Überfall
Dieser Apotheker überführt seinen Angestellten, der Raubüberfall erfunden hat

«Apotheker in Baden mit Messer bedroht und ausgeraubt» hiess es vor 10 Tagen. Das alles war nur ausgedacht. Der Apotheker steckte das Geld in den eigenen Sack. Der Mann, der den Franzosen überführte, war sein eigener Chef.

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Zwei Vermummte lauerten in Baden einem französischen Apotheker nach Ladenschluss im Treppenhaus auf. Sie zwangen ihn, mehrere tausend Franken rauszugeben. Das dumme daran: Das Treppenhaus ist um diese Uhrzeit längstens geschlossen. Darum kamen seinem Chef, Martin Langenbach, von Beginn weg Zweifel.

Diese Bedenken meldete der 65-Jährige der Polizei. Diese nimmt die Hinweise zuerst aber nicht ernst. Bis rauskommt, dass der Franzose schon einmal kriminell auffiel. Erst dann geht die Polizei der Sache nach. Der Apotheker gibt letztlich alles zu.

«Ich nehme an, der Mann ist krank. Wir haben leider viel zu spät erfahren, dass er offenbar spielsüchtig ist. Er hat später auch gesagt, er sei früher spielen gegangen und habe in Frankreich deshalb eine Therapie gemacht», sagt Langenbach.

Genützt hat es nichts. Der Mann ging innert drei Tagen drei Mal ins Grand Casino Baden um zu spielen, wie der regionale TV-Sender Tele M1 berichtet. Er verzockte dort die über 5000 Franken, die er seinem Chef gestohlen hatte.

Für Langenbach ist dieser Vorfall doppelt bitter: Er wollte ursprünglich den Franzosen zu seinem Nachfolger ernennen. Stattdessen hat er ihn nun entlassen. (ahu)