Blaue Augen und Sommersprossen – das sind die einzigen sichtbaren Merkmale, die alle der Drillinge gemeinsam haben: Damaris und Rebecca gleichen einander mit ihren hellen, langen Haaren wie ein Ei dem anderen – Leonie dagegen hat kürzere und dunkle Haare. Auf die ersten Fragen antworten die 9-Jährigen noch etwas zurückhaltend, scheue Blicke werden ausgetauscht. «Mmh. Ja», lautet die leise Antwort von Damaris auf die Frage, ob sie oft mit ihrer Schwester Rebecca verwechselt werde.

Ihre Augen beginnen zu leuchten, als sie vom Kinderchor «Schwiizergoofe» erzählen: Gemeinsam mit über 80 anderen Kindern besuchten die Drillinge in diesem Sommer das einwöchige Singcamp, um das dritte Album aufzunehmen, mit dem 8- bis 12-Jährige die Kinderzimmer rocken. Schon auf der letzten CD und Tournee sangen die drei Schwestern mit. Und wer von den dreien hatte die Idee, bei den «Schwiizergoofe» mitzumachen? Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, zeigen alle drei gleichzeitig mit dem Finger auf ihr Mami. Verblüffte Gesichter. Gekicher. «Sie hörten die erste CD rauf und runter», erklärt Mutter Claudia. Also habe sie ihre drei Töchter für das Singlager angemeldet. «Ich fand die Idee von Anfang an cool», verrät Leonie. Und ihre beiden Schwestern nicken zustimmend.

Gemeinsamkeiten ...

Der Spass am Singen und am Tanzen verbindet die drei Schwestern aus Wettingen. «Wenn sie singen, ist ihre Welt in Ordnung», sagt die Mutter. Die drei Girls beherrschen auch alle ein Instrument: Damaris spielt Klavier, Rebecca Gitarre und Leonie Geige. Im Singcamp der «Schwiizergoofe» durften sie wie die grossen Stars im Tonstudio Songs aufnehmen. «Das war schon anstrengend», sagt Damaris. Man müsse auf vieles gleichzeitig achten: Den richtigen Ton treffen, synchron singen, den Text können – und das erst noch in unterschiedlichen Dialekten, meistens aber auf Berndeutsch. «Alle müssen im gleichen Dialekt singen, damit es gut klingt», meint Damaris. «Sonst kauft die CD ja kein Mensch.» Ende September dürfen die Schwestern wieder auf Tournee. Sechs Konzerte singt der Chor – an vier verschiedenen Orten, vor fast 1000 Kindern und Erwachsenen. Schon nervös? «Vor dem Auftritt schon, aber das vergeht, wenn wir anfangen zu singen», sind sich Damaris und Rebecca einig. Und wie sieht es bei Leonie aus, die sogar zwei Solos singen darf? «Beim ersten Mal auf der letzten Tournee war ich schon aufgeregt, aber es ist auch cool.»

... aber auch Unterschiede

Ob sie auch mal so berühmte Sängerinnen werden möchten wie Rihanna, Christina Aguilera oder Lady Gaga? «Mmhhh», antworten die Drillinge und überlegen. «Sie werden mal Tierärztinnen», verrät ihre Mutter. Und dann gehts los: «Ich möchte Lehrerin für Textiles Werken werden», sagt Leonie. «Und wir wollen alle mal zusammen wohnen», ruft Rebecca dazwischen, «und Damaris und ich wollen keine Kinder» – «Ich aber schon» – «Ich will keine Kinder, aber ganz viele Tiere» – «Und einen Pferdestall draussen» – «Ja, wir wollen drei Pferde.»

Puh. Ganz schön viele Informationen auf einmal. Die Mutter muss schmunzeln – Alltag. «Drillinge zu haben, stellt das Leben am Anfang ziemlich auf den Kopf», verrät sie. «Man hat einfach immer eine Hand zu wenig. Aber ich würde um nichts in der Welt mehr tauschen wollen.» Und wie ist es für den älteren Bruder Noah, drei Schwestern zu haben? «Anstrengend», meint der 11-Jährige. «Aber auch gut, denn man hat immer jemanden zum Spielen.»

So ähnlich ihre Hobbys sind, so verschieden sind die Zukunftswünsche von Damaris, Leonie und Rebecca. Oder Dami, Leni und Becci, wie sie sich untereinander nennen. Unterschiedlich fallen auch die Antworten aus auf die Frage, ob sie gerne in die Schule gehen. «Nein», sagt Damaris bestimmt. «Ich schon», antwortet die dunkelhaarige Leonie, «am liebsten mag ich das Textile Werken.» Und Damaris und Rebecca mit den hellbraunen Haaren sind sich einig, dass Englisch ihr Lieblingsfach sei. «Werken gefällt mir auch», meint Damaris, während Rebecca ergänzt: «Und natürlich die 5-Minuten-Pause.»