Neuseeland
Dieser Aargauer Auswanderer reist 18'500 Kilometer weit an die Badenfahrt

Kurt Binder ist 18'500 Kilometer weit an die Badenfahrt gereist. Das Fest geniesst er nicht nur, er hilft auch mit.

Sabina Galbiati
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Der ausgewanderte Ehrendinger Kurt Binder ist aus Neuseeland an die Badenfahrt gereist. Hier zieht es ihn jeden Abend zur Blues- und Jazz- bühne Tipitina’s.

Der ausgewanderte Ehrendinger Kurt Binder ist aus Neuseeland an die Badenfahrt gereist. Hier zieht es ihn jeden Abend zur Blues- und Jazz- bühne Tipitina’s.

Alex Spichale

Für die Badenfahrt ist kein Weg zu weit. Das hat sich der ausgewanderte Ehrendinger Kurt Binder gesagt und ist 18'500 Kilometer von Waiuku in Neuseeland über Hongkong in die Schweiz geflogen. Damit ist er wohl einer der am weitesten gereisten Badenfahrern. Und bei so vielen Kilometern muss man auch ökologisch denken: Binder ist bereits im Juli angereist, um auch den 80. Geburtstag seiner Mutter mitzufeiern.

Nun geniesst der 57-Jährige nicht nur jeden Abend die Feststimmung, sondern packt auch selber an. «Einige meiner alten Freunde arbeiten in der Ehrendinger ‹Universall›-Bar», sagt Binder. «Für mich stand von Anfang an fest, dass ich mich in der Beiz engagiere. Ich fühle mich nach wie vor als Ehrendinger und will etwas beitragen.» Jeden Nachmittag versorgt Binder die Raketenabschussrampen-Beiz mit frischen Getränken und Essen. Doch spätestens wenn um 18 Uhr die Beizen öffnen und die Musik aufspielt, zieht er los durchs Festgebiet. «Alles haut mich komplett aus den Socken: die Bauten, das Lichtspektakel am Stadtturm und besonders die Musik.» Er sei ein Blues-Fan, deshalb könne er nicht anders: «Letztlich lande ich jeden Abend vor der Blues- und Jazzbühne Tipitina’s.»

Badenfahrt lohnt sich – die schönsten Bilder des Fests:

Die schönsten Augenblicke der Badenfahrt
35 Bilder
Blick ins Festgebiet ennet der Hochbrücke mit Riesenrad und weiteren Festbeizen.
Leinen los heisst es auf der Hochbrücke bei Herrn Schmidt.
Das Finale des Festspiels mit Merker Bianca und Musical Space Dream.
Festbeizen in neuen Dimensionen: «universALL» und «Dorian Grey».
Adrian Stern vor heimischem Publikum mit lokalen Musikern.
Die Beiz "Kubbbeiz zum chliine Björn" des Aargauischen Kubbverbands, vor der immer wieder Kubb gespielt wird.
Wer verliebt sich bei diesem Anblick nicht in das malerische Baden?
Die serbische Beiz "Kolo Baden" bot ein gemütliches Plätzchen an der Limmat und bot Live-Musik.
Einfach toll – die Badenfahrt bei Nacht. Schön war's: Die Badenfahrt 2017 bleibt in bester Erinnerung.
Die Projektion "Ouroburus" von Pascal Arnold beleuchtet den Stadtturm an der Badenfahrt. (21. August 2017)
Die Zurzibiet-Beiz "Baumhuus" auf dem Schlossbergplatz.
Festbesucher auf dem Schlossbergplatz. (21. August 2017)
Der erste Samstagabend wurde zu einer langen Partynacht. Die Dancefloors waren pumpenvoll. Im Bild: Charlies Dampfer.
Kreativ gestaltete Bars zierten die Limmat-Hochbrücke an der Badenfahrt. Das grosse Volksfest zählte mehr als 1,2 Millionen Besucher.
Umgekehrt: Die Zürcher Zünfte beehren die Aargauer Badenfahrt.
Nächtliches Baden mit Blick auf die Hochbrücke.
Exklusiv: Die Spanischbrötlibahn durfte als erste durch den neuen Bustunnel fahren.
Hoch hinaus.
Auch für Kinder ist die Badenfahrt ein Heidenspass.
Die SNCF-Lokomotive 30.R.1244 war am ersten Festsonntag mit ihrem Halt in Baden ein Publikumsmagnet.
Bei diesem Anblick schlägt wohl so manches Kinderherz höher – und nicht nur.
Hier steigt zehn Tage lang Party: unter der Hochbrücke.
Die Kreativität kennt keine Grenzen an der Badenfahrt: ein Pool in der Bar.
Die Raketenbeiz – ein Hingucker.
Jauchzen und Kreischen in der Lunapark-Region.
Innig: Ein Kuss während des Konzerts der Pedestrians
Mit allen Sinnen dabei: Der Dirigent des Wasserspiels, das beim Tränenbrünneli aufgeführt wird.
Leidenschaftlich: Adrian Stern bei seinem Konzert
Aufregend: Eine temporeiche Fahrt im Lunapark
Ausgelassen: Die Party-Nacht im Oceans Club
Konzentriert: Gezielter Wurf an den Kubb-Meisterschaften im Kurpark
Vorfreude: Blick aus dem Führerstand der Dampflock
Dynamisch: Ein Mädchen misst seine Kraft am Box-Automaten
Kreischend: Das Service-Team der Polygon-Bar in bester Laune

Die schönsten Augenblicke der Badenfahrt

Chris Iseli

Ländlich versus Badenfahrt

Das rauschende Fest steht im völligen Kontrast zu Binders Leben in Waiuku nahe Auckland. «Die Region ist sehr ländlich und ruhig», erzählt er. Hier hat sich der Badenfahrer zusammen mit seiner Frau in den 1990er-Jahren ein kleines Touristikunternehmen aufgebaut. «Wir organisieren unter anderem Töfftouren und vermieten Camper.» Die viele Arbeit hat aber auch dafür gesorgt, dass Binders letzte Badenfahrt Jahrzehnte zurückliegt. «Ich war 1987 letztmals an der Badenfahrt.» Auch damals sei das Fest als Ganzes grossartig gewesen. «Ein besonderes Highlight kann ich gar nicht hervorheben.» Dafür weiss Binder eine Anekdote von der aktuellen Badenfahrt zu erzählen. Er sass mit seiner Familie am ersten Wochenende in der Dampflokomotive Mikado, die im SBB-Tunnel den Feueralarm ausgelöst hat, weil sie so stark dampfte. «Wir haben das gar nicht gemerkt. Es hat zwar stark geraucht und wir mussten husten, aber wir dachten, das muss so sein, und haben sogar noch darüber gelacht.» Trotzdem sei die Fahrt sehr schön gewesen, erzählt Binder. Doch dann ist genug der Worte und der Ehrendinger macht sich wieder auf ins Festgetümmel.

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