Baden
Diese Badener Künstlerin verwandelt Treibholz in edle Kunstwerke

Heidi Häfliger präsentiert ihre Vogelskulpturen an der neuen Ausstellung in der Galerie anixis.

Ursula Burgherr
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Heidi Häfliger
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Künstlerin Heidi Häfliger Die Künstlerin Heidi Häfliger aus Baden stellt ihre Skultpturen aus Schwemmholz und Ton in der Form von Vögeln in der Galerie anixis beim Bahnhof Oberstadt in Baden aus.
Künstlerin Heidi Häfliger Die Künstlerin Heidi Häfliger aus Baden stellt ihre Skultpturen aus Schwemmholz und Ton in der Form von Vögeln in der Galerie anixis beim Bahnhof Oberstadt in Baden aus.
Künstlerin Heidi Häfliger Die Künstlerin Heidi Häfliger aus Baden stellt ihre Skultpturen aus Schwemmholz und Ton in der Form von Vögeln in der Galerie anixis beim Bahnhof Oberstadt in Baden aus.
Künstlerin Heidi Häfliger Die Künstlerin Heidi Häfliger aus Baden stellt ihre Skultpturen aus Schwemmholz und Ton in der Form von Vögeln in der Galerie anixis beim Bahnhof Oberstadt in Baden aus.

Heidi Häfliger

«Hesch en Vogel?» Heidi Häfliger hat mehrere und ist stolz darauf. Keck grinst ihr selber kreierter Strauss aus Schwemmholz, Keramik und Eisen die Besucherinnen und Besucher der Galerie anixis an.

Zwischen den abstrakten Bildern von Dominique Belvedere aus Zürich und den traumartigen, an naive Malerei erinnernden Exponaten der Griechin Lia Eleftheriadou setzen Häfligers fantasievolle Vogelgebilde einen erfrischenden Kontrast.

Und während Belvederes Ausstellungsliste lang ist, und Eleftheriadous Werk mit der träumenden Frau im roten Kleid es 2015 sogar an die Biennale in Peking schaffte, ist Häfliger nie über den Status einer regional bekannten Künstlerin hinausgekommen.

Das stört sie überhaupt nicht. Die Hauptsache für sie ist: «Ich muss den Plausch haben an dem, was ich mache.» Das Schwemmholz für die Köpfe und Schwänze ihrer Vögel findet sie während ihrer Ferien am Mittelmeer.

Den ersten Anstoss gab ein Spaziergang am Strand. Plötzlich stach der 72-Jährigen ein Stück Holz ins Auge, das aussah wie der Kopf eines Kranichs. «Seither sehe ich nur noch Vögel», erzählt sie lachend.

Säckeweise bringt Häfliger jeweils ihre Fundstücke in die Schweiz zurück. Zu Hause in Baden stellt sie die Teile zusammen, formt die Körper aus Ton, lässt sie bei Keramikerin Elsbeth Huggenberger in Kirchdorf brennen und versieht sie mit einer Glasur.

Die meist langen und grazilen Beine kreiert ein Schlosser nach ihren Angaben. Am Schluss müssen die einzelnen Elemente wie Puzzleteile ineinander passen. Jedes Exponat ist ein absolutes Unikat und nicht reproduzierbar.

Heidi Häfliger wurde in Wien geboren. Mit neun kam sie in die Schweiz. Seit 30 Jahren wohnt sie in Baden und bezeichnet die Limmatstadt als ihre Heimat. Die studierte Kunsthistorikerin arbeitete als Guide in verschiedenen Ausstellungshäusern wie dem Landesmuseum Zürich, auf Schloss Lenzburg und in der Badener Villa Langmatt.

Zudem organisierte sie Kunstreisen nach Berlin, Bilbao, Wien und Luxemburg. «Für mich stand jedoch das Privatleben immer an erster Stelle», bekundet die Mutter von zwei Kindern. Irgendwann hatte sie genug von den Führungen.

Weil ihr Grossvater Peter Grabwinkler (1885 bis 1943) ein weitherum bekannter Landschaftsmaler war, wollte auch sie ihr Talent auf die Probe stellen. Es folgten zahlreiche Kurse bei Doris Walser.

Aus Häfligers malender und zeichnender Periode sind in der Galerie anixis verschiedene Aktzeichnungen zu sehen. «Leider gibt es viel zu viele Leute, die malen», meint die Kreative im Gespräch trocken und fügt hinzu: «Irgendwann waren unsere Wände voll mit meinen Erzeugnissen.

Deshalb habe ich mit der Malerei aufgehört.» Dann kam die Keramik, schlussendlich die Idee für die originellen Vogelskulpturen. Und wer weiss, was die Zukunft bringt? Häfliger zeigt sich stets offen für Neues und fühlt sich topfit. Das scheint in der Familie zu liegen. Ihr Vater ist 105 und immer noch rüstig.

Die Ausstellung von Heidi Häfliger, Dominique Belvedere und Lia Eleftheriadou in der Galerie anxis (Bahnhof Oberstadt) dauert noch bis zum 26. Februar 2017. Öffnungszeiten Di/Mi und Fr/Sa 14 bis 18 Uhr.

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