Baden
Diese drei Häuser an der Badstrasse sollen einem Neubau weichen

Der Badener Unternehmer Dölf A. Köpfli will mit dem Projekt «Metropol Baden» mehrere Altbauten ersetzen. Damit soll die Attraktivität der Badstrasse als Einkaufsmeile gesteigert werden.

Roman Huber
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Diese drei Häuser an der Badstrasse werden dem Neubau weichen.

Diese drei Häuser an der Badstrasse werden dem Neubau weichen.

Roman Huber

Seit gestern stehen die Baugespanne. Das Gesuch für den Vorentscheid liegt bereits bei der Stadt, die öffentliche Ausschreibung steht bevor. Die Liegenschaften Badstrasse 25, 27, und 29 sowie Brenntweg 1 sollen dem Neubau «Metropol Baden» weichen. Die Bauten, die aus dem vorletzten Jahrhundert stammen, sind sanierungsbedürftig und baufällig.

Der Badener Unternehmer Dölf A. Köpfli will die Altbauten sinnbildlich mit seiner Metaloca AG durch das hochwertige Projekt «Metropol Baden» ersetzen. Dieses soll den heutigen und zukünftigen Bedürfnissen an diesem innerstädtischen Ort des pulsierenden Lebens Rechnung tragen. «Metaloca AG möchte ein Gefüge schaffen, das nicht auf kurzfristige Renditemaximierung ausgerichtet ist, sondern für alle direkt Beteiligten langfristig attraktiv bleibt», erklärt Köpfli. Der Baustart ist im Frühjahr 2018 vorgesehen, der Bezug soll im Herbst 2019 erfolgen können.

Situationsplan Projekt «Metropol Baden».

Situationsplan Projekt «Metropol Baden».

Zur Verfügung gestellt

Endlich wieder eine Stadtbeiz

Die auf den Brenntweg ausgerichtete Hofsituation lädt geradezu für einen Gastronomiebetrieb ein. «Mein Wunschtraum wäre ein Bistro, eine Trattoria, ein Konzertlokal für Jazz-Sessions», schwärmt Dölf A. Köpfli. Er könnte sich dort auch ein gediegenes Café oder einfach einen Treffpunkt für «tout Baden» vorstellen, der «für Menschen jeglicher Art an 365 Tagen von morgens bis abends geöffnet hat», was in der Innenstadt derzeit fehlt.

Es ist Liebe zur Stadt Baden, verbunden mit Unternehmer- und Innovationsgeist, die Köpfli zu einem weiteren Neubauvorhaben mitten in der Stadt inspiriert hat. Bereits mit den Objekten Badstrasse 21 und Theaterplatz 5 hat er in der Innenstadt zwei gelungene Projekte realisiert. Mit «Metropol Baden» könne die Attraktivität der Badstrasse als Einkaufsmeile gesteigert werden, ist Köpfli überzeugt.

Der Planungsprozess in Zusammenarbeit mit dem Badener Architekten Franco Pinazza läuft seit mehr als anderthalb Jahren. In dieser Zeit hat Dölf A. Köpfli die Liegenschaften erworben. Erst im vergangenen Herbst ist auch das «Kovats»-Haus hinzugekommen. Laut Marcel Dietrich, der für die Metaloca AG das Projekt vergangene Woche an einer Info-Veranstaltung der Anwohnerschaft präsentiert hat, wurden im Hinblick auf eine Erweiterung des Perimeters Gespräche mit der Firma Knecht geführt, Eigentümerin im Nachbargebäude Badstrasse 31, wo sich deren Reisebüro befindet. Diese habe sich zwar am Projekt sehr interessiert gezeigt. «Inzwischen steht aber fest, dass wir unser Projekt im bisherigen Rahmen weiterfolgen und realisieren wollen», sagt Dietrich.

Provisorium in Badenfahrt-Beiz

Noch steht nicht fest, welche der jetzigen Ladengeschäfte in den betroffenen Liegenschaften an der Badstrasse (Intimissimi, Perosa, La Pierre, Kovats) in den Neubau zurückkehren werden. Ursprünglich hatte Pinazza, selber ehemaliges Mitglied des Badenfahrtkomitees, die Idee, dass die am Bahnhofplatz für die Badenfahrt geplanten Festbauten des Komitees im Anschluss als Ladenprovisorien genutzt werden könnten. Auch dies ist noch offen und hängt nicht zuletzt vom Fahrplan des Vorhabens «Metropol» ab.

An der Präsentation wurde das Projekt weitgehend wohlwollend aufgenommen. Bis zur definitiven Baueingabe dürften dann auch alle noch offenen Fragen bereinigt sein. Das Vorhaben befindet sich in einer Ensembleschutzzone und muss gemäss Bauordnung den Charakter der historisch gewachsenen, kleinteiligen Bausubstanz erhalten. Nebst der geforderten Massstäblichkeit sowie Material- und Farbgebung, die in den bestehenden Baubestand eingepasst erfolgen muss, wird dem Anliegen der verdichteten und geschlossenen Bauweise entsprochen.

Fakten und Zahlen zu «Metropol Baden»

Das Projekt «Metropol» soll seiner Lage entsprechend den Funktionen Arbeiten, Wohnen und Freizeit dienen. Der Baukörper hat eine polygonale Form und wird sich nach Westen ans Wohnhaus von Pro Filia anfügen. 38 Prozent der Flächen sind für insgesamt 10 Wohnungen vorgesehen (vornehmlich für Kleinhaushalte, alle mit Balkon), die sich im dritten Stock und im Dachgeschoss befinden. Davon werden deren drei Maisonette-Charakter haben. 62 Prozent sind für Läden und Dienstleistungen gedacht.

Erd- und erstes Untergeschoss sind für vier bis fünf Ladengeschäfte reserviert. Im ersten Obergeschoss sind Büro- und Praxisräume geplant. Neu soll ein Gastronomiebetrieb, ausgerichtet auf den Brenntweg, dazukommen. Aufgrund der Bahnhofnähe ist keine Parkierung vorgesehen. Die Arealfläche beträgt 728 Quadratmeter, auf der eine Kubatur von 16 700 Kubikmetern geplant ist, bei einer Bausumme von 20 Millionen Franken. Der Frontanstoss zur Badstrasse weist eine Länge von 26 Metern auf.

Die Bauvorschriften verlangen eine Architektur, die sich punkto Dreiteiligkeit, Silhouette, Dachform, Erker) in die bestehende Umgebung einzupassen hat. Der Baubeginn wird auf Frühjahr 2018 ins Auge gefasst. Bei der Realisierung soll die Badstrasse abgeschirmt werden. Die Erschliessung der Baustelle wird über die Bahnhofstrasse erfolgen. -rr-

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