Politik
Diese Aargauerin erklärt den Jungen die Politik

Linda Mullan aus Wettingen hat bei den Parlamentsdiensten die neue Website www.juniorparl.ch lanciert. Die Internetplattform soll den 15- bis 20-Jährigen die Schweizer Politik näher bringen.

Claudia Meier
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Linda Mullan ist bei den Parlamentsdiensten in Bern für das Projekt www.juniorparl.ch verantwortlich.

Linda Mullan ist bei den Parlamentsdiensten in Bern für das Projekt www.juniorparl.ch verantwortlich.

Parlamentsdienste

Wie können junge Leute motiviert werden, sich politisch zu engagieren? Weltweit wünschen sich viele Menschen, soviel politischen Handlungsspielraum wie die Schweizer zu haben. Die internationale Studie «Staatsbürgerinnen und Staatsbürger von morgen: Zur Wirksamkeit politischer Bildung in der Schweiz» der Universität Freiburg aus dem Jahr 2010 zeigt aber, dass sich das politische Interesse der Schweizer Schüler im Vergleich mit 37 Ländern nur im Mittelfeld bewegt.

Es gibt also Handlungsbedarf, wenn es darum geht, politische Begriffe und Abläufe zu erklären. Die Parlamentsdienste in Bern haben deshalb die 15- bis 20-Jährigen für die im Februar 2012 aufgeschaltete Webseite www.juniorparl.ch als Zielgruppe definiert.

Die Bundesverfassung ist das oberste Gesetz der Eidgenossenschaft.
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Zu den Bundesbehörden zählen Bundesversammlung, Bundesrat mit Bundesverwaltung und das Bundesgericht.
Der Bundesrat ist die oberste leitende und vollziehende Behörde, die Regierung des Bundes.
Der Ständerat setzt sich aus 46 Vertreterinnen oder Vertretern der Schweizer Kantone zusammen.
Stimm- und wahlberechtigt sind alle Schweizer, die das 18. Altersjahr zurückgelegt haben.
Mit einer Volksinitiative können Bürger einen Volksentscheid über eine Änderung der Bundesverfassung verlangen.
Jugendsession: Als Session bezeichnet man den Zeitraum, in dem das Parlament zusammentritt.

Die Bundesverfassung ist das oberste Gesetz der Eidgenossenschaft.

Keystone

Politik in der Sprache der Jungen erklärt

Linda Mullan ist als Projektbeauftragte federführend beim Aufbau dieser neuen Internetplattform, die bunt, frisch und interaktiv daherkommt. Die 27-jährige Anglistik- und Germanistikstudentin ist seit Juni 2011 Praktikantin beim Parlamentsdienst, wo sie auch für den Facebook-Auftritt des Parlaments zuständig ist.

Wie wurden bekannte Schweizer Parlamentarier politisiert? Auf diese und weitere Fragen finden Jugendliche Antworten. Jungpolitiker und politische Urgesteine erklären auf Videos oder in Interviews, wie sie zur Politik kamen und welche Erfahrungen sie machen. «Eine Partei ist wie ein T-Shirt», sagt die Aargauer Ständerätin Egerszegi und erklärt, man müsse sich eine Partei aussuchen, in der man noch Handlungsspielraum habe. Im Wahlkampf gebe es immer besondere Herausforderungen. «Wahlkampf ist eine Art Prostitution», so Egerszegi.

Eine dynamische Zeittrommel erklärt die schweizerische Parlamentsgeschichte von 1848 bis 2012 vor- und rückwärts. In diesem Jahr wurde aber offenbar noch nicht Geschichte geschrieben.

Ausbildung im politischen Nervenzentrum

Die Wahlvideos haben seit einiger Zeit an Aktualität verloren. In Kürze werden neue Videos mit Porträts der KV- und IT-Lernenden bei den Parlamentsdiensten hochgeladen. Viele Jugendliche wissen nicht, welche Berufslehren die Bundesverwaltung anbietet und was man dort genau macht.

«Das Ziel ist, im Zentrum der Website einen Bezug zu den Jugendlichen und zur Politik herzustellen», sagt Mullan. «Im Idealfall können wir beides kombinieren.» So kann die Öffentlichkeit schon bald erfahren, wie Lernende die Politik am Arbeitsplatz in Bundesbern erleben.