Baden
«Diese Planung ist sehr unglücklich»: Hoteliers der «Blume» stören sich an Parkplatzsituation im Bäderquartier

Wie erleben die beiden Hotelbesitzer Patrik und Silvio Erne die Bauarbeiten fürs Thermalbad? Der Baulärm im Bäderquartier bereitet den Hoteliers kein Problem, dafür aber die Parkplatzsituation.

Ursula Burgherr
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Das Hotel «Blume» in Baden
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Das Hotel «Blume» von aussen.
Die beiden Brüder führen das Hotel seit 15 Jahren.
Der legendäre Schindler-Lift im Atrium Hotel Blume in Baden.
Der legendäre Schindler-Lift im Atrium Hotel Blume in Baden.

Das Hotel «Blume» in Baden

Alex Spichale

«Die Blume wurde 1421 das erste Mal urkundlich erwähnt. 2021 feiern wir unser 600-Jahr-Jubiläum. Es wäre toll, wenn wir dann schon ein neues Thermalbad hätten», sinnieren die beiden Hotelbesitzer Patrik und Silvio Erne.

Sie stehen fürs Foto am offenen Fenster des Zimmers 104. Der Blick fällt über den Kurplatz auf die riesige Baustelle vis-à-vis, wo in einer ersten Etappe des Bäderprojektes das Wohn- und Ärztehaus im Bau ist. Der Bagger rumort und gräbt seine Zähne in die Erde.

Im idyllischen Atrium des Hotels Blume gerät der Baulärm in den Hintergrund und wird vom Plätschern des Goldfischbrunnens übertönt. Ein Model in einem blumengeschmückten Tüllkleid räkelt sich für einen Fotografen auf einem der Korbsessel.

Die filmreife Kulisse, die der glasüberdachte Lichthof mit den vielen Pflanzen bietet, wurde schon für viele professionelle Shootings und Filmaufnahmen genutzt. Ansonsten ist es still im Haus.

«Wir hatten einen extrem ruhigen Tag», bestätigt Patrik Erne. Gemäss dem Hotelier liegt das aber nicht am Baustellenlärm vor der Haustür. «Klagen sind sehr selten», bekundet er. Die Mehrzahl der «Blume»-Gäste habe geschäftlich in Baden zu tun.

«Sie stehen am morgen früh auf und gehen zur Arbeit. Deshalb bekommen sie vom Baulärm nicht viel mit.» Am Wochenende, wenn der Jugendstilsaal für Hochzeiten genutzt wird und die Gesellschaften über Nacht bleiben, ist es ruhig.

Einige der bereits bestehenden Plätze in Baden sind alles andere als gelungen.

(Quelle: Patrik Erne, «Blume»-Hotelier)

Richtig prekär sei zurzeit allerdings die Parkplatzsituation. Die Zufahrt von der Parkstrasse zum Kurplatz ist wegen der Bäderbaustelle nicht möglich. Jetzt wird auch der Zugang von der anderen Seite via Bäderstrasse erschwert, weil diese vom Casinokreisel bis zur Schiefen Brücke saniert wird.

«Unsere Gäste konnten dort bis anhin zumindest temporär ihr Auto abstellen. Jetzt fallen bis Ende August etappenweise auch noch die 12 Parkfelder weg.», meint Patrik Erne konsterniert und empfindet diese Planung als sehr unglücklich. Die Ernes bezeichnen ihr Verhältnis zur Stadt als angespannt.

«Es gibt noch Luft nach oben»

Umso mehr freuen sich die beiden Brüder auf die Neugestaltung des Kurplatzes. «Wir hoffen auf mehr Leben, eine gut durchdachte Sichtbarmachung der Thermalquellen. Und vor allem darauf, wieder eine saubere Vorfahrt zu haben.»

Sie sind gespannt: «Vor allem auch, weil einige der bereits bestehenden Plätze in Baden als alles andere als gelungen bezeichnet werden können.»

Vor 15 Jahren übernahmen Silvio und Patrik Erne die Führung des Hotels Blume. Ihre Eltern Johann und Heidi Erne hatten das Haus 1972 erworben. Der damals florierende Kurbetrieb ist längst passé. Gäste, die wochenweise übernachten, gibt es kaum noch. «Geschäftsleute, Wellnessurlauber und Touristen aus dem Ausland bleiben meist nur kurz. Ganz ausgebucht sind wir nicht mehr so oft wie früher. Da gibt es noch Luft nach oben», meinen die beiden Hoteliers.

Im Dezember 2018 ist Mutter Heidi gestorben. Mit ihr ging ein wichtiges Stück Bädergeschichte zu Ende. Obwohl sie nicht mehr operativ im Betrieb tätig war, half sie immer noch, wo sie konnte. Sie erledigte Botengänge, pflegte sämtliche Pflanzen und machte die Buchhaltung.

Diese Aufgaben müssen die beiden Brüder jetzt unter sich aufteilen. Silvio obliegt zudem der ganze Bereich «Food & Beverage», das Lohnwesen und die Einteilung der 15 Angestellten. Patrik ist vor allem an der Rezeption tätig und für die Umbauten zuständig. Und derer gibt es viele.

So sieht die Baustelle in den Bädern aktuell aus:

Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran. Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran.
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Diese Woche wurde ein dritter fester Baukran installiert. Im Hintergrund die Hotels Blume, Verenahof und Bären, ganz hinten die Dreikönigskapelle (v.l.). Diese Woche wurde ein dritter fester Baukran installiert. Im Hintergrund die Hotels Blume, Verenahof und Bären, ganz hinten die Dreikönigskapelle (v.l.).
Die Baupiste beim Mättelipark. Die Baupiste beim Mättelipark.
Das Badhotel Verenahof sieht derzeit eher aus wie ein Gespensterhaus. Das Badhotel Verenahof sieht derzeit eher aus wie ein Gespensterhaus.
Blick vom Bagno Popolare Richtung Bäder-Baustelle. Blick vom Bagno Popolare Richtung Bäder-Baustelle.
Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran. Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran.
Diese Woche wurde ein dritter Baukran installiert. Im Hintergrund die Hotels Blume, Verenahof und Bären, ganz hinten die Dreikönigskapelle (v.l.). Diese Woche wurde ein dritter Baukran installiert. Im Hintergrund die Hotels Blume, Verenahof und Bären, ganz hinten die Dreikönigskapelle (v.l.).
Der statische Rückbau im Verenahof, der zu einer Gesundheitsklinik umgebaut wird, hat begonnen und dauert bis Ende August. Der statische Rückbau im Verenahof, der zu einer Gesundheitsklinik umgebaut wird, hat begonnen und dauert bis Ende August.
Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran. Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran.
Blick von Ennetbaden Richtung Schweizerhof und Bäder-Baustelle. Blick von Ennetbaden Richtung Schweizerhof und Bäder-Baustelle.
Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran. Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran.
Die Fundamentplatten sowie das Kellergeschoss des Ärzte- und Wohnhauses sind bereits sichtbar. Die Fundamentplatten sowie das Kellergeschoss des Ärzte- und Wohnhauses sind bereits sichtbar.
Der Hochbau des Ärztehauses hat begonnen. Der Hochbau des Ärztehauses hat begonnen.
Wo früher auf dem Kurplatz eine Linde stand, gibt es jetzt Parkplätze für Hotelgäste und Baufahrzeuge. Wo früher auf dem Kurplatz eine Linde stand, gibt es jetzt Parkplätze für Hotelgäste und Baufahrzeuge.
Blick von der Dreikönigskapelle flussabwärts über den ehemaligen Mättelipark. Blick von der Dreikönigskapelle flussabwärts über den ehemaligen Mättelipark.
Der Mättelipark wird bis 2021 in neuer Form zurückkehren. Der Mättelipark wird bis 2021 in neuer Form zurückkehren.
Der dritte Kran auf der Bäder-Baustelle wird aufgebaut. Der dritte Kran auf der Bäder-Baustelle wird aufgebaut.
Die Baustelle bietet einen Ausblick, der so für lange Zeit nicht mehr sichtbar sein wird. Die Baustelle bietet einen Ausblick, der so für lange Zeit nicht mehr sichtbar sein wird.
Wenn das Thermalbad und das Ärztehaus fertig sind, ist der Kurplatz wieder ein geschlossener Stadtplatz. Wenn das Thermalbad und das Ärztehaus fertig sind, ist der Kurplatz wieder ein geschlossener Stadtplatz.
Aus dem ehemaligen Badhotel Bären werden die letzten Schuttreste entfernt, bevor der Innenausbau beginnt. Aus dem ehemaligen Badhotel Bären werden die letzten Schuttreste entfernt, bevor der Innenausbau beginnt.
Im Verenahof-Geviert entsteht eine Privatklinik für Prävention und Rehabilitation. Im Verenahof-Geviert entsteht eine Privatklinik für Prävention und Rehabilitation.
Auch das ehemalige Badhotel Ochsen gleicht einem Gespensterhaus. Auch das ehemalige Badhotel Ochsen gleicht einem Gespensterhaus.
Die Fenster stehen weit offen, die alten Hotels müssen durchgelüftet und getrocknet werden. Die Fenster stehen weit offen, die alten Hotels müssen durchgelüftet und getrocknet werden.
Zwischen dem Hotel Bären und seiner Dépendance klafft eine tiefe Lücke. Zwischen dem Hotel Bären und seiner Dépendance klafft eine tiefe Lücke.

Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran. Bäder-Baustelle: Die Hochbauarbeiten sind Mitte März gestartet und schreiten zügig voran.

Carla Stampfli

Das Glasdach im Atrium wurde vor zehn Jahren erneuert. Fünf Jahre später kam in den zum Teil stillgelegten Bädern ein moderner Spa-Bereich mit Dampfbad, Sauna und Erlebnisdusche dazu. Das Eichenparkett im Jugendstil- Saal wurde ertüchtigt, Lüftung und Klimatisierung wurden im Saal eingebaut.

Im Laufe dieses Jahres wird das Ziegeldach des von Robert Moser erstellten Hoteltrakts Richtung Blumengässlein neu eingedeckt. Und zwar komplett mit original Biberschwanzziegeln. «Sie sind etwa 30 000 Franken teurer als die teilweise vorhandenen Falzziegel.

Aber die ‹Blume› ist ein kantonales Schutzobjekt und wir müssen uns an die Vorschriften der Denkmalpflege halten», erklären die Mittvierziger. Nach Ostern werden dann alle Zimmer im 3. und 4. Stock mit Klimaanlage ausgerüstet. Die «Blume» bedarf ständiger Investitionen.

Hotellerie im Blut

Das geschichtsträchtige Haus in einen Hotelbetrieb umzufunktionieren, der auch 2019 noch zeitgemäss ist, erweist sich oft als Herausforderung. Ein anderer Beruf kam für die beiden jedoch nie infrage.

«Hotellerie und Gastronomie liegt uns im Blut. Schon als kleine Knirpse hatten wir unsere Ämtli im Betrieb der Eltern.» Nach der Schule absolvierten beide eine Kochlehre, danach eine Servicezusatzlehre und die Hotelfachschule. «Dass wir die ‹Blume› einmal übernehmen werden, war für uns von Kindsbeinen an selbstverständlich», bezeugt Silvio Erne.

Ob ein neues Thermalbad der «Blume» zusätzliche Hotelgäste beschert, muss sich noch erweisen. «Wenn wir ein paar Kunden mehr haben, sind wir natürlich froh. Vor allem aber freuen wir uns, dass wir in Baden nach unglaublichen 14 Jahren Planungszeit endlich bald wieder ein Thermalbad haben, auf das wir stolz sein können.»

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