Von September 2006 bis Oktober 2008 macht der Albaner Ardan P. die Kantone Solothurn, Aargau und Zürich unsicher. Er bohrt jeweils durch den Fensterrahmen, kippt von aussen mit einem Draht den Türgriff und verschafft sich so Zutritt zu den Häusern, in denen teilweise sogar jemand vor Ort war.

Ganze Quartiere hat Ardan P. so aus Geldnot an einzelnen Tagen ausgeräumt – bis die Kantonspolizei Solothurn ihm das Bein gestellt hatte und ihn dank DNA-Spuren überführen konnte.

Die Einbrüche hatte er dabei nicht nur alleine durchgeführt. An die Tatorte wurde er von insgesamt sieben Chauffeuren gefahren. Auch sie stehen vor Gericht. Sie sollen zwischen sieben Monaten und viereinhalb Jahren ins Gefängnis.

Von ihnen will vor Gericht keiner gewusst haben, wofür sie den Haupttäter tatsächlich fuhren. Sie dachten, er sei ein Musiker. Interessanterweise hatte die Polizei aber bei ihnen ebenfalls 8mm-Bohrmaschinen sichergestellt.

13 Jahre Haft für Einbrüche?

Ardan P., der Haupttäter, soll für 13 Jahren in Haft. Dies weil er nicht nur materielle, sondern auch schwere seelische Schäden bei den Opfern angerichtet hat.

Das hat die Staatsanwaltschaft beantragt. «Ich denke, dass hier die Strafen angemessen sind», sagt Staatsanwältin Barbara Loppacher gegenüber Tele M1. Der Verteidiger sieht dies etwas anders: «Mein Antrag wird deutlich tiefer sein», so Simon Iseli, Verteidiger von Ardan P.

Der Gerichtsprozess findet bis am Freitag nicht wie üblich im Bezirksgericht Baden statt, sondern im roten Turm. Dort, weil man davon ausgegangen ist, dass nebst den acht Angeklagten ein Grossteil der insgesamt 750 Geschädigten erscheinen wird. An den ersten beiden Prozesstagen sind aber nur die wenigsten erschienen. Das Urteil wird am Freitag erwartet. (sha)