Miss Earth
Diese Wettingerin will das Krönchen für das gute Gewissen

Stefanie Zimmerli (21) ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Nun will die Wettingerin die nächste «Miss Earth Schweiz» werden. Gemeinsam mit anderen neun jungen Frauen kämpft sie um das Krönchen für die Schönheitskönigin, die sich für soziale Projekte und die Umwelt stark machen soll.

Dana Liechti
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Stefanie Zimmerli
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Stefanie Zimmerli

Chris Iseli

Die diesjährige Wahl zur «Miss Earth Schweiz» steht schon bald vor der Tür. Dann wird eine Schönheitskönigin gewählt, die sich für soziale Projekte einsetzen und für die Umwelt starkmachen soll. Stefanie Zimmerli aus Wettingen ist eine der zehn jungen Frauen, die um das Krönchen kämpfen.

Das «Badener Tagblatt» hat sie auf dem Hof ihrer Mutter und ihres Stiefvaters in Wettingen getroffen. Dort führen Gaby Zimmerli und Viktor Huser einen Bauernhof mit schottischen Hochland- und Angusrindern in Mutterkuhhaltung, Pferden sowie einem Hoflädeli. Stefanie Zimmerli sagt: «Mit neun Jahren bin ich mit meiner Mutter auf den Hof gezogen und habe oft mitgeholfen.»

Kein typisches Bauernmädchen

Deshalb will sie auch «Miss Earth Schweiz» werden: «Ich habe gesehen, wie schön es für die Tiere durch diese Haltung ist. Mir war die Umwelt immer sehr nahe.» Ihre Mutter sei indes ihr grösstes Vorbild, sagt die «Miss Earth Schweiz»-Kandidatin: «Sie hat sich alle ihre Lebensträume verwirklicht mit dem Bauernhof.»

Trotzdem ist Stefanie Zimmerli alles andere als das typische Bauernmädchen mit Zöpfchen, kariertem Hemd und Gummistiefeln. Die 21-Jährige betritt den Stall in perfekt gemachten, offenen Haaren und geschminkten Augen. Ihre dünnen, langen Beine stecken in beigen, engen Hosen und sie trägt eine feine, rosafarbene Bluse. An ihrem Hals glitzert eine grosse, dazu passende Kette. Nur 20 Minuten brauche sie im Bad, verrät die grossgewachsene Frau und fügt hinzu: «Schönheit kommt sowieso von innen. Wenn man mit sich selbst im Reinen ist, strahlt man das auch aus.»

Dass sie mit vier Jahren zum ersten Mal geritten ist, merkt man ihr an, denn vor den grossen Pferden im Stall zeigt sie keinerlei Scheu. Aber um für die Fotos mit der Mistgabel zu hantieren, sei ihr Körperbau nicht optimal. Daher überlasse sie das lieber den Männern auf dem Hof, sagt sie. Dafür posiert sie auf den Strohballen und mit den Pferden. Ab und zu steckt auch der neugierige Muni seinen Kopf aus dem Stall heraus und der Kamera entgegen. Ob sie denn auch oft auf dem Hof hilft? Sie gehe reiten, wenn sie Zeit habe, oder gerade am Tag zuvor hätte sie für den Interview-Termin mit den Eltern den ganzen Hof geputzt. Ansonsten jedoch konzentriert sie sich auf ihren Beruf als Coiffeuse, dem sie in Zürich nachgeht. Dass dort oft Farben verwendet werden, die der Umwelt schaden könnten, weiss sie. «Aber es gibt Farben und Farben. Wenn möglich arbeite ich mit umweltfreundlichen Produkten, das ist mir wichtig.» Und sie habe in Kursen gelernt, wie hilfreich es ist, auf die kleinen Dinge zu achten. Zum Beispiel nicht zu viel Wasser zu brauchen oder den Föhn nicht zu heiss einzustellen.

Stefanie Zimmerli hat grosse Pläne. Sollte sie die «Miss Earth Schweiz»-Wahl gewinnen, hat sie viele soziale Projekte im Köcher, sie möchte etwa Mädchen in Afrika Bildung ermöglichen. Über die genauen Projekte will sie aber noch nicht reden.

Viel lieber erzählt sie davon, wie wichtig es ihr ist, dass sie mit der Aufmerksamkeit etwas verändern und für die Menschen und die Natur tun kann. «Denn welche Welt wir unseren Kindern einmal bieten, liegt in unseren Händen.» Und sie spricht von ihrem Traum, Model zu werden. Weil sie so in andere Länder reisen kann und in andere Kulturen Einblick haben wird. Zukunftspläne habe sie aber noch nicht grosse, sagt Zimmerli. Sie lebe im Hier und Jetzt. Und da lebt sie wie viele andere junge Menschen auch. Wenn sie nicht arbeitet, startet sie mit einem Kaffee in den Tag, trifft sich mit ihrer Mutter oder ihren Freunden und geht zum Sport mit einem Personaltrainer.

Das alles tut sie auch mal ungeschminkt, denn obwohl sie sich gerne mal hübsch macht für Termine, sagt sie: «Gott hat uns so gemacht, so sehen wir halt einfach aus.» Der Glaube ist ein grosses Thema für sie. Zimmerli betet jeden Abend vor dem Schlafengehen. Sicher auch deshalb ist sie überzeugt, dass sie die Teilnahme an der «Miss Earth Schweiz»-Wahl nicht bereuen wird: «Am Ende meines Lebens will ich ein gutes Gewissen haben, und sehen, dass ich Leute unterstützt und geholfen habe.»

Und das will sie mit der Teilnahme an der «Miss Earth Schweiz»-Wahl tun. Vor Vorurteilen, dass Missen dumm und zickig seien, hat Stefanie Zimmerli keine Angst. «Das ist ja keine normale Wahl ‹à la Krönli›. Diese Missenwahl hat einen Hintergrund.»

«Miss Earth Schweiz»-Wahl: Samstag, 7. Mai 2016, in der Umwelt-Arena Spreitenbach.

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