Baden/Ennetbaden/Wettingen

Diese katholischen Kirchen wollen Altes über Bord werfen

Eine Vortragsreihe der katholischen Kirchen in Baden, Ennetbaden und Wettingen ab September soll zum Nachdenken anregen.

«Mit dem Programm wollen wir die Menschen zum Nachdenken und Mitmachen anregen», sagt Stephan Lauper, Pastoralassistent der Römisch-katholischen Kirche Wettingen. Er ist, zusammen mit Heinz Bürgler und Hans Senn, für das Programm der Erwachsenenbildung der katholischen Kirchgemeinde Wettingen verantwortlich.

In diesem Jahr heisst das Thema «Aufbrechen 2015, Kirche neu denken». Aufbrechen hat dabei eine besondere regionale Bedeutung – erstmals bietet die Wettinger Erwachsenenbildung eine Vortragsreihe zusammen mit den Pfarreien Baden und Ennetbaden an.

Die Menschen sind die Kirche

«Die Kirche sind wir Menschen und nicht die Institution», sagt Bürgler und ergänzt: «Mit unserer Vortragsreihe wollen wir dies den Leuten bewusst machen.» Sie müssen die Kirche mittragen und müssen zusammen aufbrechen, denn das «Weiter wie gehabt» müsse über Bord geworfen werden. «Neu denken» müssen die Katholiken von Baden, Ennetbaden und Wettingen, aber auch diejenigen von Neuenhof, Killwangen, Spreitenbach und Würenlos auch die Struktur ihrer Kirchen: Sie werden in absehbarer Zeit zum selben Pastoralraum gehören.

Es sind unter anderem personelle Engpässe, die das Bistum zur Bildung von Pastoralräumen veranlasste. Allein im Gebiet des künftigen Pastoralraumes im Limmattal sind mehrere Stellen nicht besetzt. Der Entwicklungsprozess hin zum Pastoralraum ist für Lauper eine Chance: «Wir müssen miteinander ins Gespräch kommen und das Zusammengehen organisieren.»

Dazu will der Vortragszyklus einen Anstoss geben. Deshalb ist für Hans Senn unbestritten: «Die Kirche muss sich öffnen, dies ist auch ganz im Sinne von Papst Franziskus.» Alle seien aufgefordert, Ziele, Strukturen und Stil der Kirche gestützt auf das Evangelium mitzumachen, auch die eher kirchenferneren Menschen.

Das vorliegende Jahresprogramm ist das dritte, das die Arbeitsgruppe von Lauper, Senn und Bürgler geschaffen hat. Nach den vier Vorträgen steht als fünfter Anlass ein offenes Podium unter dem Titel «Kirche neu denken» auf dem Programm. Dazu werden auch die Referenten nochmals in den Roten Turm nach Baden kommen.

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