«Das Areal ist für eine Obstanlage ideal», sagt Reto Lienberger. Südöstlich von Spreitenbach, auf der Kuppe der Seitenmoräne, die das Tälchen zum Franzosenweiher von der breiten Ebene des Limmattals abgrenzt, will er künftig Äpfel ernten. Weil die Witterung immer extremer wird, muss er das Obst schützen. «Wir erstellen eine Obstanlage mit Hagelschutz», sagt Lienberger.

Rund 1100 Bäume werden er und seine beiden Lehrlinge in der neuen Anlage pflanzen. «Es sind Sorten mit unterschiedlichen Reifezeitpunkten», sagt Lienberger. Das erlaubt ihm auf seinem Hof, der passend Obstgarten heisst, während der ganzen Saison frisches und/oder gut lagerbares Obst anzubieten.

Pfosten werden bei Obsplantage Spreitenbach eingelassen

Pfosten werden eingelassen

4 Meter Lange Betonpfähle

Vorerst wird die Hagelschutzanlage, an der zugleich die Bäume gezogen werden, aufgebaut. Ein Traktor mit einem speziellen Greifarm rammt die rund 4 m langen Betonpfähle rund 80 cm tief in den Boden. So entstehen Stangenreihen im Abstand von 3,4 m. Die Stangen werden mit Drahtseilen verbunden und seitlich abgespannt. «Damit erreichen wir, dass die Anlage auch bei starken Winden stabil bleibt», sagt Christoph Bär, der mit seinen Mitarbeitern die Anlage aufstellt.

Der Agronom ist auf den Bau von Obstplantagen mit Hagelschutz spezialisiert. «Seit einigen Jahren stellen wir immer mehr solche Anlagen auf», sagt Bär. Die Kunden verlangen möglichst makelloses Obst, was nur durch besseren Schutz erreicht werden kann, denn selbst kleine Hagelkörner hinterlassen ihre Spuren auf der Haut der Früchte.

Anlage kostet 25000 Franken

Den Hagelschutz bildet ein Kunststoffnetz, das in Bahnen über die Betonstangen gezogen wird. Die Verbindung zur Nachbarbahn wird mit einem Blechteil sichergestellt, das eine Sollbruchstelle aufweist. Droht das Netz zu reissen, weil zu viel Hagelkörner darauf liegen, bricht das Blechteil und die Hagelkörner fallen auf den Boden. Trotzdem bleiben die Äpfel weitmöglichst geschont. Rund 25000 Franken kostet die Anlage. «Ein Netz lohnt sich, denn die Hagelversicherung wird günstiger.» Lienberger ist überzeugt: «Tafelobstanbau ohne Hagelschutzanlage ist in der Schweiz nicht mehr möglich.» Die Lage auf dem sanften Hügel hat noch einen weiteren Vorteil für die Äpfel. «Der Wind trocknet die Blätter, also ist die Pilzgefahr viel geringer.» Das heisst, die Äpfel sind schöner, haben damit eine höhere Qualität.

Seine Obstanlage ergänzt Lienberger mit einem neuen Betriebszweig. «Zu Obstbäumen gehören Bienen, es sind sehr faszinierende Tiere», sagt Lienberger. Deshalb will er am Waldrand bei der Obstanlage einen Wagen mit 24 Bienenvölkern aufstellen. Denn – ohne Bienen werden die Blüten nicht befruchtet und es werden keine Äpfel wachsen.