Limmattal
Dieser Kunstpreis war längst überfällig

Der Spreitenbacher Künstler Bruno Weber erhielt zum 80. Geburtstag den Kulturpreis 2011 von Dietikon. Früher versuchte die Gemeinde den Künstler mit allen Mitteln der Kunst zu vertreiben.

Flavio Fuoli
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Limmattaler Zeitung

«Dieser Kunstpreis 2011 ist überfällig.» Mit diesen mild polemischen Worten begann Fritz Billeter, Freund von Bruno Weber und Kulturhistoriker, seine Laudatio. Dass die Preisübergabe sicher fällig ist, darüber waren sich alle Besucher einig, die im Gemeindehaus erschienen waren. Gekommen waren die höchsten Politiker von Dietikon und Spreitenbach, Otto Müller und Josef Bütler, die Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi, die ehemaligen Preisträger Hans-peter Müller Drossart, René Gubelmann sowie das Ehepaar Peter und Doris Walser. Begleitet von seiner Familie und seiner Ehefrau Marianne nahm Bruno Weber den sechsten Dietiker Kulturpreis im Wert von 5000 Franken entgegen.

«Mit allen Mitteln verbieten»

Fritz Billeter erinnerte in seiner Laudatio an die Zeiten, als Kunst und Demokratie aneinandergeraten waren. Vor allem die Gemeinde Spreitenbach habe mit allen legalen Mitteln versucht, Weber zu vertreiben. «Jetzt sind alle in Harmonie geläutert», fuhr er fort, «Dietikon und Spreitenbach haben Bruno Weber ins Herz geschlossen. Er habe die Welt nach Dietikon gebracht, was Grussbotschaften aus aller Welt in den Gästebüchern verdeutlichen würden.

Der Künstler habe auch symbolisch die Welt ins Limmattal gebracht. Es gebe geflügelte Drachen und Hunde, die an das alte China oder an das präkolumbische Mexiko erinnern würden. «Er kopiert aber nie. Es kommt immer ein Bruno Weber heraus», erklärte Billeter.

Ein offener Park

Ein Lob hat er für Webers Eigenheit übrig, seinen Park stets dem Publikum offen zu lassen, damit dieses den «work in progress» mitverfolgen könne. Dietikons Stadtpräsident Otto Müller sprach von einem «ganz besonderen Tag».

Mit dem Kulturpreis an seinem 80.Geburtstag wolle die Kulturstadt Dietikon die herausragende Leistung des Künstlers belohnen. Seit 1962 arbeite er am Park und stosse auf grosses Interesse. Gleichzeitig sei Bruno Weber bescheiden und herzlich geblieben. Er sei mit Dietikon verbunden, sei er doch hier aufgewachsen. Sein Geburtshaus an der Bühlstrasse steht heute noch.

Dass der Skulpturenpark eigentlich auf Spreitenbacher Boden liegt, daran störe sich in Dietikon schon lange niemand. Er liegt im Wald, an der äussersten Ecke der Gemeinde Spreitenbach beziehungsweise des Kantons Aargau.

Josef Bütler, Gemeindeammann, lobte Weber als Pionier, der nicht immer in die Gesellschaft hinein passen würde. Etwas habe Spreitenbach Dietikon jedoch voraus. Bütler: «Den Kulturpreis Spreitenbach haben wir Bruno Weber schon vor 18 Jahren überreicht.»