Baden
Diese Ausstellung spricht vor allem Neugierige an

Die «unbequeme» Badener Künstlerin Maria Kaegi eröffnete in der Glas-Unterführung gestern ihre Ausstellung «Die Ungeliebte».

Martin Rupf
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Künstlerin Maria Kaegi stellt in der Glas-Unterführung aus. mru

Künstlerin Maria Kaegi stellt in der Glas-Unterführung aus. mru

Wo während Jahren die neusten Sportartikel des Sporthändlers Peterhans zu sehen waren, klebt seit gestern eine schwarze Folie mit der Aufschrift «Galerie Unterführung». Wer genau hinschaut, erblickt sieben Gucklöcher. Und wer sich die Mühe macht, kurz durch die Löcher zu schauen, sieht die Malereien der Badener Künstlerin Maria Kaegi.

Eine Ausstellung in einer Glasvitrine? «Ich hätte sehr gerne in einer Galerie ausgestellt, doch das ist schlicht zu teuer», sagt Kaegi. Ihr absoluter Traum wäre eine Ausstellung im Trudelkeller. «Doch wo ich mich auch hinwandte, überall stiess ich auf verschlossene Türen», sagt Kaegi, die sich selber als unbequem bezeichnet.

Unbequem deshalb, weil sie viele Angebote von Galerien ausgeschlagen habe und stattdessen ihren eigenen Weg gehe. Es sei ihr aber auch gar nichts anderes übrig geblieben. «Ich habe gemerkt, dass es nicht einfach ist in Baden als Künstlerin anerkannt zu werden, wenn man lange weg war», sagt Kaegi, die viele Jahre in Zürich Kunst unterrichtete.

«Künstler wollen Aufmerksamkeit»

Für ein Jahr habe sie jetzt die Vitrine in der Glas-Unterführung gemietet – für rund 250 Franken im Monat. «Das ist immer noch viel billiger, als wenn ich in einer Galerie ausstellen würde.» Und vor allem sei sie so unabhängiger.

Bis zum 23. September ist die Ausstellung «Die Ungeliebte» zu sehen. «Um die Bedeutung der Bilder zu erkennen, reicht es nicht, wenn man nur kurz durch die Löcher schaut», verrät Kaegi.

Klar, sie erhoffe sich Aufmerksamkeit durch die Ausstellung an der viel frequentierten Lage. «Denn schliesslich ist es für jeden Künstler wichtig, dass seine Kunst wahrgenommen wird», so Kaegi. Das ist ihr an der gestrigen Vernissage auf jeden Fall gelungen. Rund zwei Dutzend Gäste folgten der Einladung und selbst Vize-Ammann Geri Müller, wagte einen Blick durch das Loch.

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