonspolizei wiederholt vor Diebesbanden und Taschendieben warnt, so scheinen diese ungebremst und erst noch erfolgreich zu wirken.

Roman Huber
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Ein Junge klaut im Laden. Keine Seltenheit in dieser Jahreszeit.

Ein Junge klaut im Laden. Keine Seltenheit in dieser Jahreszeit.

AZ

«Wir mussten eine aussergewöhnliche Häufung von Vermögensdelikten feststellen», sagt Max Romann, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei Baden.

Allein im November seien zwei Dutzend Ladendiebstähle in Warenhäusern und Geschäften gemeldet worden. Das dürfte nur ein Teil der tatsächlichen Fallzahl sein. Ins Gewicht würden nicht die vielen Kleindiebstähle fallen, sondern die organisierten Bandendiebstähle, bei denen wertvolle Waren wie Uhren, Schmuck, Kosmetika und Elektronik-Artikel geklaut werden.

Die Pressestelle von Manor bestätigt diesen Trend. Es sei weniger die Häufigkeit von Ladendiebstahl als vielmehr die höhere Deliktsumme, die ins Gewicht falle. Die Ladendiebe würden ihr Handwerk beherrschen, weiss man bei den Ordnungshütern. Das zeige sich dann, wenn einer erwischt werde, sagt Max Romann. Bei den Tätern sind schon präparierte Taschen und elektronische Geräte sichergestellt worden, die elektronische Signale abgeben können, um die Sicherheitsschleusen für gesichertes Warengut zu überlisten.

Dreist und gut organisiert

Die Ladendiebe würden in Kleingruppen auftreten und geschickt operieren, fährt Romann fort. Bei den angehaltenen Tätern handle es sich vorwiegend um Personen aus dem nordafrikanischen Raum, allen voran Tunesier, aber auch um Asylsuchende aus dem Balkan oder der Türkei. Auch seien wiederholt klauende Mütter im Einsatz, die mit ihren kleinen Kindern unterwegs seien und darum weniger auffallen oder in Kontrollen hängen bleiben würden.

Die Zahl von Portemonnaies, die als gestohlen gemeldet wurden, sei ebenfalls gestiegen, berichtet Romann. Die Dunkelziffer liege wohl einiges höher, denn wenn sich die Opfer allzu leichtfertig oder naiv verhalten hätten, würden sie solche Vorfälle gar nicht melden. Oftmals hänge die Handtasche am Einkaufswagen, und während die Besitzerin sich einen Artikel anschaue, werde hinter ihrem Rücken das Portemonnaie aus der Tasche gestohlen. Nur in einem Fall habe man die Täterschaft ermittelt. «Es handelte sich um eine Frau aus Bulgarien», so Romann. Sie sei nicht alleine gewesen, doch habe man die Mittäter nicht erwischt.

Andernorts auch, so in Brugg

Die Diebe haben auch in Brugg Hochkonjunktur. Andreas Lüscher, stellvertretender Chef der Regionalpolizei Brugg bestätigt die Feststellungen des Badener Kollegen. «Die Diebe haben es auf Leute abgesehen, die beim Bancomat eben einen grossen Geldbetrag abgehoben haben», warnt er alle, die noch Einkäufe tätigen. Brugg kennt wie Baden auch das Bettler-Problem. Die Bettler – meist Rumänen – operieren auch mit fingierten Spendenformularen zugunsten von Waisenhäusern oder andern inexistenten Institutionen.