Bezirk Baden
Diese Parteien stellen die jüngsten und ältesten Grossrats-Kandidaten

Grossratswahlen: Die SP schickt den jüngsten Kandidaten des Bezirks ins Rennen, die EVP die älteste.

Stefanie Garcia Lainez
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Noa Haefeli und Heidi Fausch-Pfister: Der jüngste Kandidat und die älteste Kandidatin aus dem Bezirk Baden.

Noa Haefeli und Heidi Fausch-Pfister: Der jüngste Kandidat und die älteste Kandidatin aus dem Bezirk Baden.

ZVG

239 Kandidaten aus dem Bezirk Baden stellen sich Ende Oktober zur Wahl. Sie kämpfen um die 30 Sitze im Grossen Rat. Was auffällt: Von den zehn im Bezirk antretenden Parteien hat die Sozialdemokratische Partei (SP) die mit Abstand jüngste Liste.

Auf keiner anderen finden sich so viele junge Politiker und Studenten: Fast die Hälfte der 30 Kandidaten sind unter 30. Fünf der Antretenden sind 21 Jahre alt oder jünger. Im Gegensatz dazu hat die Evangelische Volkspartei (EVP) die meisten Senioren in ihren Reihen. Über ein Drittel der Kandidaten sind über 60 Jahre alt. 6 der 25 Kandidaten haben bereits das Pensionsalter erreicht.

178 Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Bezirk Baden wollen 2016 in den Grossen Rat: Hier finden Sie jeweils die Listenersten – weiter unten jede Partei seperat.
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SVP: Martin Keller, Obersiggenthal
FDP: Josef Bütler, Spreitenbach
SP: Jürg Caflisch, Baden
CVP: Peter Voser, Killwangen
Grüne: Kim Lara Schweri, Untersiggenthal
glp: Ruth Jo. Scheier, Wettingen
BDP: Fabian Hauser, Birmenstorf
EVP: Lilian Studer, Wettingen
EDU: Stefanie Menth Muogbo, Untersiggenthal
LOVB: Barbara Vögeli, Oberrohrdorf

178 Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Bezirk Baden wollen 2016 in den Grossen Rat: Hier finden Sie jeweils die Listenersten – weiter unten jede Partei seperat.

Alex Spichale

Erfahrung sei keine Altersfrage

Mit Noa Haefeli schickt die SP den jüngsten Kandidaten des Bezirks ins Rennen um einen der Grossratssitze. Seit knapp einem Monat ist er volljährig. Zu jung für das Grossratsamt? «Nein», findet er. «Junge Menschen machen einen Grossteil der Gesellschaft aus. Sie haben eine junge Stimme im Parlament verdient», sagt er.

Dem pflichtet auch Florian Vock bei, Grossrat und Parteipräsident der SP Bezirk Baden. «Demografisch gesehen ist die Wahlliste der SP ein gutes Abbild unserer Gesellschaft», ist Vock überzeugt. Die SP lege bewusst Wert darauf, eine möglichst breit gefächerte Liste zu erstellen. «Dabei spielen Geschlecht, Herkunft und Beruf eine Rolle – und natürlich auch das Alter.»

Dass seine Partei unerfahrene Politiker ins Rennen schicke, will er nicht gelten lassen. «Erfahrung kann helfen, ist aber nicht nur vom Alter abhängig.» Wichtiger sei, zuhören zu können. «Das können junge Politiker genauso gut.» Das Parlament sei ohnehin überaltert, was ein Problem sei. «Viele der Grossräte erleben ihre eigenen Entscheide gar nicht mehr mit», so Vock.

Dass die EVP im Gegensatz zur SP viele Senioren auf der Liste hat, sei Zufall, sagt Lilian Studer, Grossrätin und Parteipräsidentin der EVP Bezirk Baden. «Wir haben vor allem darauf geachtet, dass möglichst alle Regionen des Bezirks vertreten sind.» Ihre Partei habe kein Nachwuchsproblem, ist sie überzeugt. Auf Listen in anderen Bezirken habe es durchaus auch viele jüngere Leute. «Und mit der 18-jährigen Sarah Stauffer haben wir auch eine der jüngsten Kandidatinnen des Bezirks in unseren Reihen.»

Dennoch hätte Lilian Studer gerne mehr junge Kandidaten auf der Liste gehabt. «Um die junge Generation für die Wahlen und Abstimmungen motivieren zu können, braucht es jüngere Politiker.» Viele mögliche Kandidaten wollten aber nicht antreten, da sie neben dem Studium keine Zeit hätten für einen richtigen Wahlkampf. Dass sich nun vor allem ältere Politiker aufstellen liessen, habe auch Vorteile: «Sie alle haben viel Erfahrung und schon einiges geleistet. Und sie können auch mehr Zeit in das Amt investieren», sagt Studer.

Wichtig sei, geistig fit zu sein

Dass ältere Kandidaten mehr Erfahrung und Ressourcen hätten, findet auch die 73-jährige Heidi Fausch-Pfister, die älteste aller Kandidaten im Bezirk. Sie tritt für die EVP an und ist überzeugt: «Ob man zu alt ist, sich zur Wahl zu stellen, ist nicht eine Frage der Anzahl Jahre. Es kommt darauf an, ob man geistig fit und offen ist.» Sie selbst fühlt sich nicht zu alt für das Grossrats-Amt. «Ich bin immer noch als Dozentin und Supervisorin tätig und durchaus fähig, dieses Amt zu übernehmen.» Sie rechnet aber damit, dass die Wähler wohl eher jüngeren Politikern den Vortritt lassen würden.

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