Wettingen
Diese Wettingerin baut Kitas in Südafrika auf

Die Bewohner von Townships in Johannesburg schätzen, dass Schweizer helfen, die Verantwortung aber weiterhin bei ihnen liegt.

Katharina Herzig
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Shyla Lietha in Johannesburg. ZVG

Shyla Lietha in Johannesburg. ZVG

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Kindertagesstätten bestehen in der südafrikanischen Grossstadt Johannesburg oftmals nur aus undichten Wellblechhütten in schlechtem Zustand. Die 26-jährige Shyla Lietha aus Wettingen reiste mit der Hilfsorganisation «Jam Schweiz» in die Townships von Johannesburg, um isolierte Fertighäuser mit sanitären Anlagen zu bauen.

Frau Lietha, Sie waren letztes Jahr mit der Hilfsorganisation «Jam Schweiz» in Südafrika und habeneine Kita neu aufgebaut. Was ist das für eine Organisation?

Shyla Lietha: Die Stiftung «Jam Schweiz» ist ein Non-Profit-Unternehmen, das Menschen in Afrika in die Verantwortung nimmt und ihnen hilft, ihre Leben selbst in die Hand zu nehmen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Hilfe zur Selbsthilfe für Kinder sowie deren Familien und Dörfer. Die Entwicklungshilfe umfasst Schulernährung, Brunnenbau, Landwirtschaft und den Neuaufbau von Kindertagesstätten.

Wie sind Sie auf die Organisation und deren Arbeit aufmerksam geworden?

Im letzten Sommer habe ich einen Bericht über die Kita-Baueinsätze im Radio gehört. Das hat mich sofort angesprochen und ich habe mich gleich bei der Stiftung «Jam Schweiz» gemeldet. In einer Gruppe waren noch Plätze frei und so bin ich Ende September mit einem 13 köpfigen Team für eine Woche nach Johannesburg gereist.

Ihnen hat der Einsatz so gut gefallen, dass Sie diesen Herbst wieder gehen. Was war die beste Erfahrung, was die schlechteste?

Da ich selber in einer Kita arbeite, liegen mir Kinder sowieso am Herzen. Es war eine wunderbare Erfahrung, diesen Kindern mit unserer Hilfe vor Ort ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Zu sehen, wie gross die Freude an einer neuen, farbigen, kindergerechten und vor allem sicheren Kita ist, macht mich glücklich. Schlechte Erfahrungen habe ich nicht gemacht. Die Bewohner schätzen, dass wir als Schweizer zwar helfen, aber die Verantwortung weiterhin bei den Einheimischen liegt.

Im Herbst gehen Sie als Einsatzleiterin mit ihrem eigenen Team nach Südafrika. Kann man sich auf so einen Einsatz vorbereiten?

Ja, das kann man und das tun wir auch. Es gibt zum Beispiel einen Vorevent, bei dem Interessierte einen Einblick bekommen, was sie in etwa erwarten wird. In meinem Team sind einige, die schon einmal bei so einem Projekt dabei waren. Bei regelmässigen Treffen können wir uns austauschen und denen, für die es das erste Mal ist, von unseren Erlebnissen erzählen. Ich denke, der Austausch ist wichtig, aber schlussendlich wird es für jeden eine individuelle Erfahrung sein.

Wie wird das Projekt finanziert?

Wir finanzieren das Projekt als Team selber. Es werden Familie, Freunde und Firmen angefragt, Spendenanlässe veranstaltet, ein Spaghetti-Essen organisiert, wir besuchen den Flohmarkt und sind in Kontakt mit Schulen. Jeder Rappen kommt der Kita zu gute. Die Leute sind bereit, etwas zu geben, wenn sie wissen, wo das Geld hinfliesst. Jedes Teammitglied muss zudem für den Flug und die Unterkunft selber aufkommen. Spenden kann man online über die Homepage von «Jam Schweiz».